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Neuer Anlauf für Schwimmhalle

Kreuzlingen – Sowohl Schule als auch Kanton haben Ausgaben geplant um ihre Bäder zu sanieren. Im Finanzplan der Stadt Kreuzlingen stehen gar 21 Millionen für eine Schwimmhalle bereit. Jetzt kommt alles in einen Topf, um gemeinsam die Sanierung und Erweiterung des Egelsee-Bads voranzutreiben.

Schulpräsident René Zweifel (2.v.l.) mit (v.l.) Stadtpräsident Andreas Netzle, Stadträtin Dorena Raggenbass, René Walther (Regionalplangsgruppe Kreuzlingen), Stadtrat Ernst Zülle und Sportchef Thurgau Peter Bär. (Bild: sb)

Schulpräsident René Zweifel (2.v.l.) mit (v.l.) Stadtpräsident Andreas Netzle, Stadträtin Dorena Raggenbass, René Walther (Regionalplangsgruppe Kreuzlingen), Stadtrat Ernst Zülle und Sportchef Thurgau Peter Bär. (Bild: sb)

«In einem Jahr ist das Siegerprojekt definiert und heute in zwei Jahren können wir abstimmen», gab Schulpräsident René Zweifel am Donnerstagmorgen bekannt. Durch seine Initiative kam die breite Abstützung des Projekts zustande.

«Wir hätten das Projekt auch alleine weiterverfolgt. Denn das Bedürfnis ist vorhanden. Dem Stimmvolk war das ursprüngliche Projekt aber zu aufwändig», erklärte Stadtammann Andreas Netzle anlässlich der Veröffentlichung des Vorhabens. Im Finanzplan der Stadt sind deswegen 21 Millionen bereitgestellt, voraussichtlicher Bedarf: ab 2020. Das wäre für eine Beteiligung des Kantons aber ein zu langer Zeithorizont gewesen, so Netzle.

Jetzt soll’s Dank Schulpräsident Zweifel schneller gehen. Er erreichte eine Verlängerung der Frist beim Kanton. Und die Schule sagte der Stadt Kreuzlingen die Beteiligung zu.
«So ist die Trägerschaft nun auf drei Schultern verteilt», erklärte Stadträtin Dorena Raggenbass. Das gelte auch für den Betrieb. Bei den Planungen können man indes auf Grundlagen zurückgreifen, die noch vom ursprünglichen Projekt vorhanden sind. Statt eines 50-Meter-Beckens soll das neue Bad eine Länge von 33 Metern bekommen. Die Breite von 25 Metern bleibt gleich.

«Es handelt sich um eine neues, kleineres Projekt, weswegen wir auch einen neuen Architekturwettbewerb durchführen müssen», betonte Stadtrat Ernst Zülle. Zülle sprach von einem «Zweckbau», der kostengünstig zu stehen kommen soll. Da bereits für einen grösseren Bau die Baubewilligung erteilt wurde, sei es baurechtlich gesehen einfacher.
«Ich habe die Initiaitive ergriffen, weil das Egelsee-Bad sowieso saniert werden muss», erklärte Schulpräsident René Zweifel. 4,5 Millionen Franken sind dafür ab 2017 vorgesehen.  Das Gleiche gilt auch für das Bad des Kantons in der Pädagogischen Maturitätsschule. Warum also nicht zusammenspannen und so die Wasserfläche erhöhen? «Es wäre doch Unsinn, wenn die öffentliche Hand Geld ausgibt für zwei Bäder und alles bleibt, wie es ist», so Zweifel. Eine alleinige Sanierung des Egelsee-Bads hätte zudem eine Erweiterung für immer ausgeschlossen, ist er überzeugt.

«Überraschend schnell», so Zweifel, habe er dann eine schriftliche Zusage des Kantons für die Beteiligung am Projekt bekommen. «Die Bedingung war aber, bis 2017 einen Volksentscheid herbeizuführen.»

500’000 Franken für Planung
Um die Terminvorgabe einhalten zu können, werden die Planungskredite durch die Exekutive gesprochen. Den Architekturwettbewerb finanziert die Schulgemeinde mit 200’000 Franken, 100’000 Franken kommen aus dem Topf des Sportfonds Thurgau. Noch einmal soviel gibt der Kanton für die Überarbeitung des Siegerprojekts. Die Stadt Kreuzlingen trägt mit weiteren 100’000 Franken zur Planung bei.

Zwei Abstimmungen geplant
Im 2017 soll dann separat abgestimmt werden. Die Sekundarschulgemeinde Kreuzlingen entscheidet über die Sanierung, während die Politische Gemeinde Kreuzlingen über die Erweiterung des Egelseebads befindet.

