/// Rubrik: Leserbriefe

Nein zur Spekulationsinitiative

Leserbrief – Eine Volksinitiative will die «Spekulation» von Nahrungsmitteln verbieten. «Spekulation» scheint ohnehin schon etwas Böses zu sein, den man spricht ja nicht von Händlern, Maklern oder Brokern – sondern eben von den Spekulanten. (Alexander Salzmann, Kreuzlingen)

Nun, was nützt diese Initiative? Preise werden durch Angebot und Nachfrage gemacht – also den Produzenten und den Konsumenten. Die langfristigen Preistrends kann kein «Spekulant» beeinflussen, sondern hält den Markt flüssig und verhindert die Marktmacht von wenigen Grosshändlern. Das gilt auch für die Nahrungsmittel. Ein Produzent soll sich nicht mehr am Finanzmarkt absichern dürfen gegen schlechtes Wetter, niedrige Preise oder schlechten Ernteertrag? Den Hunger der Welt besiegt man nicht durch mehr Regulierung in einem kleinen Land, sondern durch bessere Anbaumethoden, Lagerhaltungen, Infrastrukturen und Staatsführungen in den Entwicklungsländern. Man mag sich gut fühlen, hier zuzustimmen, geholfen wird aber Niemandem. Eine gut gemeinte Initiative, welche am Ziel vorbeischiesst. Darum lege ich hier mit Überzeugung ein «Nein» in die Urne. Sie auch?

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One thought on “Nein zur Spekulationsinitiative

  1. Bruno Neidhart

    Dass mit Nahrungsmittel, wie auch mit anderen Gütern, „spekuliert“ wird, steht ausser Frage. Was man ethisch davon hält, ist jedem selbst überlassen. Aus dieser Erkenntnis erwachsen individuelle Entscheide. Manche empfinden“Spekulation“ als Triebkraft unserer Welt. Das ist die andere Seite.

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