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Anton Bernhardsgrütter ist tot

Kreuzlingen – Wie erst heute bekannt wurde, verstarb der bekannte Thurgauer Maler und Autor Anton Bernhardsgrütter im 91. Lebensjahr an Heiligabend im Alterszentrum Kreuzlingen, wo er seit 2009 gelebt hatte.

Anton Bernhardsgrütter ist tot. (Bild: Thomas Martens)

Anton Bernhardsgrütter ist tot. (Bild: Thomas Martens)

Im Frühling dieses Jahres ehrte das Museum Rosenegg den streitbaren und aufrechten Künstler, der aus bescheidenen ländlichen Verhältnissen stammte, mit einer grossen Ausstellung zum 90. Geburtstag am 12. April. Damals sass er im vollbesetzten Museumssaal in der ersten Reihe und ergriff erst am Schluss das Wort und bedankte sich bei allen Rednern für die lobenden Worte und bei den Gästen für ihr Erscheinen: «Ein schöner Tag und ab heute ohne le pauvre cochon», spielte er auf den Zusatz an, den er zu seiner Signatur auf den Bildern verwendete.

Der ehemalige Lehrer Bernhardsgrütter machte Zeit seines Lebens kein grosses Aufsehen um seine Person, eckte aber dennoch häufig an. Er habe seiner Umgebung viel gegeben, ihr aber auch viel zugemutet, würdigte ihn Stadtammann Andreas Netzle.

Der bekannte Thurgauer Historiker und Autor Stefan Keller begab sich auf einen wortreichen Streifzug durch die wechselvolle Geschichte des ehemaligen Kreuzlinger Lehrers, der von einen Tag auf den anderen mit seinem bisherigen, bürgerlichen Leben als Familienvater brach, um ein neues, unsichereres als freischaffender Künstler zu beginnen.

Keller versuchte, Antworten auf diese Zäsur zu finden, was aber nicht gelang. Obwohl Bernhardsgrütter neben einer Vielzahl an Bildern auch eine Menge Schriftwerk gefertigt hat, bleibt einiges im Dunkeln. Während seine Bilder bekannt sind, sind es die Schriften weniger, «ein Schatz, den es sich zu heben lohnt», ist sich Literaturkenner Keller sicher.

1993 kehrte Bernhardsgrütter nach Kreuzlingen zu seiner Frau zurück und bezog ein Atelier in der Schützenstrasse. Dieses gab er 2009 auf und zog ins Alterszentrum Kreuzlingen. Für Stefan Keller ist Anton Bernhardsgrütter, mit dem er sich seit vielen Jahren beschäftigt, nach wie vor ein Mensch vieler Widersprüche. Aber auch einer, «der sich nie vor einen Karren spannen und nie von einem Kollektiv vereinnahmen liess».

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