/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

«Neidischer Gemeinderat?»

Leserbrief – Wenn die Argumente ausgehen wird’s meistens persönlich. Oder wie sind die Ausführungen von Alt-Stadtrat Michael Dörflinger zur Parkhausgeschichte sonst zu erklären? (Barbara Hummel, Gemeinderätin Kreuzlingen)

(Bild: pixelio)

(Bild: pixelio)

Um es vorweg zu nehmen: Die Grundsatzfrage, ob selber bauen oder Baurecht, wurde dem Gemeinderat nie gestellt. Ich persönlich bin gegen den Abschluss eines Baurechtsvertrages mit Privatpersonen/Gesellschaften für ein Parkhaus im Gebiet Klein Venedig. Ganz einfach aus dem Grund, weil ich – entgegen der Meinung Dörflinger – der Ansicht bin, dass die Stadt sehr wohl für das Parkhaus zuständig ist und sicherstellen muss, dass in diesem Gebiet öffentliche Parkplätze zur Verfügung stehen. Es gibt dort sogar zwei «Anbindungen» an öffentliche Einrichtungen. Zum einen ist die Bodensee-Arena eine solche und musste seinerzeit beim Umbau auch eine happige Parkplatzersatzabgabe leisten, damit bei Veranstaltungen öffentliche Parkplätze benützt werden dürfen, zum anderen ist der Bahnhof Konstanz der nächstliegende Bahnhof mit direkten Verbindungen nach Zürich und St. Gallen. Ein Parkhaus in diesem Gebiet bietet sich also geradezu an für P + R.

Völlig daneben finde ich, meinen Ratskolleg/Innen und mir zu unterstellen, dass wir auf die Gewerbetreibenden «neidisch» wären, und diese somit systematisch torpedieren würden. Ich persönlich trage sogar grosse Sorge zu unserem Gewerbe. So war es für mich und meine Familie selbstverständlich, bei der kürzlichen Totalsanierung der Wohnung meines Vaters ausschliesslich einheimisches Gewerbe zu berücksichtigen. Vor meiner Haustüre wird man nie ein Handwerkerauto mit deutschen Kennzeichen finden.

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7 thoughts on “«Neidischer Gemeinderat?»

  1. Bruno Neidhart

    „Deutsches Kennzeichen“: Es geht manchmal lange, bis jemand in Europa angekommen ist! Umgekehrt sind „Deutsche Kennzeichen“ zum Beispiel beim Seepark-Einkaufszentrum, Karussell oder Hauptstrasse im Interesse der Stadt und seinem Gewerbe durchaus willkommen! Und das mit P&R ist eher dem Humor zu zu ordnen. Es wäre also die Stadt „zuständig“, ein Parkhaus hinzustellen, um von einem „fremden Bahnhof“ aus (frei nach Frau Hummel) nach Zürich oder St. Gallen zu starten. Geht schon. Es widerspräche jedoch ziemlich dem, was mit einem „Nie“ im Zusammenhang mit „Handwerkerauto vor meiner Haustüre“ gemeint ist. Nur ist der Konstanzer Bahnhof kein Handwerker. Nach Zürich oder St. Gallen könnte man übrigens auch von Kreuzlinger Bahnhöfen aus starten. Ach ist das kompliziert, wenn man an einer Grenze wohnt. Mindesten für einige!

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    1. schiesser

      Auch wenn ich in Frau Hummels „Distanzierung“ von deutschen Handwerkern es „birrebitzeli“ lächerlich finde, das mit dem Bahnhof ist okay. Das ist kein „fremder Bahnhof“ :-). Es gibt schliesslich in Konstanz den Schweizer Bahnhof (der zum Schweizer Bahn- und damit Tarifnetz gehört) . Ausserdem ist der Konstanzer Bahnhof von Schweizer (Einkaufs-)Reisenden und deutschen Berufspendlern in die Schweiz nun wirklich gut frequentiert.

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  2. Bruno Neidhart

    „schiesser“ ist die lustige Analogie entgangen. Macht nichts. Wichtig ist: Das Handwerk hat trotzdem noch einen goldenen Boden – hüben und drüben, egal welches „Kennzeichen“! Das ist die erfreuliche Botschaft zu einer unnützen persönlichen Geschichte zwischen Ex-Stadtrat und Noch-Gemeinderätin der SVP. Schwamm drüber.

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  3. Marcel Schuler

    „Ich persönlich bin gegen den Abschluss eines Baurechtsvertrages mit Privatpersonen/Gesellschaften für ein Parkhaus im Gebiet Klein Venedig.“

    Diese Aussage kann ich nicht unterstützen. Was Private mit ihrem Geld machen ist mir egal. Ich halte es für unangebracht, wenn die Stadt den Einkaufstourismus fördert. Kreuzlinger Steuerzahler sollten nicht den Preis dafür bezahlen, dass Konstanz die Verkehrssituation nicht in den Griff bekommen will.

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    1. schiesser

      Herr Schuler, glauben Sie ernsthaft, ein Privatunternehmen würde einen Betrieb wie dieses Parkhaus übernehmen, wenn es nicht davon ausginge, damit Gewinn einzufahren? (Der ehemals zuständige Stadtrat ging ja offensichtlich auch von einer gewinnbringenden Anlage aus, sonst hätte er kaum „Familiengeld“ in die Betreiberfirma investiert). Wenn man aber davon ausgeht, dass mit dem Parkhaus Gewinn gemacht wird/werden kann, dann fragt man sich doch, wieso die Stadt diesen Privaten überlassen will, während sie andere Parkierungsanlagen selbst betreibt.

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    2. Bruno Neidhart

      Ein „Parkhaus Klein Venedig“ hat weder mit der „Verkehrssituation“ in Konstanz, noch mit den (letzthin steuergesenkten) „Kreuzlinger Steuerzahlern“ zu tun. Nochmals: Wird ein seriöser, verlässlicher Plan vorgestellt, wie es auf Klein Venedig dereinst aussehen soll, welcher Gestaltung das Gebiet zu unterliegen hat, ob mehr freizeit- oder mehr sportorientiert, ist der Zeitpunkt gekommen, die derzeit „flächenverbrauchenden, unästhetischen Autoparkfelder am Wasser“ einer Konzentrierung in einem Parkhaus zuzuführen. Diese Anlage ist so zu gestalten, dass sie mindesten eine „Schwarze Null“, möglichst jedoch einen „Gewinn“ abwirft, ob nun privat oder städtisch erstellt und betrieben. In der Regel sind solche Anlagen in privater Regie sicherer und erfolgreicher geführt, die Risiken für die Stadt durch gute Verträge minimiert.

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