/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Gedanken zum Infoabend

Leserbrief – Zur Neugestaltung Romanshornerstrasse in Kreuzlingen-Ost. (Hanspeter Schär, Kreuzlingen)

(Symbolbild: tm)

(Symbolbild: tm)

Als interessierter Zuhörer des Info-Anlasses über die neue Verkehrsgestaltung in Kreuzlingen-Ost, ist es mir zunächst einmal ein Anliegen, Stadtrat Zülle und der ganzen Crew für den grossen Einsatz zu danken. Da steckt sehr viel Arbeit, viele Diskussions-, Beratungs-, Überlegungsstunden und auch eine Menge Herzblut dahinter. Zudem braucht es ja auch eine gehörige Portion Mut, so transparent über ein «heisses Eisen», wie es genannt wurde, zu informieren. Es war zu vermuten, dass man mit diesen Ideen quasi in ein Wespennest stechen würde.

Die meisten spontanen Publikumsvoten waren dann auch eher negativ bis gehässig gefärbt. Offenbar erzeugte die Ankündigung des neu angedachten Verkehrskonzeptes eher Unverständnis, Frust und Ablehnung als allgemeine Zustimmung. Auch mir erwuchsen spontan Zweifel über Sinn und Funktion der geäusserten Ideen.

Allerdings denke ich, dass man zwischen spontanen Reaktionen und wohlüberlegtem längerem Denkprozess unterscheiden muss. Es ist sicher allen Beteiligten zu attestieren, dass sie mit Sachverstand, Weitsicht und grossem Engagement sich über längere Zeit mit dieser Sachlage auseinandergesetzt haben. Insofern hoffe ich, dass die involvierten Kräfte ob der negativen Stimmung den Mut und die Zielrichtung nicht aus den Augen verlieren.

Was mir in meinen Nachüberlegungen besonderen Eindruck macht, ist die Tatsache, dass Stadtrat Zülle mit dieser für unsere Gegend neuen Verkehrsidee, wohl auch ein Zeichen gegen die allgemeine Tendenz des ungebremsten, zukunftgefährdenden Wachstums zu setzen wagt. Ich stehe nicht allein mit der Überzeugung, dass eine lebenswerte Zukunft nur über eine Wende zur Bescheidenheit und Achtsamkeit auf vielen Gebieten unseres Lebens zu erreichen ist. Dies sei vor allem all jenen ins Stammbuch geschrieben, die im individuellen Mobilitätswahn unserer heutigen Zeit die wahre Freiheit vermuten.

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