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Steigt Konstanz aus der GEWA aus?

Kreuzlingen/Konstanz – Dem neuen Geschäftsführer der Kreuzlinger GEWA, Thomas Gut, wurde signalisiert, dass 2017 eine Beteiligung von Konstanzer Seite aus unwahrscheinlich sei. Das Stadtmarketing Konstanz will noch nichts entschieden haben.

An der GEWA 2015 war die grenzüberschreitende Welt noch in Ordnung. (Bild:archiv)

An der GEWA 2015 war die grenzüberschreitende Welt noch in Ordnung. (Bild:archiv)

Donnerstag vor einer Woche erhielt Thomas Gut einen Anruf aus Konstanz. Eric Thiel, Geschäftsführer des dortigen Stadtmarketings, erklärte ihm in kurzen Worten, dass Konstanz an der Gewa 2017 wahrscheinlich nicht mehr teilnehmen werde. Gut, welcher die gleichnamige Kreuzlinger Werbeagentur leitet, hatte erst im vergangen Jahr mit seinem neu gegründeten «Verein für Messe- und Veranstaltungsorganisation» die Lizenz zur Ausrichtung der Gewerbemesse von der Genossenschaft Gewa übernommen. Dies, nachdem die langjährige Messeleiterin Renate Giger ihren Rücktritt erklärt hatte. «Das ist natürlich ein Dämpfer, wenn so kurz nach der Mandatsübernahme die Hälfte der Messe wegbricht», so Gut. Ein konkreter Grund für die Absage wurde ihm nicht genannt.

Thiel preschte offenbar vor, ohne ein Votum seines Aufsichtsrates zu haben. In einer kurzen Stellungnahme teilt er auf Anfrage mit, dass eine Entscheidung, ob die GEWA auch künftig vom Stadtmarketing Konstanz durchgeführt werden soll, bisher überhaupt nicht getroffen worden sei. Erst nach der nächsten Aufsichtsratssitzung soll es eine geben. Warum dann der Anruf bei Thomas Gut? Dazu Schweigen.

Die grenzüberschreitende Messe besteht seit 2003. Bereits 2014, als der Konstanzer Gemeinderat um eine Absichtserklärung für die weitere Zusammenarbeit gebeten wurde, gab es aus Konstanz kritische Stimmen zur Ausrichtung der Gewerbemesse. Es wurde unter anderem bezweifelt, ob die Gewerbeausstellung für grosse Teile der Konstanzer Wirtschaft überhaupt eine interessante Plattform sei. Diese Voten könnten durch die Frankenstärke und dem damit verbundenen Einkaufstourismus weiter Auftrieb erhalten haben. Das Konstanzer Gewerbe muss sich zurzeit nicht um Kunden bemühen.

Zurück zu den Wurzeln
«Ich wurde schon im Vorfeld gewarnt, dass es viel Energie brauche, mit Kons-tanz zusammenzuarbeiten», erklärte Thomas Gut an der Generalversammlung des Gewerbevereins. Vom Anteil her waren beide Seiten mit je 150 Austellern etwa gleich gross an der Messe beteiligt. Die Verzahnung und Nutzung von Synergien hätte jedoch nie reibungslos funktioniert. So führte jede Seite zum Beispiel eigenen Gastro- und Unterhaltungszelte. Zollformalitäten waren dabei immer der ausschlaggebende Grund, ein echter Wille, diese zu überwinden, sei jedoch nie zu spüren gewesen. Eigentlich ist Gut froh über diesen sauberen Schnitt. «Die Zusammenarbeit aus politischen Gründen halblebig weiterzuführen, wäre viel schlimmer gewesen.»

Unterkriegen lässt sich Gut von der Konstanzer Absage nicht. «Eigentlich hatten wir gerade die Konzeptionierung abgeschlossen, nun müssen wir wieder zurück ans Reissbrett», so der Werbefachmann. Einen Monat lang habe er und sein Team noch Zeit, ein neues, kleineres Konzept auf die Beine zu stellen, damit das Projekt Gewa 2017 im Zeitplan bleibt. Qualität statt Quantität lautet die Devise. Zudem möchte er das lokale Gewerbe wieder stärker mit ins Boot holen. Ganz hat er Konstanz aber noch nicht abgeschrieben: «Man sollte die Tür nie so fest verschliessen, dass man sie nicht wieder öffnen kann.»

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