Vom Kanton Thurgau sind neben den Planungskosten insgesamt 3,5 Millionen Franken schriftlich zugesichert, teilte Peter Bär, Chef des Sportamts Thurgau mit. René Walther, Präsident der Regionalplanungsgruppe Kreuzlingen – einem Zusammenschluss aller 14 Gemeinden im Bezirk –, ist sich sicher: «Das Bad wird die Lebensqualität der Menschen im Bezirk Kreuzlingen erhöhen.» Es gelte nun, auch die Aussengemeinden möglichst früh mit ins Boot zu holen.

Das Kostendach beträgt insgesamt 28,2 Millionen Franken. Diese teilen sich auf in maximal 20 Millionen Franken von der Stadt Kreuzlingen, 4,5 Millionen von der Kreuzlinger Sekundarschulgemeinde und 3,7 Millionen Franken vom Kanton. Die Verantwortlichen wollen ein deutlich kostengünstigeres Projekt haben, als das, welches 2014 abgelehnt wurde. Eine Erweiterung und Sanierung war damals für 32 Millionen Franken veranschlagt.

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3 thoughts on “Neuer Anlauf für Schwimmhalle

  1. Bruno Neidhart

    Der neue „Anlauf“ würde dann mehr Sinn machen, wenn im Wesentlichen auf das in der Abstimmung recht knapp verworfene, konzeptionell durchdachte Projekt zurück gegriffen wird: Dieses Projekt bezog sich bekanntlich auf ein 50-Meter-Becken! Auf Dauer dient nun mal der erklärten „Sportstadt“ am Besten eine solche Wettkampf-Beckengrösse sowohl für allgemein schulische, sportschulische, wie auch besonders für vereinsorganisierte Aktivitäten, sofern – neben anderen Badebedürfnissen – Schwimmsport ernsthaft auch im Winter intensiv betrieben werden soll (50 Meter als internationales Standardmass). Mit der Idee, ein vorgesehenes Bad einfach auf 33 Meter zu kürzen, wird mit „billiger“ gespielt. Im Nachhinein erweist sich bei Kompromissen „billig“ jedoch allzu oft als Fehlgriff, sowohl in der qualitativen Ausführung, als auch – und besonders – konzeptionell. Das 33er-Projekt bietet entsprechend deutlich weniger Möglichkeiten, als es die nicht allzu grosse Kostendifferenz zum „50er-Bachab-Projekt“ ausmacht. Was politisch in diesem Zusammenhang grundsätzlich erstaunen muss ist, dass beim vergleichbaren 50er-Projekt in Uster – bei ganz ähnlicher Positiv-Negativ-Argumentation eines „Für oder Gegen“, wie im Internet zu lesen ist! – die Stimmbürger/-bürgerinnen mit gloriosen 71.4 Prozent „Ja“ deutlich den umfänglichen Sinn einer solchen Anlage erkannten. Kreuzlingen erkannte ihn nicht. (Wäre mal ein lohnendes Forschungsgebiet für einen Politologen, die Abstimmungs-Motivationsunterschiede beider Städte heraus zu arbeiten, was diese divergierenden Resultate vielleicht erklärbarer machen könnte).
    Will man „Schwimmen an sich“ in Kreuzlingen nicht auf die gleiche Art erfolgreich fördern, wie beispielsweise in Uster, so stellt sich schon die Frage, ob es dann nicht sinnvoller wäre, ein „ganz lockeres, multifunktionelles Bad“ zu erstellen, in dem der Fokus viel mehr – aber nicht nur! – in Richtung Freizeit, auch Tourismus, gelenkt wird. Mit ganz neuen, zusätzlichen Perspektiven. Ob so was im Egelsee stehen müsste, wäre dann noch zu hinterfragen. Klein Venedig? (Zwei multifunktionelle Bad-Beispiele: das alte, abgebrannte, bald wieder entstehende „Schwacketenbad“ in Konstanz, oder das interessante „Tuwas“ – Tuttlinger Wasser – in Tuttlingen/Donau).
    Geld ist in Kreuzlingen tatsächlich vorhanden, macht es lesbar wieder den Eindruck – trotz Steuersenkung! Und so sind denn erneut alle direkt Beteiligte aufgefordert, die letztlich von einem Hallenbad profitieren, sich erneut Hallenbad-Gedanken zu machen: die (Sport-) Stadt, die Schule, der erfolgreiche Schwimmklub, die Sportschule, der Sport allgemein, Gesundheitstherapeuten, Tourismusinteressierte, die Freizeitindustrie, usw. Ein ziemlich schmaler Grat tut sich allerdings auf, soll tatsächlich ein für alle Nutzer Sinnvolles entstehen. Man muss sich entscheiden. Wie heisst es doch: Ein Kompromiss ist stets etwas, das weder die Einen, noch die Anderen wollten. In einer Demokratie allerdings nicht ungewöhnlich. Aber erfahrungsgemäss auch nicht immer das Erstrebenswerteste.

