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Güttingen plant ein Dorfzentrum

Güttingen – Güttingen fehlt ein richtiges Dorfzentrum. Doch das soll sich jetzt ändern. Geplant ist eine Überbauung des ehemaligen Schulareals an der Haupt und Bahnhofstrasse. Am Mittwoch wurde der Sieger eines Architekten- und Investorenwettbewerbs vorgestellt.

Mit grossem Interesse schauten sich die Einwohner Modell und Pläne der geplanten Zentrumsüberbauung in Güttingen an. (Bild: Thomas Martens)

Mit grossem Interesse schauten sich die Einwohner Modell und Pläne der geplanten Zentrumsüberbauung in Güttingen an. (Bild: Thomas Martens)

Mitten in Güttingen gilt es eine Fläche von rund 7300 Quadratmetern multifunktional zu überbauen. Seit sieben Jahren steht die Turnhalle ungenutzt leer, seit einem Jahr sind die ehemaligen Schulgebäude frei. Die gesamte Liegenschaft gehört der Schulgemeinde, die sich mit der Politischen Gemeinde über eine Neuentwicklung des Geländes einig ist. Wie bedeutend die Planung für die Gemeinde ist, zeigte sich am grossen Interesse an der Projektvorstellung.

Zahlreiche Einwohner verschafften sich im Foyer der Mehrzweckhalle Rotewis einen Überblick über die Entwürfe. Insgesamt neun Planer und Geldgeber beteiligten sich am Wettbewerb, der nach einem Entscheid an der Gemeindeversammlung vom Juni 2014 in Auftrag gegeben wurde. Die Jury aus Vertreten von Gemeinde, Schule und externen Fachleuten entschied sich einstimmig für die Pläne eines Projektentwicklers und eines Architekturbüros aus Zürich.
Die Vorgaben waren Wohnungen zu schaffen für eine altersdurchmischte Interessengruppe, Integration der Gemeindekanzlei mit öffentlicher Nutzung des Sitzungszimmers, die Überbauung als Begegnungsraum zu gestalten und in den Erdgeschossen Räumlichkeiten für Gewerbe und Dienstleistungen vorzusehen. «Das Siegerprojekt hat diese Vorgaben am Besten umgesetzt», so Gemeindepräsident Urs Rutishauser.

Sportliche Kanzlei
Es sieht sechs Gebäude vor, drei- bzw. viergeschossig. Zentrales Merkmal sind Satteldächer, wie sie für Güttingen prägend sind. Die nicht gleichförmigen Gebäude sind unregelmässig angeordnet und würden sich damit perfekt in die Umgebung einfügen. Wichtig für die Jury, letztlich aber nicht entscheidend, war, dass die Turnhalle erhalten bliebe. Hier sehen die Planer die Gemeindekanzlei mit einem Saal vor. «Das Siegerprojekt hat das als einziges so vorgesehen», freute sich Rutishauser über eine elegante Lösung, die auch vom Publikum goutiert wurde.

Die Umgebung soll ansprechend gestaltet werden, mit Freiflächen für Bewohner und Kunden der Geschäfte. Bis auf Kurzzeitparker sollen alle Parkplätze für die Bewohner in einer Tiefgarage erstellt werden. Die Wohnhäuser unterscheiden sich erheblich in ihrer Funktion und Struktur. Während die einen Wohnungen eher junge Familien, Paare oder Singles ansprechen sollen, sind die anderen auf ältere Menschen ausgelegt.

Manches ist noch ungeklärt
Offen blieb die Frage aus dem Publikum, wo Parkplätze für Besucher von Veranstaltungen im geplanten Saal erstellt werden sollen. Auch ob sich genügend Interessenten für die Gewerbeflächen finden, wurde angezweifelt. Hier sieht der Gemeindepräsident angesichts der mit 14000 Fahrzeugen täglich stark frequentieren Hauptstrasse Potenzial. Ein Votant wünschte sich, dass beim Mietpreis für die Wohnungen auch soziale Faktoren berücksichtigt werden sollten.

Weiter geht es jetzt mit einem Grundsatzbeschluss zum Gemeindehaus im Juni 2016. Es folgt die Überarbeitung des Siegerprojekts mit Ausarbeitung des Gestaltungsplans. Wenn alles nach Plan läuft, könnte 2018/2019 die Überbauung beginnen.

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