/// Rubrik: Leserbriefe

Spartipps für Kreuzlingen

Kreuzlingen – Das Ja-Resultat zur Steuersenkung von vier Prozent bei der Stadt Kreuzlingen war eindeutig. Der Trend der letzten Abstimmungen (Nein zum Hallenbad und um Busbahnhof, etc.) zeigen deutlich auf, wohin die Reise gehen soll. (Mirko Spada)

Man möchte lieber eine Durchschnittstadt sein, wo Sicherheit und Ruhe sehr wichtig sind. Innovationen im Bereich Kultur, Sport und Wirtschaft sind in Kreuzlingen nicht mehr gefragt. Das übernimmt z.B. lieber die Stadt Romanshorn. Ich akzeptiere diesen Entscheid und somit kommen mir automatisch noch weitere Ideen, wo man sparen könnte. Die Mitgliederzahl im Gemeinde- wie auch Stadtrat könnte erheblich reduziert werden, denn zukunftsgerichtete Strategien und Visionen braucht es ja offenbar nicht.

Eine gut funktionierende und starke Verwaltung reicht vollkommen aus. Die Stadt baut ihre Parkhäuser selber und erzielt somit saftige Gewinne mit Tourismus und Bussen. Das neue Stadthaus können wir uns sparen. Wir haben genug leerstehende Gewerbeflächen hier in Kreuzlingen, die auf solvente Mieter wie die Stadt warten. Wir könnten in ein paar Jahren somit Bottighofen oder Salenstein in Bezug auf den Steuerfuss bald einholen und somit noch mehr Einwohner nach Kreuzlingen holen. Den schönen Boulevard könnte man in eine lukrative Wohnstrasse mit 20er-Zone umbauen und somit müsste man die Strassenevents nicht mehr mitfinanzieren. Wäre doch ein tolles Ziel für Kreuzlingen und so nebenbei würde sich Konstanz noch mehr auf uns freuen.

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4 thoughts on “Spartipps für Kreuzlingen

  1. Alexander Salzmann, FDP Bezirkspräsident

    Zynismus und Frust sind schlechte Ratgeber. Demut vor dem Volk wäre angebrachter, selbst dann, wenn man mal mit der Mehrheitsmeinung hadert.

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  2. Spada

    Und wieder liegen Sie daneben, Herr Salzmann!
    Wie schon oft! Sie interpretieren es so, wie Sie es wollen. Ich habe ja geschrieben, dass ich es akzeptiere. Darf ich nun nicht weiter denken? Oder ist das Denken in der Stadt nur den Gemeinderäte überlassen?
    Es gibt grosse Gemeinden, die eine sehr schlanke Struktur im Parlament und in der Exekutive haben. Die Stadt Kreuzlingen war früher innovativ. Im Moment ist sie es nicht mehr. Es gibt über 3000m2 leerstehende „teure“ Flächen. Das Stadthaus ist bereits jetzt sehr stark umstritten. Usw. Gemeinderat und Stadtrat sind bei der Schwimmhalle und beim Busbahnhof gescheitert. Das Volk hat anders entschieden.

    Lieber Herr Salzmann. Ich bin jeden Tag irgendwo in Kreuzlingen unterwegs. Mehrere Stunden pro Tag. Ich sehe leider mehr, als es Ihnen lieb ist. Vielleicht nehmen Sie sich einmal die Mühe, unters Volk zu gehen und sehen die Probleme, die wir hier in der Stadt haben. Z.B. habe ich Sie bei der Präsentation zur Belebung des Boulevards nicht angetroffen. Sie sagen Nein zur Schwimmhalle und machen dann nichts mehr … ausser Sie finden eine Traglufthalle sehr sinnvoll (das ist doch auch eine Art Zynismus). Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich aktiv für die Stadt Kreuzlingen einsetzen könnten. Sie würden dann auch viel mehr sehen. Wir brauchen kreative, mutige und innovative Menschen, die etwas bewegen wollen. Als ehemaliger Leistungssportler habe ich selber erleben können, dass man immer wieder an die Grenzen gehen muss, damit man besser werden kann. Als Gründer der NET habe ich ständig erleben müssen, dass ich so etwas nicht aufbauen kann, weil ich nicht gut schreiben kann. Zum Glück habe ich nicht auf solche Pessimisten gehört. Und jetzt sind wir die einzige Oberstufenschule in der Schweiz mit dem höchsten Swiss Olympic Label. Ich respektiere Querdenker und ich bewundere Menschen, die etwas bewegen wollen mit Taten und lösungsorientierten Ansätzen. Innovation gehört zum Leben. Nur Gut sein genügt nicht mehr. Nur Durchschnitt bleiben wollen, ist auf die Dauer nicht gut. Nur Nein sagen und nichts bewegen, ist fatal. Ich will hungrig und ein wenig „Verrückt“ sein. Was haben Sie konkretes für die Stadt Kreuzlingen gemacht? Ich lebe diese Stadt mit dem Herzen und ich sage, was man machen könnte und ich werde es weiterhin tun und in Kauf nehmen, dass ich belächelt werde. Übrigens – Lachen ist immer gut :).

