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Heisser Samstag in Frauenfeld

Frauenfeld – Die fremdenfeindliche Organisation Pegida will trotz fehlender Genehmigung am kommenden Samstag in Frauenfeld demonstrieren. Die Juso Thurgau haben vorsorglich eine Gegendemo angemeldet.

Die Juso wollen den Pegida-Anhängern entgegentreten. (Bild: Juso TG)

Die Juso wollen den Pegida-Anhängern entgegentreten. (Bild: Juso TG)

8757 Follower hat das Facebook-Profil von Pegida Schweiz. Hier wird, trotz fehlender Genehmigung der Stadt Frauenfeld, zur Demonstration am 5. März aufgerufen. Die Pegida-Anhänger kündigen an, ohne «Gewalt» und «Extremismus» auftreten zu wollen. «Zeigen wir Präsenz und stehen ab sofort für unser Recht ein», fordern sie auf der Social-Media-Plattform. Wie viel Teilnehmende bereits zugesagt haben, ist nicht ersichtlich. Auf ihrem Profil suchen sie nach einem privaten Ersatzgelände, um die Veranstaltung dort durchzuführen. Ihre Gegner beschimpfen sie als «JusoTerroristen«.

Die Gegenveranstaltung der Juso Thurgau verzeichnet bereits 179 Zusagen und 506 Interessierte (Stand: Montag, 29. Februar). Man wolle den Rechten Paroli bieten und ihre «Parolen nicht unwidersprochen stehenlassen», lassen die Juso wissen. «Kein Fussbreit der Pegida im Thurgau!» lautet ihr Motto. Ihre Kundgebung wurde dem Stadtrat als «Demo für offene Flüchtlingspolitik» zur Genehmigung angemeldet, teilt Flavio Brühwiler, Co-Präsident der Juso Thurgau, auf Anfrage mit. Ein Beschluss erging bislang nicht, soll aber bis Donnerstag kommen. «Ohne Genehmigung werden wir die Gegenveranstaltung nicht durchführen», sagt Brühwiler.

Potential für Eskalation
Die Pegida-Demo wurde als Standkundgebung auf dem Parkplatz Mättli für die Zeit von 14 bis 17 Uhr am Samstag, 5. März, angekündigt. Redner aus Deutschland und der Schweiz sind eingeladen. Wie schon im vergangenen Jahr hat der Frauenfelder Stadtrat die Demonstration nicht bewilligt. Er befürchtet Scharmützel zwischen Pegida-Anhängern und Gegendemonstranten, bei denen «unbeteiligte Dritte gefährdet» werden können. Auch seien die erwarteten «Einschränkungen des Privat-, Bus-, Postauto- und Bahnverkehrs» der Bevölkerung nicht zuzumuten. Gegenüber Vertretern der Pegida Schweiz haben man betont, dass «unbewilligte Demonstrationen, von welcher Seite auch immer», aus Sicherheitsgründen nicht toleriert und sofort aufgelöst werden.

Frauenfeld galt vor nicht allzu langer Zeit als Hochburg der gewaltbereiten Rechten. Am 26. April 2003 wurden zwei Jugendliche nach einem Konzertbesuch im Kulturzentrum «Eisenwerk» von Rechtsextremisten überfallen und krankenhausreif geprügelt. Ein Opfer trug bleibende Schäden davon, die Täter erhielten hohe Haftstrafen, einer beging Selbstmord in der Haft. Auf Solidaritätskundgebungen für die Opfer rasselten danach mindestens ein Mal Rechte und Linke aneinander.

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