/// Rubrik: Leserbriefe

Frage nach Widerstand berechtigt

Leserbrief – Als Kleingärtner im Kreuzlinger Döbeli (und damit durch die Kreuzlinger Sportanlagenplanung direkt Betroffene) haben wir mit grossem Interesse den «Klartext» gelesen, und dabei festgestellt dass es auch auf Kreuzlinger Seite durchaus andere Meinungen gibt als die Sportstätten, speziell den FC Kreuzlingen, aufs Döbeli zu verlegen; wir hatten da eine eindeutigere Interessenlage vermutet, insofern konnten wir neue Informationen aus dem «Klartext» ziehen. (Paul v. Maltzahn, Katia Klotz-v.Maltzahn)

Sauer aufstossen, und das nicht zum ersten Mal, tun dagegen locker dahergeschwätzte Aussagen des Herrn Zülle wie: «Es sind nur wenige Kleingärtner betroffen, übrigens alles Kreuzlinger». Das ist reine Stimmungsmache, die signalisieren soll, dass von Konstanzer Seite keine Widerstände zu erwarten seien, nach dem Motto: «Wenn wir uns einig sind, kann es sofort losgehen».

Auch und insbesondere Herr Zülle ist informiert das der Entwicklungsschwerpunkt Döbeli im Agglomerationsprogramm Kreuzlingen/Konstanz unter anderem das Gelände von zwei Konstanzer Kleingartenvereinen mit hunderten von aktiven Mitgliedern betrifft, sowie die 30 000 Quadratmeter des Konstanzer Gemüsebauern Schächtle; die genaue Fläche ist unter der Kennziffer S-1.15 im Agglomerationsprogramm einsehbar.

(Bild: pixelio)

(Bild: pixelio)

Und solange von Kreuzlinger Seite nichts anderes verlautet, d.h. kein konkreter Flächenbedarf im Döbeli formuliert wird, wird von den Konstanzer Kleingärtnern im Döbeli zwangsläufig von diesem Status Quo ausgegangen, und das mit gutem Grund; hat doch Ernst Zülle schon am 25. Februar 2015 die Hoffnung geäussert «…dass wir dieses Jahr das Okay erhalten, dass Konstanz das Döbeli freigibt», nachzulesen im St.Galler Tagblatt Online.

Man darf vermuten, dass er damals das gesamte Döbeli gemeint hat, und nicht ausschliesslich die Parzellen einiger weniger umsiedlungswilliger Kreuzlinger; wobei deren Umsiedlungsbereitschaft durchaus auch infrage gestellt werden muss. Insofern ist die Frage von Thomas Martens nach dem Widerstand durch die Kleingärtner absolut berechtigt und aktueller denn je, trotz aller Bagatellisierungsversuche durch Stadtrat Zülle.

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One thought on “Frage nach Widerstand berechtigt

  1. Bruno Neidhart

    Das Problem heisst derzeit weniger Döbeli (oder Döbele), sondern mehr „Klein Venedig“: Kreuzlingen baute auf diesem aufgefüllten Streifen am See eine Eishalle mit zusätzlichem Aussen-Eisfeld, drei Fussballplätze, sowie eine Tennishalle (mit Tennisschule), zudem Beach-Volleyballfelder. Dem Areal angegliedert ist eine nationale Sportschule. Für das gesamte Areal – grenzübergreifend vom Kreuzlinger Schifffahrtshafen bis zum Konstanzer Hafen – wurde andererseits bereits ein internationaler Gestaltungswettbewerb veranstaltet (die Resultate waren u.a. im Konstanzer „Bildungsturm ausgestellt). Keines der Projekte wies für das Areal dem Sport eine besondere Bedeutung zu. Mehrheitlich fehlten sportliche Belange sogar komplett. Der Tenor lag deutlich in einer rückwärtigen Wohnbebauung mit vorgelagerter Grünzone zum See hin. Das Siegerprojekt sieht dabei u.a. einen Kanal vor, der vom Kreuzlinger zum Konstanzer Hafen das Gelände zum See hin als „Insel“ definiert. Somit wären alle Sportanlagen schon mal weg projektiert.
    Die Stadt Kreuzlingen ist in einem Dilemma: Macht sie Anstalten, auf der Basis des beschriebenen „Siegerprojekts“ die Neugestaltung von „Klein Venedig“ weiter zu verfolgen , so bedeutet dies automatisch das Aus für alle Sportanlagen auf diesem Seeareal. Das wiederum hätte zur Folge, neues Gelände im grossen Umfang als Ersatz anbieten zu müssen. Nun ist weder bekannt, wieweit am „Siegerprojekt“ des angesprochenen Wettbewerbs weiter gearbeitet wird, noch liegt bekanntlich keine verlässliche Vorstellung vor, wo denn die „weg projektierten“ Sportanlagen letztlich zu liegen kämen.
    Dazu kommt, dass sich „der Sport“ heute durchaus vorstellen könnte, auf „Klein Venedig“ zu bleiben (Derzeit wird übrigens am Rande des Areals ein Parkaus geplant und wohl auch realisiert, was schon mal das „Siegerprojekt“ konterkarieren würde. Gleichzeitig soll die Sportschule – zusammen mit einer weiteren Schuleinrichtung – deutlich ausgebaut werden).
    Kreuzlingen hat nicht mehr viel „flache Flächen“. In den vergangenen 30 Jahren lag die Konzentration ganz auf „mehr Einwohner“ (heute rund 22’000). Der Flächenverbrauch war entsprechend bedeutend.
    Was den „Flächensport“ alternativ – ausser „Klein Venedig“ – betrifft, so hat sich im Osten der Stadt, auf „Seezelg“, bereits der grösste Tennisklub der Stadt angesiedelt, ebenso der Schwimmklub mit einer Sommeranlage (50 m-Becken mit grosser Tribüne, kleine Sprunganlage). Auf dem Nebenareal wurde zudem vor etwas mehr als 10 Jahren eine Fussballsportanlage mit einer 1200er-Sitzplatztribüne (!) geplant, dann wegen „zu dezentral“ wieder verworfen.
    Heute hat sich die Stadt breit ausgedehnt. Das „Dezentrale“ ist weg. So gesehen bestünde hier im Osten durchaus die Möglichkeit , das bestehende Sportareal mit drei Fussballplätzen zu ergänzen (bis Grenze Bottighofen). Der „Sportpark Seezelg“ könnte somit umfassen: Tenniszentrum mit mehreren Aussenplätzen, davon „Platz 1“ mit Tribüne, sowie eine Tennishalle mit Tribüne, Schwimmsportanlage mit Tribüne für Sommer- und Winterbetrieb (Multifunktionshalle), Fussballplätze mit einem Hauptplatz als „Kleine Arena“. Bereits auf dem Areal ist eine Hallen-Boccianlage vorhanden. Ebenso ein Hundesportareal. Zudem sind benachbart zwischen „Seegarten“ und „Fischerhaus“ alle möglichen Wassersportarten angesiedelt – vom Segeln über Rudern bis zum Tauchen, usw.
    Sportanlagen sind heute meistens mit einer „Mantelnutzung“ kombiniert. Es wäre zu überlegen, was das letztlich auf „Seezelg“ (plus nahes Gewerbegebiet!) bedeuten könnte. Als Beispiel: Kombiniert u.a. mit einem See- und Sporthotel. Somit wären sowohl öffentliche, als auch private Interessen zu bündeln. Kreuzlingen hat zu entscheiden, wohin die Reise geht! „Klartext“ liegt somit bei der Stadt.

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