/// Rubrik: Leserbriefe

Selber machen!

Leserbrief – Unser Stadtrat will für Konstanz das Klein Venedig begrünen, weil diese keine grosse Grünzone mehr haben. Unser Stadtrat wartet seit Monaten (bald Jahren) auf eine Antwort, ob das Döbeli für Kreuzlinger Sportstätten längerfristig benützt werden kann. (Mirko Spada, Kreuzlingen)

(Bild: pixelio)

(Bild: pixelio)

Wir lassen uns bei Verkehrsfragen aus Konstanz beeinflussen und wir wollen an der Grenze ein grosses Parkhaus für den Konstanzer Tourismus bauen. Wir lassen eine schöne Allee bis zur Kunstgrenze errichten, in der Hoffnung, dass die Konstanzer mitziehen. Das ist sehr löblich, vorbildlich und typisch schweizerisch. Aber wir müssen nun endlich einmal aufwachen und für uns selber schauen, planen und projektieren. Die Konstanzer machen schlussendlich, was sie wollen. Sie streichen die GEWA, übernehmen die Allee nicht, sie unterstützen die Bodensee Arena nicht mit Parkplätzen, sie lassen uns beim Thema Döbeli hängen, und so weiter.

Das Klein Venedig soll für Kreuzlinger Kultur- und Bewegungsstätten umgenutzt werden und die Parkplätze in Kreuzlingen müssen wieder für Kreuzlinger Firmen und Produkte besetzt werden können. Das Kreuzlinger Gewerbe spürt den Frühling. Wie denkt der Gemeinde- und Stadtrat darüber? Ich persönlich will keine Peripherie von Konstanz werden. Ich will in Kreuzlingen umsetzen.

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One thought on “Selber machen!

  1. Bruno Neidhart

    Es ist so eine Krux – passt wörtlich zu Kreuzlingen! – , wie es sich in der erklärten „Sportstadt“ mit Sportplätzen verhält. Herr Spada spricht das richtigerweise wiedermal an. Was Konstanz betrifft, so ist der Stadt in diesem Zusammenhang jedoch nur bedingt einen Vorwurf zu machen. Schon gar nicht kann man unterschiedliche Feststellungen in diesen Komplex einbauen: etwa die Nichtfortsetzung der „Kiesalleeverlängerung“ (Kinderwagen!), das auch Sportbelange berührende Parkaus hat der Gemeinderat versenkt, die GEWA war schon immer ein „Zitterspiel“, usw. Und das Döbeli? Hier prallen eben nun mal die verschiedensten Interessen aufeinander: Naturgärten, freier Stadtraum, Sport, Stadtplanung allgemein (Konstanz plant eine grosse Wohnbebauung auf dem Döbele-Parkplatz, schräg benachbart des gewünschten Sportgeländes).

    Wie verhält es sich nun mit den Sportstätten in Kreuzlingen? Einige wenige Beispiele der Reihe nach: Der Fussball-Hauptplatz (FCK-Arena genannt) ist ein durchaus löbliches Provisorium mit einem alten, grün überpinselten Einfachst-Schulpavillon als charmantes Klublokal, sowie zwei-drei Sitz-/ Stehstufen im Freien. Neu dazu: Schöner Kunstrasenplatz. Der FCK profitiert installationsmässig stark von der Bodensee-Arena. Die Eisarena wurde damals euphorisch zu gross geplant (5-6000 Zuschauer) und mutierte inzwischen mehr zu einem Unterhaltungstempel. Das Ausseneisfeld ist o.k. Hier ein bemerkenswertes Märchen: Der Schwimmklub hatte mal eine provisorische Stahltribüne. Eines Tages wurde sie beim Fussball-Hauptfeld gesichtet. Und derzeit garnieren die Reste davon das Ausseneisfeld. Man kann dazu natürlich feststellen: zweckmässig und billig gehandelt. Viel besser jedoch zeigt es ein Stück jener Misere bei Sportplatzbauten, die darauf zurück zu führen ist, dass oft unvollständig geplant und gebaut wird.
    Der Tennisklub Hörnli engagiert sich bemerkenswert mit einem 50’000er WTA-Tournier. Damit wenigsten 200 Tribünensitzplätze angeboten werden können, müssen Stühle vom Schweizer Fernsehen ausgeliehen werden. Ist im Prinzip o.k.! Aber auf Dauer eben auch nur etwas „Halbes“.
    Nun doch noch zwei gute Meldungen: Dem Segelsport wurde beim Seegarten eine ziemlich perfekte Anlage hingestellt. Und durch die schönen Tribünenstufen beim 50 Meter-Olympiabecken im Schwimmbad Hörnli entstand ein veritables Schwimmstadion. Leider ist die Anlage sportlich nur in der wärmeren Jahreszeit zu nutzen (Ein gleich grosses, gedecktes Bad – Egelsee – wurde bekanntlich unlängst – wenn auch knapp – „sportdemokratisch bachab geschickt“). Und noch das Burgerfeld als grosse Freiluft-Sportanlage? Bei Weitem nicht ausgereift, gar unästhetisch im Kern, installationsmässig schwach, auch etwas „Halbes“. Der FCK zog sich zurück.

