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Gemeinde Tägerwilen senkt Steuerfuss

Tägerwilen – Die Tägerwiler Gemeindeversammlung senkte am Dienstagabend den Steuerfuss für das Jahr 2016 um zwei auf 35 Prozent. Die Budgets der Politischen Gemeinde, des Wasserwerkes, des Elektrizitätswerkes und des Wärmeverbundes wurden genehmigt.

Gemeindehaus_TaegerwilenOhne Gegenstimme genehmigten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ein unauffälliges Gemeinde-Budget für 2016. Es schliesst mit einem Minus von 81’500 Franken, das aus der Steuerausgleichsreserve gedeckt wird. Wasserwerk (+66’500 Franken) und Elektrizitätswerk (+4500 Franken) haben fürs kommende Jahr ein Plus veranschlagt. Die Budgets wurden ebenso genehmigt wie das des Wärmeverbunds, welches mit einer Nullrunde rechnet.

Keine Diskussionen benötigte die Strassen- und Werksanierung der Castellstrasse auf 800 Metern Länge. Dafür sprach die Gemeindeversammlung einen Kredit von 2’189’000 Franken. Die Arbeiten werden an einem Teilstück ab Einlenker Bahnhofstrasse bis Höhe Fohrenbühlstrasse durchgeführt.

Insgesamt sechs Einbürgerungen genehmigten die Stimmbürger ausserdem.

Moderne Abfallentsorgung
Dann informierte Gemeindepräsident Markus Thalmann noch zur Einführung von Halb- und Unterflurcontainern sowie Containern mit 800 Litern Fassungsvermögen. Zwei Container gibt’s schon in Tägerwilen. Derzeit laufen Abklärungen, um das System im südwestlichen Gemeindegebiet fortzusetzen. Bei Bauvorhaben sollen diese Anlagen obligatorisch installiert werden, am besten Unterflurcontainer. Die neuen Abfallbehälter sollen für 60 bis 70 Wohneinheiten genügen; bei flächendeckender Einführung für 50 Wohneinheiten. Mehr als 250 Meter soll keiner bis zu einem solchen Punkt zurücklegen müssen. Die blauen Punkte sollen dereinst nur noch der Grüngutentsorgung dienen.

Aussiedlung Schwihag/Ammann
Auch zur Ortsplanung informierte der Gemeindepräsident. Thalmann stellte den Gestaltungsplan «Härtler West» vor, der noch bis 14. Dezember öffentlich aufliegt. Im Weiteren konnte er den Stimmbürgern betreffend der Aussiedlung der Schwihag AG (wir berichteten) Neues mitteilen. Um diese zu beschleunigen, hat das Unternehmen ein Baugesuch an der Konstanzerstrasse eingereicht, wo es seit rund zehn Jahren Land besitzt. In diesem Gemeindegebiet ist der Baugrund für grosse Lasten schlecht. Die Firma Ammann AG prüft zur Zeit, ob trotz schwieriger Bodenverhältnisse eine Aussiedlung an die Konstanzerstrasse möglich ist.

Info zum Asylwesen
Gemeinderätin Brigitte Seger informierte über das Tägerwiler Asylwesen. Aktuell 17 Personen aus Eritrea, Somalia, Afghanistan, Syrien, Mali und dem Irak leben derzeit in Tägerwilen. Vier von diesen sind Wäldi zugeteilt, werden aber von Tägerwilen untergebracht und von Wäldi proportional entschädigt. Die Asylcontainer, welche seit 2013 bestehen, haben sich bewährt, beurteilte Seger. Sie wurden dieses Jahr aufgestockt, was mehr Privatsphäre für die Bewohner bedeutet. Tägerwilen habe damit seinen Sollbestand nach dem Verteilschlüssel des Kantons erfüllt. Betreut werden die Flüchtlinge von Markus Geiger.

Die Integration der Flüchtlinge gestalte sich jedoch mitunter schwierig. Daran sei unter anderem die fehlende Schulbildung schuld, aber auch, dass zu wenige Hilfsarbeiterjobs von Arbeitgebern angeboten werden. Komplizierte Vorschriften seitens Bund und Kanton erschwerten die Situation.

So leisten die Flüchtlingen vor allem gemeinnützige Arbeit, etwa im Wald der Bürgergemeinde oder beim Fetzeln. Nur wer arbeitet, bekomme Deutschunterricht, erklärte Gemeinderätin Seger. Die Gemeinde erhält 45 Franken pro Kopf und Tag vom Kanton und muss damit alle anfallenden Kosten (Unterkunft, Krankenkasse, Zahnarzt, etc. ) begleichen. Die Asylsuchenden erhalten von diesen 45 Franken pro Tag acht Franken für den Lebensunterhalt, d.h. vorallem für Essen.

Seger berichtete auch von den «Rosinen»: So arbeite ein Flüchtling aus Afghanistan neben der Schule in einer Autogarage. Ziel sei die Anlehre ab August 2016. Ein Flüchtling aus Mali erlangte Deutschkenntnisse auf B1-Niveau.

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