/// Rubrik: Leserbriefe

«Sportnetz» sagt NEIN zum Budget von Kreuzlingen?

Leserbrief – Verwundert habe ich die Augen gerieben, als ich heute gelesen habe, dass sich der Vorstand des Sportnetzes Kreuzlingen gegen das Budget der Stadt Kreuzlingen ausspricht. Da frage ich mich doch, mit welchem Recht der Vorstand sich in die politischen Belange unserer Stadt einmischt. (Barbara Hummel, SVP-Gemeinderätin Kreuzlingen)

Die Statuten legitimieren dazu jedenfalls nicht, da steht nämlich, dass das Sportnetz politisch und konfessionell neutral ist. Die Mehrheit des Vorstandes kann es auch nicht sein, denn fünf von acht amtierenden Mitgliedern wohnen in Bottighofen, Tägerwilen, Neuwilen oder Konstanz, bezahlen in Kreuzlingen keine Steuern und haben deshalb in Kreuzlingen auch kein Stimmrecht, mit Ausnahme der Bottighofer in Sachen Oberstufe Kreuzlingen. (Ist das eventuell der Grund, weshalb man sich an dieser Steuerfusssenkung nicht stört?)

Ich respektiere jede Meinung eines Kreuzlinger Steuerzahlers, selbst dann, wenn er nicht stimmberechtigt ist. Dass es aber immer wieder Leute aus steuergünstigen Nachbargemeinden gibt, die glauben, uns Kreuzlingern sagen müssen, was wir zu tun haben, geht mir gehörig auf die Nerven.

Die Gesetzgebung schreibt vor, dass der Haushalt der Gemeinden mittelfristig ausgeglichen sein muss. Das ist in Kreuzlingen seit längerer Zeit nicht mehr der Fall, sonst hätten wir kein Eigenkapital von knapp 87 Millionen Franken angehäuft. Nach der erfolgten Auslegeordnung ist es richtig, dem Steuerzahler etwas zurück zu geben. Ausserdem muss Schluss sein mit Steuererhebungen auf Vorrat für irgendwelche Visionen. Ich sage deshalb JA zu den Budgets 2016 von Stadt- und Schulgemeinden, immerhin ergibt dies zusammen eine spürbare Steuerfusssenkung von insgesamt sieben Prozent. Es gibt nämlich auch Familien, die freuen sich, wenn sie Ende Jahr hundert Franken mehr zur Verfügung haben.

Reaktion auf diese Stellungnahme.

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11 thoughts on “«Sportnetz» sagt NEIN zum Budget von Kreuzlingen?

  1. Spada Mirko

    Liebe Barbara
    Sport- und Kulturbauten werden auch von anderen Gemeinden benutzt und mitgetragen. Ausserdem wollen wir etwas bewegen. Zur Zeit wird in Kreuzlingen vieles verhindert. Schade!

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  2. Maria Bader

    Liebe Frau Hummel, sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich bin um die Steuersenkung sehr dankbar, weil ich dann für meine fünf Kinder etwas mehr Geld übrig habe. Was ich nicht ganz verstehe ist, warum wird diese Steuersenkung derart von der SP bekämpft, eigentlich sollte gerade diese Partei für die sozial Schwächeren einstehen.
    Ausserdem hat der Stadtrat doch selber eine Steuerfussreduktion um drei Prozent beantragt. Warum sollte ich gegen einen Antrag des Stadtrates stimmen??Unser Stadtrat wird am besten wissen, wieviel Geld im Topf ist. Nachdem die Schwimmhalle vom Volk in der Abstimmung abgelehnt wurde, wurde dadurch genug Geld frei. Auch vertraue ich darauf, dass der Stadtrat seine Hausaufgaben gemacht hat und nicht ein neues Stadthaus vorschlagen würde, ohne dessen Finanzierung bereits gesichert zu haben. Es sei denn, er ist selber nicht ganz von der Realisierung seiner Pläne überzeugt.

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    1. T. Martens

      Werte Frau Bader, was die SP umtreibt, können Sie in der Printausgabe der aktuellen Kreuzlinger Zeitung ausführlich nachlesen. In einem Pro und Contra zweier langjähriger Gemeinderäte. Reinschauen lohnt sich, es trägt zur Meinungsbildung bestens bei. Beste Grüsse, Thomas Martens

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      1. Maria Bader

        Herr Martens, vielen Dank für ihren Hinweis. Leider konnte ich diesen Artikel auf der Homepage nicht finden , sondern nur in der Printausgabe. Ich fühle mich nun noch mehr bestätigt, dass ich der Steuerreduktion zustimmen werde. Herr Rüedi bringt die richtigen Argumente.

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        1. T. Martens

          Liebe Frau Bader, wir stellen nicht alle Artikel online, haben aber die komplette Printausgabe als pdf zum Download. Viel Spass beim Lesen.

