/// Rubrik: Region

Perspektiven ändern, wenn Mentalitäten ändern

Ermatingen – Der Neujahrempfang der FDP Ermatingen, Salenstein und Umgebung und des Bezirks Kreuzlingen thematisierte das Malaise um dem «Ruhe-Stand» älterer Mitbürger sowie den Wert von Solidarität und Eigenverantwortung.

(Bild: zvg)

(Bild: zvg)

Gut 30 Mitglieder aus Ermatingen und Umgebung folgten der Einladung der FDP-Ortspartei zum traditionellen Neujahrsempfang in der Auberge Napoleon. Gastreferent René Künzli, prägende Unternehmerpersönlichkeit im Alters- und Pflegebereich der Region, stellte den Anwesenden Motivation und Anliegen der Projektgruppe Top60 der FDP Thurgau vor, die er initiierte und heute leitet. Dabei demonstrierte der heute 74-Jährige am eigenen Beispiel, dass man auch im fortgeschrittenen Alter eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft trägt und viel Erfahrungswissen weitergeben kann und soll.

Generationenverträgliche Lösungen
Künzli geisselte anhand von zahlreichen Beispielen die vorherrschende gesellschaftliche Mentalität, die Menschen spätestens mit 65 Jahren in den «Ruhestand» versetzt und ihnen so stellenweise auch die Mündigkeit abspricht und Würde nimmt. Ziel seiner Projektgruppe ist es, Wirtschaft und Gesellschaft von diesem Trugschluss zu befreien und damit Raum zu schaffen für neue generationenübergreifende Lösungen. Dies sei dringend nötig, da die demografischen Veränderungen unserer Zeit die Gesellschaft vor zahlreiche Herausforderungen stellt, die nur zu lösen sind, wenn jede Generation Verantwortung übernimmt. Er erinnerte an die liberalen Tugenden und forderte einerseits, dass die heutigen aktiven Rentner in guter gesundheitlicher Verfassung Eigenverantwortung übernehmen, andererseits, dass Verhalten der Jüngeren und Gesetze dieses Mitgestalten auch zulassen und wertschätzen.

Kandidaten aus der Region
Der Neujahrsempfang war auch Gelegenheit für einen kurzen Ausblick von Vizepräsident Ruedi Kreis und Bezirksparteipräsident Alexander Salzmann. Im Fokus standen dabei die kommenden Grossratswahlen bei denen die FDP an den Erfolg der kantonalen und nationalen Partei im letzten Herbst anknüpfen will. Minimalziel sind vier Mandate, wobei mit entsprechendem Engagement auch zwei Sitzgewinne möglich sind. Dafür sorgen sollen unter anderem die Kandidaten aus der Umgebung, die sich jeweils kurz vorstellen durften. Aus Fruthwilen kandidiert Giovanni Grupi, der als Vizegemeindepräsident in Salenstein amtet und im Kadermitarbeiter bei Swisscom wirkt. Aus Ermatingen kandidieren der selbständige Architekt Ruedi Kreis sowie Marcel Schuler der bei Helvetia Versicherungen arbeitet und Politikwissenschaft studiert. Da zwei der drei bisherigen FDP-Grossräte zurücktreten sind die Chancen auf einen «eignen» Sitz der Unterseegemeinden intakt.

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2 thoughts on “Perspektiven ändern, wenn Mentalitäten ändern

  1. schiesser

    Also die Ausführungen von Herrn Künzli mal in allgemein verständlichem Deutsch und den politischen Gegebenheiten folgend: Abschaffuing des allgemeinen AHV-Alters 65, Verpflichtung der heutigen Rentner (sofern sie nicht krank darniederliegen) entweder zur Weiterarbeit im Beruf oder zur unentgeltlichen Tätigkeit – wo und wie auch immer. Das ist einfachste FDP-Politik seit Jahren. Dabei gerät nur aus dem Blick, dass nicht alle Rentner/innen Berufe haben, in denen sie selbstbestimmt arbeiten können und dabei genug verdienen. Chefärzte, Unternehmer, Freiberufler mit gutgehender Praxis/Kanzlei/Betrieb sind sicher in vielen Fällen gerne bereit, über 65 hinaus erwerbstätig zu bleiben. Mal abgesehen von den Chefärzten: die anderen können das sowieso. Wer sich in anderen Berufen noch fit fühlt, kann auch heute schon bis 67 weitermachen. Anders sieht es für Verkäuferinnen, Bauarbeiter, Lehrer/innen etc. aus. Will man die ernsthaft zum Weiterarbeiten verpflichten? 70-jährige Lehrer tun mir dann heute schon leid. Ehrenamtliches Engagement verbietet auch heute niemand. Neu könnte da also wohl nur eine Verpflichtung gemeint sein…. Ausserdem: Wieso sollte jemandem allein dadurch, dass er/sie in den Ruhestand versetzt wird, die Würde genommen werden? Würde bezieht man doch nicht durch einen Zahltag am Ende des Monats (das würde ja Hausfrauen, Mütter, Kranke und Behinderte schon arg diskriminieren). Und wann haben denn einmal nicht alle Generationen Verantwortung übernommen?

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