/// Rubrik: Kultur

Sauschwaben nicht nur am Gotthard

Frauenfeld – Das Verhältnis zwischen Deutschen und Schweizern war schon immer spannungsvoll. An der Podiumsdiskussion heute Abend des Historischen Museums Thurgau debattieren der Geschichtsprofessor André Holenstein und der deutsche Unternehmensberater Herbert Galda über Gründe und Hintergründe.

Zankapfel_WebDie Schlossausstellung «Zankapfel Thurgau» thematisiert das spannungsvolle Verhältnis zwischen Deutschen und Schweizern im Spätmittelalter. Mit der Zuwanderung deutscher Fachkräfte in den vergangenen zehn Jahren kam es teilweise zu gehässigen Auseinandersetzungen, die ohne historisch geschürte Feindbilder schwer zu erklären sind. So wehren sich beispielsweise Autoren der Zeitung «Weltwoche» regelmässig gegen deutsche Professoren an der Universität Zürich. Viele Schweizer empfinden die deutsche Art manchmal auch als schroff und fühlen sich in ihrer kulturellen Identität bedroht. Dies ist aber nichts im Vergleich zu den heftigen gegenseitigen Beschimpfungen im Vorfeld des Schwabenkrieges im Jahr 1499. Insbesondere die Verunglimpfung als «Kuhschweizer» mit der Anspielung auf sündige Handlungen mit Tieren enthielt Sprengstoff und löste auch mal einen Kriegszug aus.

Was ist von den Spannungen zwischen uns und dem grossen Nachbarn historisch? Warum regen wir uns über die deutschen Kennzeichen am Gotthard auf? Solche Fragen diskutiert Kurator Dominik Schnetzer mit dem Geschichtsprofessor André Holenstein und dem deutschen Unternehmensberater Herbert Galda am Donnerstag, 14. Januar, um 18 Uhr im Schloss Frauenfeld. Das Historische Museum Thurgau lädt danach zum Apéro ein, der Eintritt ist frei.

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