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Hightech fürs Planetarium

Kreuzlingen – Das Planetarium Kreuzlingen investiert in seine Zukunft. Mit neuer «Fulldome-Technologie» tritt die Einrichtung oberhalb von Kreuzlingen in ein neues Zeitalter ein. 700000 Franken werden dafür aufgewendet.

Bruno Leitz freut sich, dass der alte Projektor erhalten bleibt. (Bild: Thomas Martens)

Bruno Leitz freut sich, dass der alte Projektor erhalten bleibt. (Bild: Thomas Martens)

«Für das Planetarium Kreuzlingen mit Sternwarte stehen Zeit und Fortschritt nicht still», sagte Stiftungsratspräsident Rainer Sigrist am Mittwoch anlässlich einer Medienkonferenz. Vor drei Jahren wurde das damals 35 Jahre alte Teleskop ersetzt und die Sternwarte auf den neuesten Stand der Technik gebracht, dann diskutierte der Stiftungsrat über die weitere Zukunft des Planetariums.

Fest steht, die Touristenattraktion  braucht langfristig mehr Besucher: «Wir wollen die Zahlen verdoppeln», kündigt Sigrist an. Bisher haben Planetarium und Sternwarte etwa 8000 Gäste pro Jahr, künftig werden 15000 angestrebt. «Klar war, dass wir dafür mehr bieten müssen, als alle anderen», sagte Sigrist und meinte damit Internet, Fernsehen und Kino mit teilweise hochauflösenden, hochwertigen Dokumentationen zu Weltall und Planeten.

Aus diesem Grund entwickelte der Stiftungsrat eine zukunftsichernde Strategie. Mit der digitalisierten «Fulldome-Technologie» fanden die Verantwortlichen eine perfekte Lösung, die grosse Anwendungsmöglichkeiten für zeitgemässe Multimedia-Shows bietet. Das passende Produkt liefert die Firma Zeiss, sie hatte bereits die alte Technik installiert und kennt sich daher im Planetarium aus, «ein grosser Vorteil für uns», wie Sigrist betont.

Die alte Projektionstechnik mit dem liebevoll «Knochen» genannten Projektor kann im übrigen weiterverwendet werden, weshalb sich die Investitionskosten verringert hatten. «Wir sind so zu einer wirtschaftlichen, nicht teuren Lösung gekommen», ist Sigrist überzeugt. Während zwei Jahren fand nun parallel mit der Produktevaluation eine intensive Sammelaktion für die Grundinstallation statt. Dank viel Vertrauen und grosser Spendenfreudigkeit von Institutionen und einigen Persönlichkeiten wurde das Sammelziel erreicht und der Kaufvertrag mit der Firma Zeiss unterzeichnet.

Technischer Fortschritt
Die Astronomische Vereinigung Kreuzlingen freut sich als Betreiberin der Anlage, dass mit dem bevorstehenden Umbau eine neue Zukunft im Planetarium eingeläutet werden kann. «Mit diesen Erneuerungen haben wir einen Generationensprung in der Technik vollzogen, welcher unseren Besuchern ein völlig neues Erlebnis ermöglicht», sagte Präsident Bruno Leitz.
Die Kombination von Sternenprojektor und digitaler Projektion ermögliche eine optimale Gestaltung der Angebote im Planetarium.

Während die bisherigen Programme mit statischen Darstellungen gestaltet worden seien, lernten nun die Bilder laufen. «Wir werden neu auf der ganzen Kuppel animierte Inhalte darstellen können», so Leitz weiter. Dies ermögliche nicht nur in astronomischer Hinsicht viele Möglichkeiten, auch werde man bezüglich der Showprogramme ganz neue Wege beschreiten und ein viel breiteres Angebot anbieten können.

Kulisse für Anlässe
So seien auf dem Markt verschiedene Musik- und Unterhaltungsshows erhältlich, welche speziell für eine 360 Grad-Projektion erstellt wurden. Auch eigne sich die neue Technik bestens für spezielle Events wie zum Beispiel Firmenanlässe. «Hier können wir in Zukunft viel gezielter auf die Bedürfnisse eingehen und eine personalisierte Begrüssung ermöglichen», freut sich Leitz und stellt fest: «In Verbindung mit der Möglichkeit, unsere Räumlichkeiten auch mieten zu können, bieten wir bei uns eine für die Region einzigartige Kulisse für Anlässe an.»

Wie Gerhart Lehmann von der Betriebskommission mitteilte, seien zur Einführung der neuen Technologie umfangreiche Um- und Einbauarbeiten notwendig. Das Planetarium wird deshalb vom 18. Januar bis voraussichtlich 23. Februar geschlossen sein. Zwei leistungsstarke Velvet-Projektoren werden zentral zum vorhandenen Zeiss-Sternenprojektor im Boden montiert, um die sogenannte «Hybrid-Technologie» zu ermöglichen. Die 25 vorhandenen Diaprojektoren kommen danach ausser Dienst.

Fünf Hochleistungsrechner finden in einem separat eingerichteten und klimatisierten Raum ihren Platz. Dafür sind diverse elektrische Neuinstallationen notwendig. Die erste Show mit der neuen Anlage soll im Mai in der Kuppel zu sehen sein. Bevor es aber so weit ist, wird es für die ehrenamtlichen Vorführer und Techniker eine Einführungs- und Schulungsphase geben.

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