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  3. Bruno Neidhart

    Nun liegt Herr Sparda zumindest insofern nicht ganz falsch, in dem er etwa den – knappen! – Entscheid zum Bau eines neuen, von sehr vielen als eine notwendig erachtete, auf Gesundheit und Sport von Jung bis Alt ausgerichtete Erweiterung „Egelsee“ quasi in den Rahmen des „Kreuzlinger Sparens“ zu stellen versucht. Gar manche „Beobachter“ liefen damals geradezu heiss mit der propagierten Feststellung, ein positiver Entscheid hätte eine Steuererhöhung zur Folge. Diese Sicht ist nachträglich bekanntlich als „politisch geplatzt“ einzuordnen. Wenn viele gerne weniger Steuern bezahlen, ist das nicht zu kritisieren. Damit muss aber überhaupt nicht verbunden sein, dass den individuell Steuerbeglückten bestimmte Investitionen in die Gesellschaft nun grundsätzlich abhanden gekommen wären. Darauf macht schon der Abstimmungsvergleich „Hallenbad – Steuerreduktion“ aufmerksam. Ohne viel Demoskopie ist die Ansicht wohl nicht ganz falsch, dass manche damalige Hallenbadbefürworter nachträglich nun einfach mal die Gelegenheit nutzten, sich individuell für eine Steuerreduktion auszusprechen. „Gemeinwohl“ kann allerdings auf Dauer nur dann gut funktionieren – sagt man! – , wenn dem Individuellen auch ab und zu Gemeinsamkeit folgt. Insofern ist längst nicht aller Tage Abend, wenn es um Investitionen in die Gesamtgesellschaft geht – z.B. gerade bei Sport und Kultur! Kreuzlingen hat nach wie vor die erfreuliche Kapazität dazu, entsprechende Investitionen zu tätigen. Das ist der Stand.
    Politisch auf längere Sicht problematischer dürfte sich das prozentuale Desinteresse vieler „Wahlbevollmächtigter“ auch – oder gerade – im Zusammenhang mit dem derzeit rechtlich nicht zu ändernden Umstand erweisen, dass dadurch insgesamt nur eine sehr begrenze Einwohnerzahl die Geschicke der multipolaren Stadt bestimmt. Der Begriff „Demut vor dem Volk“ (A.S.) bekommt dadurch einen etwas seltsamen Drall, auch wenn er demokratisch-funktionell durchaus gesetzlich abgesichert ist (Was ja wohl auch Herr Sparda nicht bezweifeln dürfte).
    Zum letzteren Satz – der etwas „konfusen Reaktion“ – von Herrn Sparda auf jüngste Wahlereignisse: Nun, Konstanz wird sich tatsächlich noch lange „auf uns freuen“! Die Stadt ist eben zu einem veritablen regionalen/überregionalen Zentrum geworden (war sie übrigens bereits schon mal im Mittelalter!). Oder besser: Wir hier, am See-Ende, auf Schweizer und auf Deutscher Seite, haben uns entsprechend – zumindest nach der Einwohnerzahl – gemeinsam erfolgreich entwickelt, sind rundum, zusammen mit darin involvierten Vorortsgemeinden auf 120’000 Bewohnern angewachsen. Ist doch o.k.! Da ist Potenzial. Und die Entwicklung „an der Grenze zur EU mit Autobahnanschluss“ geht wohl weiter. Jede damit verbundene Gemeinde hat dennoch an ihrem eigenen Profil zu arbeiten. Dass sich diese „Profile“ manchmal überschneiden, ist früh zu beachten und ggf. darauf zu reagieren. Besonders gewerblich. Kreuzlingen kann derzeit „in manchen Fällen“ Konstanz nicht einfach kopieren, um erfolgreich sein zu wollen. Kreuzlingen muss sich mit anderen Stärken hervortun. Das geht zukünftig nicht ohne betreffende Investitionen, um sich im regionalen/überregionalen Rahmen deutlicher zu profilieren. Das wiederum färbt positiv auf viele Aktivitäten innerhalb der Stadt ab. Welche Investitionen das letztlich sein sollten, ist entscheidend. Eines scheint umgekehrt klar zu sein: Profil losigkeit schafft Raum für andere Mitbewerber im Spiel der Kräfte zwischen Gemeinwesen. Gerade innerhalb einer Region!

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  4. Spada

    Lieber Herr Neidhart
    Schade, dass man Sie nicht wählen kann. Das habe ich schon vor ein paar Monaten schon geschrieben. Sie könnten ein tolles Mitglied für die Stadtregierung sein! Und das meine ich sehr ernst.
    Lieber Gruss
    Mirko Spada

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