    Was nun Klein Venedig und Herrn Sparda betrifft, so glaube ich nicht, dass dieses Seegelände in der jetzigen Ausprägung auf Dauer Bestand haben wird. Zum See hin hatte man übrigens bereits früher keine geschickte Hand mit der Planung: Über der Bahnlinie ausgerechnet Gewerbebetriebe anzusiedeln, war nun wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Und grosse Öl- und Benzinbehälter in Wassernähe schon gar nicht. Nur ist das eben Schnee von gestern. Heute liegt eine internationale Projektierung vor, die vor wenigen Jahren wettbewerbsmässig (international!) durchgeführt wurde. Man hört davon nichts mehr. Fragestellung: Kann man diese teuren Pläne eigentlich schreddern?

    Das neugewonnene Ufergrundstück auf Klein Venedig ist an seiner Wasserkante übrigens der Ort, wo Kreuzlingen die ganze Weite des Sees phänomenal aufbieten kann. Stadtnah. Selbst mit Bergen im Hintergrund. Und links davon die ganze Konstanzer/Kreuzlinger Bucht. Da könnte sich Kreuzlingen urban profilieren. Allein mit Sportplätzen gelingt das hier kaum. Sollten sportliche Belange dennoch angesiedelt bleiben, bräuchte es einen sehr geschickten Planer, der integrativ Sport und Urbanität zusammen bringen müsste. Ob das fragliche Terrain dazu überhaupt ausrechen würde?

    Es ist schon so: Kreuzlingen gehen „die sportgeeigneten Freiflächen“ aus. Dem Wohnbau wurde in den vergangenen Jahrzehnten Priorität verpasst. Es begann beispielgebend an der unteren Konstanzerstrasse mit der Aufgabe des ehemals „Grenzlandstadion“ bezeichneten, historischen FCK-Fussballplatzes (der glorreichen 30er-Jahre!). Wenn „Döbeli“ entfällt und „Klein Venedig“ anders verplant wird, bliebe unten in der Stadt nur noch das Gebiet zwischen Seegarten-Fischerhaus bis Grenze Bottighofen. Hier ist bereits jetzt schon viel Sport, besonders auch See- und Wassersport angesiedelt – bis hin zu Boccia und „Hund“! Und hier hat auch der grosse Tennisklub Hörnli sein Domizil, das mit einer „Tennishalle mit Tourniercharakter“ ausgebaut werden könnte. Die Schwimmsportanlage wurde bereits erwähnt. Sie wäre multifunktionell (offen-zu) zu überdachen. Und der FCK hätte Platz für mindesten drei Felder. Das gesamte Gebiet nennt sich „Seezelg“. Warum also nicht eine Planung in die Zukunft angehen und das Ganze als „Sportpark Seezelg“ definieren? Darin hätte sogar synergetisch noch ein Sport-und Seehotel Platz, das die breite Sport-Infrastruktur wesentlich bereichern würde. Und dazu ein-zwei Parkäuser! Es könnte dies ein weitreichendes Projekt werden, das von der Stadt nicht mehr weg zu planen und weg zu denken wäre. Ein gesellschaftlich wesentlicher Baustein: eminent wirksam für das Gemeinwesen mindestens der nächsten 50 Jahre wäre so Stück für Stück zu verwirklichen. Eine zu grosse Aufgabe? Nur wenn der Mut fehlt……

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