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Denkmalpflege unterstützt Wiederaufbau

Steckborn – Nach dem folgenschweren Brand in der Steckborner Altstadt steht nun der Wiederaufbau mehrerer Häuser an. Da Kerne der niedergebrannten Fachwerkbauten bis ins Spätmittelalter zurückreichen dürften, unterstützt das Amt für Denkmalpflege des Kantons Thurgau die Stadt Steckborn, die Stiftung Ortsbild und die Hauseigentümer in der Planung und Koordination des Wiederaufbaus, um Steckborn sein wertvolles historisches Stadtbild möglichst wieder zurückgeben zu können.

Steckborns Stadtpräsident Roger Forrer, der kantonale Denkmalpfleger Ruedi Elser und Steckborns Bauverwalter Egon Eggmann inspizieren den Brandplatz. (Bild: IDTG)

Steckborns Stadtpräsident Roger Forrer, der kantonale Denkmalpfleger Ruedi Elser und Steckborns Bauverwalter Egon Eggmann inspizieren den Brandplatz. (Bild: IDTG)

Seit dem Brand kurz vor Weihnachten 2015 klafft eine schwarze Lücke in der Steckborner Altstadthäuserzeile an der Seestrasse zwischen Nr. 99 und 105. Breitere und schmalere verputzte Häuser reihten sich hier aneinander. Dicht platzierte Fensteröffnungen prägten die strassenseitige Fassade und endeten in mächtigen Dächern. Derartige Häuser machen das gewohnte und damit charakteristische Bild der Steckborner Altstadt aus. Der Kern dieser Fachwerkbauten dürfte bis ins Spätmittelalter zurückreichen.

Zwei Häuser wurden beim Grossbrand total zerstört und drei weitere stark beschädigt. Die Räumarbeiten sind noch im Gange und werden in Absprache mit der Gebäudeversicherung Thurgau von den Ämtern für Archäologie und Denkmalpflege fachlich begleitet. Damit werden Reste historischer Substanz gesichert und Spuren der Stadtgeschichte dokumentiert.

In der Folge stellen sich die Fragen des Wiederaufbaus und der Wiedernutzbarmachung der wertvollen Wohn- und Geschäftshäuser im historischen Stadtbild. Diese Fragen werden nun gemeinsam mit den betroffenen Hauseigentümern, der Stadt Steckborn und der Stiftung Ortsbild Steckborn angegangen. Dabei gilt es, die Interessen der privaten Eigentümer auf Wiederherstellung und Ersatz ihres verlorenen Eigentums zu berücksichtigen. Ebenso liegt es im öffentlichen Interesse, die Lücken im historischen Stadtbild zu schliessen. Das Departement für Bau und Umwelt des Kantons Thurgau unterstützt das öffentliche Interesse von Stadt und Stiftung Ortsbild für einen sinnvollen, qualitativ und gestalterisch hochwertigen Wiederaufbau und bietet Unterstützung durch seine Fachämter in Planung und Koordination dieser anspruchsvollen Aufgabe an.

Gezwungenermassen muss nun Neues entstehen, passend zur Stadtgeschichte und der Bedeutung von Steckborn. Wo Rekonstruktion und Reparatur möglich und sinnvoll ist und wo von Grund auf neu gebaut werden kann, muss sorgfältig abgewogen werden. «Ein Wiederaufbau als spontaner Akt der Betroffenheit im Sinne einer Grossreparatur ist dann legitimiert, wenn noch ein erheblicher historischer Bestand vorhanden ist.» (EKD: Leitsätze zur Denkmalpflege in der Schweiz; Bern 2007)

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