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Vom Anfang und Ende der Zeit

Kreuzlingen – Das Konzert mit Lesung der Gesellschaft für Literatur in der Aula der PMS beeindruckte das Publikum.

Vergangenen Samstag fand in der Aula der Pädagogischen Maturitätsschule ein tief beeindruckendes Konzert mit Lesung statt. Der Schriftsteller Tim Krohn sprach aus seinen gesammelten Schöpfungsmythen und führte so, zusammen mit den vier Musikern des Zürich Ensembles und ihren wohl abgestimmten Musikvorträgen von Monteverdi, Bach und Pärt eine aufmerksame Hörerschaft hin zum eigentlichen Geschehen des Abends, der mitreissenden und begeisternden Darstellung des Meisterwerks von Olivier Messiaen, dem «Quatuor pour la fin du temps».

Das ganze Werk in kurzen Worten zu beschreiben ist kaum möglich. So sollen einige Angaben und Empfindungen zeigen, wie sehr Fabio di Casola (Klarinette), Kamilla Schatz (Violine) Pi-Chin Chien (Violoncello) und Benjamin Engeli (Klavier) mit ihrem engagierten, differenzierten Spiel den tiefsinnigen Gehalt der Musik zu Gemüte führten. Man konnte mit immer grösserer Anteilnahme dem ganzen Geschehen folgen.

Acht verschiedenartige Sätze beinhaltet das Werk. Nach Messiaen bedeutet die heilige Zahl acht die Verlängerung der sieben Schöpfungstage und steht für vollkommenes Licht und ewigen Frieden.

Die Musik hebt an mit dem erfrischenden «Morgensang der Vögel» (Klarinette und Violine mit gedehnt rhythmisierter Begleitung von Klavier und Celloflageolett) und setzt das Geschehen fort mit der «Vokalise für den das Ende der Zeiten verkündenden Engel». Es erklingen ein kraftvoller gemeinsamer Beginn und Schluss, sowie hymnische Melodien von Geige und Cello zum harmonischen Klavierspiel in der Mitte.

Tiefe Trauer zeigt das Klarinettensolo im dritten Teil «Abgrund der Vögel», um gleich anschliessend in ein erheiterndes Terzett zusammen mit Geige und Cello einzustimmen, als «Zwischenspiel» vor dem unendlich langsamen Duo von Cello und Klavier, das die «Ewigkeit Jesu» als Gottes Wort und Antwort darstellen soll.

Buchstäblich in die Glieder fährt der «Tanz des Zorns für die sieben Trompeten der Apocalypse» im stark rhythmisierten Fortissimo – Gleichklang aller Instrumente, um nachher im siebten Teil nochmals die Thematik vom zweiten Teil aufzunehmen, allerdings mit reichhaltigerer Bewegung von geordneten Melodien und Akkorden, gleichsam den farbigen Regenbogen darstellend als Symbol des Friedens.

Und zum Schluss folgt der «Lobpreis der Unsterblichkeit Jesu» durch in höchste Höhen führende Violin- Kantilenen, mit äusserst feinsinniger Begleitung des Klaviers …

Alles hielt den Atem an, und es folgte eine grosse Stille, bevor der dankbare Applaus einsetzte.

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