/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Streit im Blumenweg eskaliert

Kreuzlingen – Streit unter Nachbarn ist an und für sich nichts ungewöhnliches. Dass Auseinandersetzungen aber öffentlich werden und stadtbekannte Persönlichkeiten involviert sind, kommt dann doch eher selten vor.

Stein des Anstosses am engen Blumenweg: Das neue Haus von Peter Schreck.(Bild: Thomas Martens)

Stein des Anstosses am engen Blumenweg: Das neue Haus von Peter Schreck. (Bild: Thomas Martens)

Am Montag, 25. Januar, verhandelt das Bezirksgericht Kreuzlingen unter Vorsitz von Ruth Faller Graf ab 8.15 Uhr öffentlich die Einsprache von Prof. Dr. Ernst Bucher gegen einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 4. März 2015.

Damit wurde der renommierte «Solar-Pionier» wegen übler Nachrede zu 1500 Franken Busse, bedingt erlassen bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von 300 Franken verdonnert. Mit Verfahrensgebühr und Untersuchungskosten hatte Bucher 750 Franken zu zahlen.

Bauvorhaben als Auslöser
Hintergrund ist ein jahrelanger Streit unter Nachbarn am Blumenweg. Als Anstösser und Architekt Peter Schreck seine Pläne veröffentlichte, sein Wohnhaus abreissen und stattdessen ein grosses Mehrfamilienhaus bauen zu wollen, gingen die Nachbarn auf die Barrikaden (wir berichteten am 26. Juli 2013). Sie befürchten vor allem Lärm in der idyllischen Wohnlage und Mehrverkehr in der engen Sackgasse. Es hagelte Einsprachen gegen das Bauvorhaben, letztlich bekam Schreck aber vor dem Verwaltungsgericht Recht und darf bauen.

Um für die Übergangszeit ein Dach über dem Kopf zu haben, baut sich Schreck gerade auf einem anderen Grundstück am Blumenweg ein neues Haus. Das Grundstück wurde ihm für 450 Franken pro Quadratmeter verkauft, für Bucher ein Schleuderpreis. Er sah die Verkäuferin von Schreck «über den Tisch gezogen» und bot für die Parzelle einen wesentlich höheren «marktüblichen» Preis, allerdings erfolglos. Daraufhin bezeichnete er Schreck in Mails an die Verkäuferin als «Abzocker» und «psychopathologisch belastet», in Augen Schrecks klare Ehrverletzungen.

Da im Vorfeld «über Monate hinweg» immer wieder «haarsträubende Lügen» über ihn verbreitet worden seien, sei für Schreck damit das Mass voll gewesen. Deshalb stellte sein Anwalt Andreas Brauchli Strafantrag gegen Bucher, der sich im übrigen vor Gericht selbst verteidigt.

Es geht ums Prinzip  
Die Gerichtsverhandlung ist der momentane Gipfel eines Streits, der unter anderem auf gegenseitigen Vorwürfen, Misstrauen sowie unterschiedlichen Vorstellungen von Ethik und Moral beruht. Für viele seiner Nachbarn will Schreck am Blumenweg ohne jede Rücksicht seine Pläne verwirklichen, während er das Recht auf seiner Seite sieht.

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