/// Rubrik: Polizeimeldungen | Topaktuell

Es war Mord

Illighausen/Lausanne – Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines vom Thurgauer Obergericht verurteilten Peruaners abgewiesen. Er hat mit einem Küchenmesser Mord an seiner Partnerin begangen und das gemeinsame Kleinkind verletzt.

(symbolbild: Sergej23  / pixelio.de)

(Symbolbild: Sergej23 / pixelio.de)

Aus dem Urteil des Bundesgerichts geht folgender Sachverhalt hervor: Am 14. Oktober 2010 um ca. 20 Uhr kam es zwischen dem Peruaner L.B. und seiner Partnerin G.H., die den bald sechs Monate alten gemeinsamen Sohn C.H. auf dem Arm trug, in der Küche ihrer Wohnung in Illighausen zu einem verbalen Streit. Dieser nahm an Intensität zu, wobei sich beide Partner eines Messers behändigten. Der Mann stach mit dem Messer kraftvoll auf seine Partnerin ein, welche ihm zuvor leichte Verletzungen an der Hand zugefügt hatte. Als sie mit dem Kind auf dem Arm über das Wohnzimmer ins Freie flüchtete, liess der Peruaner das verbogene Messer auf den Küchenboden fallen, nahm ein zweites Messer, verfolgte die fliehende und um Hilfe rufende, holte sie ein und stach, auch als diese bereits am Boden lag, weiter kraftvoll zu, bis sie tot war. Danach fügte er sich Verletzungen am Hals sowie – mit grösster Wahrscheinlichkeit – auch in der Bauchgegend zu und legte sich neben seine Freundin auf den Boden. Das Baby wurde im Verlaufe des Vorfalls mehrmals vom Messer getroffen.

Das Bezirksgericht Kreuzlingen verurteilte L.B. in erster Instanz wegen vorsätzlicher Tötung zu 15 Jahren Freiheitsstrafe. Die Staatsanwalt zog das Urteil weiter. Das Obergericht gab ihr Recht und stufte das Vergehen als Mord ein. Der angeklagte L.B. argumentierte, dass er während der Untersuchung nie mit dem Vorwurf des Mordes konfrontiert worden sei, sondern immer nur die Rede vom «Tötungsdelikt vom 14. Oktober 2010» war. Der Beschwerdeführer sah darin eine Verletzung seines rechtlichen Gehörs und eine Verhinderung einer wirksamen Verteidigung. Er sei wegen Totschlags mit maximal acht Jahren Haft zu verurteilen. Einer Argumentation, welche das Bundesgericht nicht folgte und das Mordurteil bestätigte.

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