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Ittingen Saga – Eine Revue durch Geist und Zeit

Ittingen – Die Vorbereitungen für die theatralische Reise in die Geschichte der Kartause Ittingen laufen auf Hochtouren. Premiere ist am 18. Februar. Unter der Leitung von Regisseur Leopold Huber, Mitautorin Edith Gloor und dem musikalischen Leiter Volker Zöbelin proben die Schauspielerinnen und Schauspieler und der Chor seit gut drei Wochen in der Kartause Ittingen.

Der Vorverkauf läuft erfreulich, so dass die Spielzeit verlängert wird und am 18., 19. und 20. März ebenfalls Aufführungen stattfinden werden.

Unter der Regie von Leopold Huber verführt die Ittingen Saga zu einem vergnüglichen Taumel in die Vergangenheit, die sich bei genauerem Hinschauen als ein ironischer Zerrspiegel der Gegenwart erweist. Die Schauspielcrew scheint Spass zu haben an der Probenarbeit im einmaligen Ambiente des ehemaligen Weinkellers der Kartause Ittingen. Noch zwei Wochen bleiben, um die einzelnen Szenen zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen. Regisseur Huber wie auch die Schauspielerinnen und Schauspieler sind zuversichtlich und freuen sich auf die Aufführungen im stimmungsvollen Kellergewölbe.

Die Proben in Ittingen laufen gut. (Bild: zvg)

Die Proben in Ittingen laufen gut. (Bild: zvg)

«Saga» heisst so viel wie «das Gesagte». Deshalb steht bei der Ittingen Saga nicht das Faktische, sondern die Lust am Erzählen und Fabulieren, das Auslegen einer Geschichte mit vielen Irrungen und Wirrungen im Vordergrund. In stetigem Wechselspiel zwischen Rationalem und Irrationalem, Wahrheit und Fiktion, Mythos, Historie und Gleichnis, wird ein (Bilder-)bogen über die vergangenen 900 Jahre aufgespannt, der die Kartause Ittingen als Ort der permanenten Wandlungen und Vorwärtsbewegung erfahren lässt.

Im zuweilen turbulenten Geschehen lassen sich zwei Erzählstränge ausmachen. Die eine Zeitreise beginnt mit archaischen Riten um das Jahr 1100, führt weiter zum Klosterleben der ersten Kartäuser, dann zum legendären Aufruhr der Frauen und dem etwas später entfachten «Ittinger Sturm». Es wird berichtet von der Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert, in der sich die Kartause Ittingen zu einem bestens organisierten und immer heiterer werdenden Weinproduzenten durchmausert, dann streift das Geschehen die Zeit der Familie Fehr, die 1867 die gesamte Anlage kauft, was den endgültigen und erfolgreichen Übergang des Geistlichen ins Weltliche bedeutet. Höhepunkt dieser Reise von der Vergangenheit in die Gegenwart ist 1977 die Gründung der Stiftung, die die Kartause kauft, um hier eine Oase zu schaffen, in der jedermann/frau «Einkehr bei sich selbst» finden kann.

Die andere Geschichte – sie ist frei erfunden –  läuft von der Gegenwart in die Vergangenheit und berichtet davon, wie sich der ganz und gar diesseitig orientierte, verantwortungslose Global Player Laurenz, Teilhaber einer Privatbank, aus dem Staub machen will. Unbeabsichtigt verschlägt es ihn in eine Zeitmaschine, die ihn mitten in die Ittingen Saga und in andere Identitäten hineinkatapultiert. Am Ende führen beide Zeitreisen, die von Wandel und stetiger Erneuerung erzählen,  zu einem Happy End in der Gegenwart.

Platzgenaue Ticketreservation auf www.kartause.ch.

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