/// Rubrik: Leserbriefe

Das ist ja der Hammer

Leserbrief – Eigentlich äussere ich mich nicht zu Vorträgen, an denen ich nicht anwesend war. Die Leserbriefe zur Veranstaltung Ring 2000 veranlassen mich aber doch dazu. (Susanne Dschulnigg, Präsidentin der evangelischen Kirchgemeinde)

Frau Kuby spreche im Namen der Natur, Vernunft und Gott. Kennt Frau Kuby den Hexenhammer, die von Papst Innozenz VIII. in Auftrag gegebene Bulle, die dazu führte, dass zwischen 50 000 und 80 000 Frauen als Hexen verbrannt wurden? In diesem Text aus dem Jahr 1487, der beginnenden Neuzeit nota bene, wird das Weib so beschrieben: «Was den Verstand betrifft oder das Verstehen des Geistigen, scheinen sie (die weiber) von anderer Art zu sein als die Männer….Diese Mängel werden auch gekennzeichnet bei der Schaffung des ersten Weibes, indem sie aus einer krummen Rippe geformt wurde, d.h.einer Brustrippe, die gekrümmt und gleichsam dem Mann entgegen geneigt ist. Aus diesem Mangel geht auch hervor, dass, da das Weib nur ein unvollkommenes Tier ist, es immer täuscht.»

Ich bin sehr befremdet, enttäuscht, aber auch ernüchtert, dass die Veranstalter von Ring 2000 auf Aussagen über Homosexualität offenbar in keiner Weise Stellung bezogen haben. Dass Homosexualität eine Fehlentwicklung sein soll, passt in die Argumentation des Hexenhammers. Mit Vernunft und Verstand hat das nicht viel zu tun.

Schade, wenn Bildungsveranstaltungen benutzt werden, um Anderslebende auszugrenzen und zu diffamieren. Verständlich, wenn ökumenisches Zusammengehen unter solchen personellen Umständen unmöglich ist.

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