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Wohnen statt wirten

Kreuzlingen – Ein Haus sticht aus dem Kreuzlinger Boulevard heraus wie kein anderes, allerdings im negativen Sinn. Die Rede ist vom ehemaligen «Restaurant Grünau» am Helvetiaplatz.

Das Haus «Grünau soll renoviert werden. (Bild: Thomas Martens)

Das Haus «Grünau soll renoviert werden. (Bild: Thomas Martens)

Hier fällt sofort das alte, verlassene und heruntergekommene Gebäude mit schäbiger Fassade ins Auge – bislang kein Aushängeschild für die Kreuzlinger Geschäftsmeile.

Eine schöne Stadtwohnung
Doch das soll sich jetzt nach vielen Jahren ändern. Architekt Markus Amstutz aus Neuwilen mit Büro in Kreuzlingen plant als Bauherr das Gebäude für rund 800000 Franken vollumfänglich zu sanieren. «Die damalige gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss wird aufgehoben, künftig sollen die sanierten Räume als Wohnraum dienen, eine grosszügige Stadtwohnung ist angedacht», so Amstutz in seinem Baubeschrieb, der dem aktuellen Baugesuch (öffentliche Auflage bis zum 14. Dezember), beiliegt.

Auf Anfrage wollte sich Amstutz noch nicht zu seinem Vorhaben äussern, lässt aber im Baubeschrieb wissen, dass das Erscheinungsbild mit der Fensterstruktur, dem Schriftzug «Restaurant Grünau» und der Dachform mit den kleinen Dachhäuschen bestehen bleiben soll. Auch das verzierte schmiedeeiserne Dachterrassengeländer will Amstutz erhalten und mit einem schlichten Aufsatz lediglich für Absturzsicherheit sorgen.

Für die neue Nutzung sollen die beiden Eingangstüren zur Hauptstrasse hin aufgehoben und die zwei erdgeschossigen Fenster an der Nordseite zu Fenstertüren umgebaut werden. Im ungenutzten «WC-Haus»-Anbau will Amstutz einen Lift unterbringen, der neben einer Treppe die vier Wohngeschosse erschliessen soll. Um dem Bedürfnis nach einem privaten Aussenraum gerecht zu werden, soll die Dachterrasse genutzt und mit einem leichten Aufbau ergänzt werden. Entsprechende Visiere stehen bereits.

Stadtrat ist voll des Lobes
Architekt Amstutz verfügt über reichlich Erfahrung bei der Sanierung von alten Gebäuden. So wirkte er unter anderem kürzlich bei der Restaurierung des Altbaus vom Museum Rosen­egg mit. «Der Stadtrat freut sich immer, wenn Private ihre alten Liegenschaften sanieren und – wie in diesem Fall – die wertvolle historische Substanz erhalten», so Stadtpräsident Andreas Netzle auf Anfrage.

Die «Grünau» sei ein städtebaulich bedeutendes Gebäude an der Kreuzlinger Hauptstrasse, markiert es doch den nördlichen Eingang zum Boulevard. Netzle sieht in Mitbesitzer und Architekt Markus Amstutz einen «Garant dafür, dass die Renovation des alten Gebäudes fachgerecht und qualitätsvoll erfolgt».

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One thought on “Wohnen statt wirten

  1. Bruno Neidhart

    Die Bereinigung der „Schande vom Helvetiaplatz“ ist die eine, gute Sache. Die andere: Eine Neugestaltung dieser zentralen Stadtecke am Schnittpunkt einer möglichen fuss- und radgängigen Verbindung zwischen Innenstadt und See – zumindest mal planerisch, bietet sich bei dieser Gelegenheit vehement an. Die Verbindungsmöglichkeit mittels eines attraktiven Stegs, welche den Charakter einer Stadt am See hervorzuheben vermöchte, gleichzeitig das „Zentrum“ besser erschliessen würde, ist eigentlich bereits ein altes Projekt. Es tauchte mal überraschend in einem schönen, leider nicht realisierten Entwurf zur Gestaltung der oberen Bahnhofstrasse ab Helvetia als „Nebenprodukt“ auf. Die Verbindung Helvetia-See ist auch unter dem Aspekt des nahen, zukünftigen Kulturzentrums „Molki“ zu beurteilen. Zur „Schande“ wäre nebenbei zu bemerken, dass zwischen Löwen und Kirchstrasse ein ganzes „Neverland“ diesen Titel ebenso verdienen würde – seit unendlich vielen Jahren bereits! Da hätte sogar ein, grosser, zentraler Busbahnhof platz!

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