/// Rubrik: Leserbriefe

Romanshorner- und Seetalstrasse: Abgase ohne Ende

Leserbrief – Am Spitzentag im Juni waren es zwischen Bottighofen und Ziilkreisel 30'000 Autos! Die kantonale Statistik schweigt sich jedoch aus, wie viel an Feinstaub, Stickoxiden und Ozon die Vehikel ausstossen. (Ernst Frischknecht, Kreuzlingen)

(Bild: pixelio)

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Vergleichbare Mess-Stationen in Opfikon oder St. Gallen zeigen, dass die Grenzwerte deutlich überschritten werden; die Folgen solcher Luftverschmutzung sind bekannt: Herz- Atem- und Kreislaufbeschwerden. Was aber wäre zu tun?

Das vom Bund subventionierte Aggloprogramm leitet erste Schritte ein. Dazu gehört, dass der öffentliche Bus eine eigene – allerdings viel zu kurze – Spur bekommt; dass dem Velofahrer und Fussgänger mehr Platz eingeräumt wird und weitere Strecken mit Lärmschutzwänden versehen werden. Dies allein reicht nicht; denn bei diesen hohen Schadstoffwerten und dem Lärmpegel kann man von einem Vollzugsnotstand sprechen – weil das Übel der Schadstoffe nicht wirklich bekämpft wird und der Verkehrsstrom in ein anderes Gebiet gelenkt wird! Wie aber könnte eine umweltgerechte Mobilität etwa im Sinne des Verkehrsplaners Klaus Zweibrücken aussehen? Er plädiert dafür, den Verkehr womöglich zu vermeiden, zu verlagern und verträglicher zu machen. Für die Hauptverkehrsachsen durch die Wohngebiete in Kreuzlingen heisst das:
1. Tempo 30 und Flüsterbeläge zur Verminderung der Immissionen
2. Autoverkehr mit Ampelanlagen steuern, bzw. dosieren; auch ein Mautsystem Richtung Autobahnzubringern Konstanz/Zürich wäre ernsthaft zu prüfen
3. Mehr Strassenraum für den öV und den Langsamverkehr
4. Weniger Parkflächen innerstädtisch und Bau von Tiefgaragen zugunsten von Grün

Mit dem Ruf nach immer mehr Strassen (BTS, Oberlandstrasse, Gotthardröhre, dreispuriger Ausbau von Autobahnen) und auch erweitertem Schienennetz treibt man die Kosten für den Verkehr ins Unermessliche: grenzenlose Mobilität hat ihren Preis – und die Umwelt hat das Nachsehen.

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