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  2. Bruno Neidhart

    Es ist schon interessant: Nun sind plötzlich viele Offizielle „Feuer und Flamme“, die sich bei der 1. Auflage des Projekts, mehr „Winterwasser“ Kreuzlingen und Umgebung zur Verfügung zu stellen, ganz schön zurück gehalten haben, oder gar „den Teufel an die Wand malten“. Dabei ist die Ausgangslage doch gar nicht neu: Schulpräsident Zweifel hat richtigerweise rasch erkannt, dass er mit dem veralteten „Egelsee“ nicht weiter kommt, wenn er die Kreuzlinger Schullandschaft und deren Ansprüche betrachtet. Und auch der Kanton ist mit seinen hiesigen Schulinstitutionen noch immer mit den gleichen Interessen vertreten. Dazu kommt die Stadt, und letztlich eben auch der hiesige Schwimmsport, ohne den es nun mal nicht gehen sollte – oder darf, um etwas „Gescheites“ zu realisieren. Es ist beileibe nicht immer sinnvoll, auf Vergangenes – gemeint ist das „Hallenbad-Bachab“ – zurück zu greifen. Doch die Tatsache, dass nun die neu zu konzipierende Anlage frühestens um 2019/20 bereit stehen dürfte, wo doch die Kosten in der Zwischenzeit sicher angewachsen sein werden, zudem nochmals ein teurer Wettbewerb zu initiiere ist, um der Gesetzmässigkeit zu genügen, ist schon erwähnenswert. Wenn dann schliesslich eine Anlage entstehen sollte, die im Kern eben nur im kleineren Umfang zum Beispiel höheren sportlichen Belangen gerecht werden kann, mehr für die schulischen Ansprüche zu genügen hat, so wäre dann eben auch das finanzielle Engagement der Stadt in dem Sinn zu hinterfragen, ob es denn „der Wertigkeit nach“ der vorgesehenen grossen Beteiligung am Projekt entspricht, oder sich Schule und Kanton deutlich mehr engagieren müssten, damit die Stadt andere gesellschaftliche Sportprojekte mehr unterstützen könnte. Und so zeigt sich denn, dass die 1. Hallenbadauflage, wie es jetzt aussieht, wohl „deutlich verpasst“ wurde, beinhaltete sie doch bei geringen Mehrkosten, wie sich zeigen dürfte, eine wirklich komplette Anlage, die zukunftsweisend das Bild der Sport-, Bildungs- und Freizeitstadt am Bodensee hätte mit bestimmen können. Nun gehören „Halbe Sachen“ tatsächlich auch zum Bild von Stadt und Kanton: Erinnert sei nur an die frühere „Aschenbahn“ auf dem kantonalen Seminar-Sportgelände, die nicht 400, sondern nur 340 Meter lang gebaut wurde und als sportliches Unikum in die Schweizer Sportgeschichte einging. Und selbst das neue „Burgerfeld“ mit einer properen Kunststoff 400 Meter Piste, wo der Zuschauerbereich zu einem Anlass hin später mit einem seltsamen „Überdachungsversuch“ ausgestattet wurde, ist bis jetzt eben nur eine halbe Sache. Und was ist bei der PHTG los? Kurz nach den stolzen Neubauten steht schon wieder ein „Pavillon“ bereit. Er mag ja berechtigt sein, wie die jahrelang unschön anzusehende „Pavillonitis“ beim Scheiberschulhaus, doch fragt man sich eben schon, wie denn da prospektiv gedacht und geplant wurde. Für ein grosses, weitreichendes, gesamtgesellschaftliches Projekt bräuchte es tatsächlich eine breite Motivationsebene, die bei den Behörden beginnt, sich über die verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Körperschaften und Gruppierungen ausbreitet, bei der sich schliesslich viele Einwohner als früh daran beteiligt fühlen sollen. So kann denn ein Werk eher gelingen, das zwar einiges kostet, ja manchmal „viel“ kostet, jedoch ein gutes Stück wertvolle Zukunft für die Stadt mit seinen Institutionen verspricht, was letztlich weit über die Region hinaus positiv wahrgenommen werden kann und die „Stadt in Konkurrenz“ als „fortschrittlich“ zu prägen vermag. Und es braucht manchmal sogar etwas „Stolz“ als nicht die schlechteste Eigenschaft eines Gemeinwesens, das finanziell durchaus auf gesunden Füssen zu stehen scheint.

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  3. Spada

    Lieber René
    Danke, dass du nun etwas bewegst. Es gibt Menschen, die viel reden und nichts bewegen und es gibt Persönlichkeiten, wie du es bist, die umsetzen und anpacken!

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