/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Freud und Leid im Quartier Bodan

Kreuzlingen – 50 Personen kamen zum Besuch der Stadträte Ernst Zülle und Thomas Beringer beim Quartierverein Bodan. Sie erhielten Vorabinformation zum Stadthaus, beherrschendes Thema aber war der Boulevard. Für den Quartiervereinspräsidenten geriet der Anlass zur Kropfleerete.

Stadträte Ernst Zülle (Bau, l.) und Thomas Beringer (TBK, r.), Quartiervereinspräsident Ueli Bührer (2.v.l.) und Moderator Thomas Martens. (Bild: sb)

Stadträte Ernst Zülle (Bau, l.) und Thomas Beringer (TBK, r.), Quartiervereinspräsident Ueli Bührer (2.v.l.) und Moderator Thomas Martens. (Bild: sb)

Ueli Bührer ist unzufrieden. Noch im vergangenen Jahr konnte der Präsident des Quartiervereins Bodan von der fruchtbaren Arbeit am runden Boulevard-Tisch berichten. Vertreter von Stadt, Anwohnerschaft, Gewerbe sowie den Initianten für einen autofreien Boulevard hatten einen Konsens gefunden. Heute ärgert ihn, dass die damals erhoffte probeweise Einführung eines neuen Verkehrsregimes bislang nicht stattfand. Der Grund sind zwei Einsprachen, die der Kanton von den insgesamt sechs eingegangenen gutgeheissen hatte. «Jetzt haben wir schon wieder ein Jahr verloren», monierte Bührer. Ihn stört auch, dass die Sammeleinsprache seines Quartiervereins vom Kanton «abgeschmettert» wurde.

Verwaltungsgericht entscheidet
Der Stadtrat verhandelt momentan mit einem Einsprecher und will eine aussergerichtliche Lösung finden. Mit der zweiten Einsprachebeschäftigt sich derzeit das Verwaltungsgericht. «Fällt die Entscheidung nicht zu unseren Gunsten aus, stehen wir wieder auf Feld Eins», erklärte Stadtrat Ernst Zülle. Es bestehe aber noch die geringe Möglichkeit, die Pläne so abzuändern, dass alle Parteien damit zufrieden sind.

Getan hat sich also weiterhin nichts, und durch den Boulevard brausen immer noch doppelt so viele Autos wie gewünscht. «Es ist das Versäumnis des Stadtrats und des Gewerbes, alle Standpunkte vorab abgeklärt zu haben», sagt Bührer. Die Einsprachen wären in diesem Sinne vermeidbar gewesen.

Im Weiteren sind es nicht eingehaltene Versprechen, die der Quartiervereinspräsident an der «Politik in Kreuzlingen» kritisiert. Beispiel: Die wieder abgeblasene Unterführung am Kreisel Seetal-/Paulistrasse. Oder wiederholt geforderte und nie realisierte Massnahmen, wie ein Lift am Bahnhof. Als Hausaufgabe gab Bührer den Stadträten auch mit auf den Weg, Wegweiser zwischen Seeburgpark und neuem Perron Hafenbahnhof zu installieren.

Zwischen den Zeilen deutete sich an, dass sich der Quartierverein von der Stadtspitze als Gesprächspartner auf Augenhöhe nicht mehr ernstgenommen fühlt.

Dabei schätzen die Offiziellen den alljährlichen Besuch im Quartier Bodan. Stadtrat Thomas Beringer berichtete von den Projekten, die ihn am meisten beschäftigen. Dazu zählte er das Parkieren am See, die Erweiterung der TBK auf dem Spiegel-Areal und die Arbeit am Sicherheitskonzept. Neues gab’s über das Hörnli zu erfahren. Wegen den Arbeiten am Chogebach dauert es hier noch ein weiteres Jahr, bis die Parkplätze kosten. Lob gab es für sein Department hinsichtlich der neuen Busse.

Stadtrat Ernst Zülle ist ebenfalls mit einer Vielzahl von Projekten betraut, zu denen er unter anderem die Ausarbeitung des Gestaltungsplans Konstanzerstr-/Brückenstr./Grenzstrasse oder den neuen Dorfkern Kurzrickenbach zählte. «Noch nie gab es so viele Baugesuche wie dieses Jahr», berichtete Zülle vom Tagesgeschäft. Den Anwesenden erläuterte er seine Vision, mittels einer Holzbrücke, die von Klein Venedig bis zum Helvetiaplatz reicht, Touristen auf den Boulevard zu locken. Stadtrat Zülle durfte Lob für den Einsatz der Werkhofmitarbeiter entgegen nehmen.

Moderator Thomas Martens hatte den ganzen Abend leichtes Spiel: Das Publikum stellte eifrig Fragen. Exklusiv kamen die Quartiervereinsmitglieder in den Genuss von Stadthaus-Informationen (mehr dazu auf Seite 5). Stadtrat Zülle musste Fragen hinsichtlich der Verkehrssituation, besonders der Auswirkungen auf den Langsamverkehr, und möglicher Raumreserven beantworten. «Das Stimmvolk wird das Stadthaus annehmen», ist er sich sicher. «Dafür kämpfen wir bis zum Schluss.»

 

Das Wünschen die Quartiersbewohner

  • Eine bessere Beschilderung der Parkhäuser rund um den Boulevard
  • Mehr Sicherheit für Velofahrer und Fussgänger auf dem Boulevard
  • Weniger Autos auf dem Boulevard
  • Eine Ausweitung des Wochenmarkts

 

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