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Rekorde bei Zoll und Grenzwacht

Kreuzlingen – Das Zollinspektorat Kreuzlingen-Autobahn hat im vergangenen Jahr Rekordeinnahmen erzielt. Auch bei der Grenzwachtregion II gab es neue Höchstwerte.

Sicherheit: Massive Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichtes
Im Juni 2015 kontrollierten Zöllner bei der Einreise auf der Gemeinschaftszollanlage Kreuzlingen-Autobahn einen Kleintransporter mit Anhänger. Sie wiesen den lettischen Fahrzeuglenker an, sein Fahrzeug wägen zu lassen. Das Zugfahrzeug, mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3500 Kilogramm, wies eine Gewichtüberschreitung von 26,4 Prozent auf. Beim Anhänger, mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 750 Kilogramm, betrug die Gewichtsüberschreitung 42,3 Prozent. Der Fahrer musste die Ware abladen und den Weitertransport in mehreren Fahrten durchführen. Ihm wurde ein Bussendepositum abgenommen. Die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen hat eine Strafuntersuchung eröffnet.

Schlange am Konstanzer Autobahn-Zoll. (Bild: zvg)

Schlange am Konstanzer Autobahn-Zoll. (Bild: zvg)

Sicherheit: Bewaffneter LKW-Fahrer unter Drogeneinfluss gestoppt
Bei einer gemeinsamen Kontrolle haben Mitarbeitende des Mobilen Einsatzteams Schaffhausen und der Zollstelle Kreuzlingen-Autobahn einen slowenischen Lastenzug kontrolliert. Dabei wurden in der Führerkabine ein Teleskopschlagstock und eine Haschischmühle gefunden. Angeforderte Spezialisten des Grenzwachtkorps fanden bei der genaueren Kontrolle zudem Kleinmengen Marihuana und Amphetamin. Da beim slowenischen Fahrer der Verdacht auf «Fahren unter Drogeneinfluss» bestand, wurde er der Kantonspolizei Thurgau übergeben. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen wurde beim Betroffenen eine Blut- und Urinabgabe durchgeführt. Dem Lenker wurde die Weiterfahrt mit seinem 40-Tonnen-Lastzug in die Schweiz untersagt. Er musste vor Ort ein Bussendepot leisten.

Sicherheit: Endstation Kreuzlinger Zoll
Bei einer Schwerpunktkontrolle am Autobahnzoll Kreuzlingen wurden zwei Lastwagen mit grossen Mängeln angehalten.

  • Vier defekte Reifen: Vier Reifen eines Sattelschleppers aus Bosnien-Herzegowina hatten auf der Antriebsachse praktisch kein Profil mehr und wiesen weitere starke Defekte auf. Dem Lenker wurde die Weiterfahrt verweigert. Er wurde der Kantonspolizei Thurgau übergeben. Die Reifen mussten durch eine Spezialfirma vor Ort ersetzt werden. Der Fahrer wurde mit 1000 Franken gebüsst.
  • Defekte Bremsscheibe: Bei einem Sattelschlepper aus der Ukraine stellten die Zöllner beim Auflieger eine defekte Bremsscheibe fest. Sie wies durchgehende Risse auf. Der Fahrer wurde ebenfalls der Kantonspolizei Thurgau übergeben. Auch ihm wurde die Weiterfahrt bis zur Behebung des Defekts verweigert. Die Busse betrug 900 Franken.

Gesundheit: zu hohe Temperatur bei Lebensmitteln
Lebensmittel wie Rinderschinken, Geflügelwurstwaren und Joghurtgetränke aus der Türkei wurden im Juni 2015 bei der Einfuhr in die Schweiz durch den Zoll kontrolliert. Die Lebensmittel im Gesamtgewicht von 380 Kilogramm wurden ungekühlt in einem Kleintransporter mit schweizerischem Kennzeichen befördert. Deshalb prüfte die Zollmitarbeiterin bei den korrekt angemeldeten Lebensmitteln zusätzlich die vorgeschriebenen Temperaturen. Dabei wurden teilweise hohe Überschreitungen festgestellt. Die Einhaltung der Kühlkette war nicht gewährleistet, weshalb ein gesundheitliches Risiko für die Konsumenten bestand. In Absprache und auf Weisung des zuständigen kantonalen Lebensmittelinspektorates mussten die Lebensmittel im Wert von 1800 Franken vernichtet werden.

Finanzen: Benutzung von unverzollten Fahrzeugen
Unverzollte Fahrzeuge, welche von in der Schweiz wohnhaften Personen verwendet werden, führen beim Bund und den Kantonen zu namhaften Einnahmeverlusten. Gleichzeitig resultiert daraus eine Ungleichbehandlung mit anderen Fahrzeughaltern. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Grenzwachtkorps und den Partnerbehörden (Polizei, Strassenverkehrsämtern) und durch verstärkte Kontrollen sind im vergangenen Jahr 444 Fälle abgeklärt worden. Dabei wurden Einfuhrabgaben von rund 141’000 Franken

Grenzwacht ebenfalls wachsam
2015 gab es in der Grenzwachtregion II 157 848 (Vorjahr: 159 078) Abfertigungen im Privatwarenverkehr und Einnahmen von 10,59 (9,88) Millionen Franken. Im Reiseverkehr deckten die Mitarbeitenden im vergangenen Jahr 6014 (4908) Widerhandlungen gegen das Zoll- und Mehrwert- steuergesetz auf. Dabei belief sich der Warenwert in 502 (522) Fällen auf über 2000 Franken. In 403 (288) Fällen wurde versucht, Fleisch in Mengen von über zehn Kilo zu schmuggeln.

Die Mitarbeitenden deckten 5421 (1855) Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz auf. Gesamthaft stellte die Grenzwachtregion II 12,3 (5,9) Kilo Kokain, 3,2 (0,4) Kilo Amphetamin sowie 13,4 (10,3) Kilo Haschisch und Marihuana sicher. Vor allem beim Konsum von Amphetamin ist in den vergangenen Jahren eine steigende Tendenz ersichtlich. Es ist insbesondere in der Partyszene verbreitet, aber auch im beruflichen Umfeld werden Amphetamine immer häufiger zur Steigerung der Leistung konsumiert.

2015 registrierten die Grenzwächter 467 (583) Widerhandlungen gegen das Waffengesetz. Mehrheitlich handelte es sich um Hieb- und Stichwaffen, aber auch um Elektroschockgeräte und Schusswaffen. Weiter wurden einige Laserpointer sichergestellt, die aufgrund ihrer Stärke durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) als gefährlich eingestuft werden.

Die Migrationsbewegungen nach Europa waren letztes Jahr auch in der Grenzwachtregion II deutlich spürbar. Einerseits forderte der Migrationsdruck erneut überregionale, personelle Verstärkungseinsätze. Andererseits verlagerte sich der Migrationsdruck im Verlauf des Jahres auch an die Ost- und später auch an die Nordgrenze der Schweiz. Hier wurden 2464 (424) rechtswidrige Einreisen festgestellt. 1898 (186) Personen, die um Asyl ersuchten, wurden dem Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen zugewiesen.

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