/// Rubrik: Kultur | Topaktuell

Im Dunkelwasser fischen

Theater – Zehn Menschen erzählen von dem, was das Leben ihnen vor die Füsse spült. Ein Bühnenstück ohne Knalleffekt, dafür mit Leuchtkraft und Tiefgrund.

headerWas passiert, wenn man nicht nur im Trüben, sondern im Dunkelwasser fischt? Wenn man den Angelhaken auswirft und sich überraschen lässt von dem, was daran hängen bleibt? Wenn man sich einlässt auf das, was das Leben einem zufällig vor die Füsse spült? Zehn Menschen haben für «Im Dunkelwasser fischen» den Tauchgang gewagt und bringen auf die Bühne, was sie unterwegs gesammelt haben: Geträumtes und Erlebtes, Erinnertes und Erhofftes. In poetisch reduzierter Sprache erzählen sie von Tiefenrausch und Höhenflug, von Sehnsucht und Feigheit, von Liebe und Furcht. Dabei folgt das Bühnengeschehen dem flüchtigen Moment des Traums, dem fluiden Zustand des Wassers, und wird lediglich von Zeit und Rhythmus strukturiert.
Seine besondere Strahlkraft bekommt «Im Dunkelwasser fischen» durch seinen radikalen Umgang mit dem, was jede und jeder einzelne mitbringt. In Bewegung, Sprache, Gesang und vielen Momentaufnahmen zeigt sich das Alltägliche im Lupenglas. Vor den Augen der Zuschauer wandelt es sich in pure Poesie.

Performerin Micha Stuhlmann hat das wild durchwachsene Ensemble ins Leben gerufen. Sie begibt sich mit «Im Dunkelwasser fischen» wiederholt auf einen Grenzgang entlang der Kategorien «anders» und «normal»: 2012 brachte sie «Wo ist Klara?» auf die Bühne, 2014 «Nur mit mir allein zum Glück». Ihre Arbeit steht für intuitive Dramaturgie und mannigfaltige Ausdruckskraft des eigenen Körpers – mit besonderem Augenmerk für Beeinträchtigungen, als Wink in Richtung Wertschätzung für die Vielfältigkeit des Lebens.

Unterstützt wird sie von Raphael Zürcher (Film), Marc Jenny (Ton) und Ellen Finus (Kostüme).

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.