/// Rubrik: Leserbriefe

Zur zweiten Gotthardröhre, es war einmal …

Leserbrief – Es gab mal eine Verordnung oder ein Gesetz wonach für den die Schweiz traversierenden Verkehr eine Obergrenze von 28 Tonnen für Lastwagen festgelegt war. Wie sieht es heute aus? Jetzt kurven die 40 Tönner bereits in ländlichen Dörfern herum und es werden schon Beschwerden laut wegen zu grosser Abnützung der Strassen. (Ado Trautmann, Kreuzlingen)

Die NEAT wurde und wird gebaut mit dem Ziel, den Strassenverkehr auf die Schiene zu verlagern, das wird zwar nie zu 100 Prozent gelingen, aber der Ansatz dazu ist da, und es sollte alles unternommen werden um das Ziel so weit wie möglich zu erreichen, denn nur so können wird die Umwelt- und CO²-Belastung in den betroffenen Bergkantonen verringern, oder zumindest in Grenzen halten. Wenn nun eine zweite Röhre gebaut würde, anfänglich gutgläubig mit einem Einspurkonzept, wird dieses nach einigen Jahren, und das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, siehe 28/40 Tönner, über Bord geworfen und der Verkehr wird sich verdoppeln, denn die Kapazität ist ja technisch vorhanden. Resultat: permanenter Zweispurverkehr in beiden Richtungen, inklusiv Lärm, Gestank, CO².

Utopisch gesagt: man könnte beide Röhren auf vier Spuren erweitern, nach einigen Jahren würden auch diese aufgefüllt als Folge von immer mehr Gier nach schnellem Verkehr, den Dreck haben ja die anderen!

Es gibt kein anderes Mittel, um den Verkehr in Grenzen zu halten als eine technische Beschränkung, d.h. das Nadelöhr nicht zu erweitern und notfalls den alpenquerenden Güterverkehr durch Abgaben zu verteuern und ihm die Attraktivität zu nehmen. Ich weiss, das tönt alles andere als liberal und wäre wohl kaum durchsetzbar, aber mit kontinuierlicher Erweiterung der Kapazität tun wir uns einen Bärendienst, indem wir damit auch die ganzen Nebenwirkungen, sprich Umweltbelastung auf dieses Nadelöhr ziehen.

Das dürfen wir unseren Mitbürgern in den betroffenen Bergkantonen nicht antun, daher ein überzeugtes NEIN zur zweiten Röhre. Das Geld muss für andere Lösungen eingesetzt werden, Pläne B sind ja bereits vorhanden!

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