/// Rubrik: Leserbriefe

Parkhaus am See

Leserbrief – Sind denn in Kreuzlingen der Gemeinderat und Stadtrat von allen guten Geistern verlassen? (J. Weidemann, Kreuzlingen)

Wie kann man auf dieser Parzelle am See ein Parkhaus bauen ? Will man nun auch noch die letzten Kunden vom «Boulevard» weg locken, hin zum Lago nach Konstanz ? Ich wünsche mir als Kreuzlinger Bürger, dass das Kapitel Parkhaus am See in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Wo sind die Ladenbesitzer von Kreuzlingen? Hat die Stadt Kreuzlingen es nötig, mit dem Baurecht den «Geldbeutel» zu füllen, wenn gleichzeitig über eine Steuersenkung abgestimmt wird ?

Nein und nochmals Nein zu diesem Bauvorhaben.

 

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2 thoughts on “Parkhaus am See

  1. Bruno Neidhart

    Grundsätzlich glaube ich nicht, dass ein Zusammenhang besteht zwischen „den letzen Kunden vom Boulevard“ (J. Weidemann), dem geplanten Hafenparkhaus, sowie dem „Lago“-Einkaufszentrum. Warum der „Boulevard“ nicht „läuft“, hat viel auch mit jahrelang verpassten Gelegenheiten zu tun, nicht nach einem „Masterplan“ in Architektur, Aussenraumgestaltung, Gewerbe, Kultur, Tourismus, Behörde, usw., stadtkreativ auf die Neuzeit geantwortet zu haben. Natürlich hat das „Frankenwursteln“ der Nationalbank den Hauptstrasse-Negativtrend verstärkt. Aber dieser Trend war doch schon vorher erkennbar! Darum bekam das Kind „Hauptstrasse“ ja auch einen neuen Namen aufgesetzt. Nur reicht eine neue Benennung eben wenig. Die Umgestaltung der Hauptstrasse fand in der jüngeren Vergangenheit nicht gerade mittels eines gehobeneren Kreativitätsschubes statt. Selbst die Baumwahl – anspruchslose, aber kronenmässig wenig attraktive Gleditschien – , ist suboptimal. Es ist ein Baum, der gerne an simple Ausfallstrassen gesetzt wird. Der Art fehlt nun mal die klassische „Fülle einer Krone“, wie sie für einen Innenstadtbereich prägend sein kann – und sollte (man denke etwa an Linden oder Platanen. Letztere gedeihen sogar im Grossstadtklima).
    Auch für das Hafenparkhaus fehlt, um auf den Einschub von Herrn Weidemann zurück zu kommen, ein „Masterplan“, wie denn das gesamte Gebiet Klein Venedig in den kommenden Jahren in Stufen zu entwickeln sei. Wenn nur das Parken auf dem grobgekiesten Hafengelände zu entfallen hat, ist das wenig, um dafür ein Parkhaus zu erstellen. Wenn sich hingegen hier z.B. viele sportliche Belange für die kommenden 30 und mehr Jahre konzentrieren sollten, so macht ein Parkhaus Sinn (Es müsste dann allerdings grösser konzipiert sein). Nach der gestrigen Abstimmung herrscht aber wohl ein konstruierter Stillstand in Sachen „erstgemeinter Projekte“ für den Sport ganz allgemein. Es ist auch in jüngster Zeit, „als man sogar deutlich zu viel Geld hatte“ – murmelten Gemeinderäte! – , bekanntlich eine Gelegenheit demokratisch davon geschwommen. So oft erscheint eine solche in einem Gemeinwesen nicht. Selbst in einer nach wie vor vergleichbar reichen Stadt! Es existiert zwar erstaunlicherweise eine riesige Eishalle (für 5-6000 Zuschauer konzipiert!). Doch die laufende Zweckentfremdung der Halle ist markant (Immerhin hatte man damals anscheinend noch gehörigen Mut für Grösseres!). Dann haben wir – um spontan mal drei weitere Sportarten zu nennen – , einen tüchtigen Tennisklub im Osten der Stadt. Doch seine u.a. erwähnenswerten Weltranglisten-Tourniere bräuchten auf Dauer zumindest einen adäquateren, zuschauerfreundlicheren „Aussenplatz 1“, sowie eine entsprechende Halle. Und dem Fussballklub täte ein weiteres, qualitatives Aufpolieren seiner hübschen „Arena“ – viel in Eigenregie! – wirklich gut. Zuletzt der derzeit erfolgreichste Verein der Stadt – der Schwimmklub: Seine eingeschränkten Winteraktivitäten entsprechen nun mal nicht seinen sportlichen Qualitäten. Da geht winters viel Potential verloren. Es ist anzumerken, dass alleine die drei Klubs auch eine bemerkenswerte, breite Jugendarbeit leisten. Diese Arbeit braucht sowohl „sportliche Vorbilder“, als auch Wettkampfstätten, die ein gewisse Niveau in sich tragen. Und wenn dann solche Sportstätten allgemein dazu dienen, um sich von der Jugend bis hin zum Alter sportlich äussern zu können, sei es aktiv oder auch nur zuschauend (!), so wirken diese Orte überaus integrierend in die Gesellschaft. Die Stadt hat viel zu tun. Die Vereine schaffen es alleine nicht. Die gesamte Sportgemeinde sollte daher, wie es so schön heisst, kräftig „am Ball bleiben“ (auch wenn es nicht zu jedem Sport einen Ball braucht!).

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