/// Rubrik: Region | Topaktuell

Trinkwasser in Bedrängnis

Steckborn – An ihrer jährlichen Tagung diskutierten die Thurgauer Wasserwerksleiter nicht nur über den qualitativen Aspekt des Rohstoffes Wasser, sondern auch über organisatorische Aspekte und die Erhaltung der Infrastruktur. Zu reden gaben in Steckborn auch die Schutzzonenausscheidungen sowie der Werterhalt der Anlagen.

(Bild: Archiv)

(Bild: Archiv)

Trinkwasser geniesst einen guten Ruf. Ebenfalls haben die Konsumenten ein hohes Vertrauen in ihre Trinkwasserversorgung. Auch wenn der Wasserverbrauch pro Person seit 30 Jahren rückläufig ist: Die Versorgung der Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Gemeinden. Es erstaunt nicht, dass schweizweit dafür jährlich 1,5 Milliarden Franken an Betriebs- und Kapitalkosten anfallen.

Wasserversorgungen müssen für den Spitzenbedarf ausgelegt sein. Wasserfassungen, Reservoire, Pumpwerke, Rohrleitungen, Hausanschlüsse, Hygiene – alles Kostenfaktoren einer Wasserversorgung. Zudem ist unser Trinkwasser eines der am stärksten kontrollierten Lebensmittel überhaupt. Den Weg in das kollektive Bewusstsein findet die Selbstverständlichkeit Wasser nur dann, wenn die Qualität nicht stimmt oder keines mehr aus dem Wasserhahn kommt. Um die Versorgungssicherheit auch in Zukunft garantieren zu können, müssen Wasserversorgungen ihre Infrastruktur erhalten, laufend erneuern und vorausschauend ausbauen.

Nebst der notwendigen Infrastruktur ist der eigentliche Rohstoff der Wasserversorgung, nämlich Grundwasser, Quellwasser oder Seewasser, vor nachteiligen Einwirkungen zu schützen. Die Maxime ist es, den Rohstoff ohne Aufbereitung direkt als Trinkwasser zu nutzen. Eine der wichtigsten Massnahmen zum Schutz des als Trinkwasser gefassten Grundwassers ist das Ausscheiden der Schutzzonen, einer dreistufigen Zone rund um die Wasserfassung mit gegen die Fassung hin strenger werdenden Schutz- und Nutzungsvorschriften.

Im Thurgau hat es 230 solcher Schutzzonen. Der erhöhte Nutzungsdruck bedingt eine langfristige Zusammenarbeit von Landwirten, Raumplanern, Fassungseigentümern, Wasserversorgungen, Ingenieurbüros und den zuständigen politischen Behörden. Wie die Thurgauer Wasserwerksleiter an ihrer jährlichen Fachtagung in Steckborn diskutierten, ist es zunehmend schwierig, diese Schutzzonen auszuscheiden oder deren Schutzanspruch gegenüber andern Interessen durchzusetzen. Eindringlich mahnten die Vertreter der Wasserwerke, dass Trinkwasser lebensnotwendig und dessen absoluter Schutz unabdingbar ist. Jede Störung macht sich auf den Zufluss qualitativ oder quantitativ bemerkbar.

Zunehmend zu diskutieren gibt auch die für die Versorgungssicherheit notwendige Vernetzung von Wasserversorgungen über Gemeindegrenzen hinweg. In der Diskussion wurde moniert, dass benachbarte Gemeinden in der Wasserversorgungsplanung teilweise unkoordiniert vorgehen. Immer schwieriger werde es, den Nachbarversorgungen die erforderlichen Sicherheitsoptionen garantieren zu können. Einhellig wurde eine überörtliche Koordination in der Wasserversorgungsplanung gefordert.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.