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      1. Bruno Neidhart

        ……..mit „stimmen“ ist übrigens die angedeutete Infragestellung im letzten Satz von Frau Bader gemeint. Frau Hummel (SVP) wirft weiter oben in ihrer Steuerreduktionsempfehlung in den Ring: „für irgendwelche Visionen“ sei Sie nicht zuständig. Sie setze Ihre Priorität anders. Darf Sie selbstverständlich! Es geht in der Stadt aber tatsächlich nicht nur um „Visionen“ (braucht es manchmal auch!), sondern um konkrete gesellschaftliche Aufgaben. Zum Beispiel explizit auch für: Jugend/Schule/Alter/Freizeit/Erholung/Sport u.a. Ein solches, gesamtgesellschaftliches Projekt hat man jüngst bekanntlich „demokratisch“ scheitern lassen. Und Kreuzlingen ist auch beim Stichwort „Kultur“- wie man dazu gerade dieser Tage lesen konnte (Schiesserareal)! – , ebenso eine sich kaum bewegende „Baustelle“. Man/frau muss das schon so sehen. Sonst verpasst man ein gutes Stück Zukunft „der an sich liebenswerten Stadt – leider in Tendenz, im wörtlichen Sinn zur Schlafstadt zu neigen“. Eine andere Möglichkeit: Man begnügt sich vollkommen mit dem Vorhandenen und befriedigt Bedürfnisse gesellschaftlicher, kultureller und sportlicher Art einfach mehr auswärts. Das kann durchaus auch mal nachbarschaftlich Sinn machen. Doch der unausweichliche Bezug auf andere, bei eigenem Quasi-Stillstand, kann auf Dauer aber bestimmt nicht die gescheiteste Art des politischen Denkens beanspruchen. Eher gehört dazu ein gescheites Handeln, um „vor Ort“, in eigenen Angelegenheiten also, konkret auf die Zukunft hin etwas zu bewegen, um so verstärkt ein eigenes Stadtprofil zu zeigen – nach innen und nach aussen. Mit „eigenem Profil“ ist – damit es zu keinen Verwechslungen kommt! – , definitiv „weniger“ die CH-TV-Szene am Seeufer gemeint. Es müsste eigentlich schon noch mehr kommen. Wann denn?

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    2. schiesser

      Liebe Frau Bader, wenn ich mir die heutige (Freitag, 20.11.) Thurgauer Zeitung anschaue, dann begreife ich die SP schon viel besser. Da gibt es nämlich einen SVP-Vorstoss, die Sozialausgaben der Stadt zu senken (über eine veränderte Zusammensetzung der zuständigen Kommission). Das aber würde vor allem die sozial Schwächeren treffen. Und sobald die Einnahmen der Stadt sinken – beispielsweise durch eine Steuerfuss-Reduktion – wird der Druck steigen, eben diese Sozialausgaben zu vermindern – die Stadt hat dann ja weniger Geld. Ich gebe zu, dass die SVP es heute geschafft hat, mich von den Argumenten der SP gegen die Steuerfuss-Senkung zu überzeugen.

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      1. Maria Bader

        Geehrte Frau Schiesser, wenn ich sie richtig verstanden habe, zielen sie auf die Motion der FDP/EVP –Fraktion ab ( leider kann man den Artikel nur in der Printausgabe und nicht auf der Homepage der Kreuzlinger Zeitung lesen). Sie befürchten, dass durch diese Motion die Sozialhilfe gekürzt werden soll. Von all dem kann ich aber in dem Artikel nichts lesen. Ich verstehe es vielmehr so, dass der Gemeinderat in Zukunft die Mitglieder der Sozialhilfekommission wählen soll, damit verschiedene politische Strömungen mit einfliessen können. Sollte die Sozialhilfekommission zur Zeit eher SP lastig sein, ist es ja logisch, dass die SP auch keine Steuerreduktion möchte. Das Schöne an der Demokratie ist, dass viele verschiedene politische Strömungen zur Meinungsbildung und Entscheidungen beitragen, so dass es zu einer gerechten Handhabung/ Verteilung oder Einsparung u.a. meiner Steuer führt.

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        1. schiesser

          Sehr geehrte Frau Bader, in dem Artikel – in beiden Lokalblättern – wird angeführt, der Auslöser für den FDP/EVP-Vorstoss mit SVP-Unterstützung seien die hohen Sozialhilfekosten und die „Anfrage der FDP/EVP-Fraktion zielt auf eine Verbesserung der «Prozesse und Verfahren» ab, nach denen Menschen in Not heute staatliche Unterstützung erhalten.“ Im Klartext heisst das doch: das jetzige Verfahren und der jetzige Zustand werden als schlecht betrachtet – sonst müsste man ihn ja nichrt „verberssern“ wollen. Die Fragestellung im Vorstoss von Herrn Salzmann „wie lange Sozialhilfedossiers im Bestand sind“ wiederum heisst übersetzt: Wie lange beziehen diese Menschen Sozialhilfe? Und „im Visier hat er ausserdem die Ausgaben der letzten Jahre für Integrationsmassnahmen“ bedeutet kaum, er vermute, diese seien zu tief – zumindest wäre das von Seiten der FDP etwas völlig Neues. Kurz: Bei der gewünschten Umgestaltung der Kommission geht es vor allem darum, Sozialhilfe- und Integrationsaufwendungen zu senken. Das erreicht man normalerweise eher mit SVP und FDP als mit SP und Grünen. Und um zur Frage der Steuersenkung zurück zu kommen: Je weniger Geld im Stadtsäckel ist, desto grösser wird der Sparzwang.

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          1. Maria Bader

            Geehrte Frau Schiesser, daher sind wir ja alle froh, dass das neue Hallenbad vom Volk abgelehnt wurde. Weil es gibt wichtigere soziale Projekte als eine neue Schwimmhalle für Wettkampf und Spitzensportler. So bleibt für Familien und sozial Schwächere mehr Geld übrig!

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