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Erst in den letzten 20 Minuten entkrampft

Handball – Dank des 26:17 (10:9)-Heimsieges über die SG Wetzikon bliebt der HSC Kreuzlingen im Rennen um die Teilnahme an der NLB-Aufstiegsrunde. Gegen die gefährdeten Zürcher überzeugt das Team von Andy Dittert allerdings erst in den letzten 20 Minuten. (Text: Markus Rutishauser)

Die Kreuzlingen gaben am Schluss noch einmal Gas. (Bild: archiv)

Die Kreuzlingen gaben am Schluss noch einmal Gas. (Bild: archiv)

In der Tabelle überholten die Kreuzlinger mit dem zwölften Saisonsieg die SG Uster, welche im Spitzenkampf bei den Kadetten Youngster in Schaffhausen einen Punkt abgeben musste. Damit kommt es am zweitletzten Spieltag vom 2. April zum entscheidenden Direktduell um die Teilnahme an der Aufstiegsrunde. Die Thurgauer geniessen dabei Heimvorteil.

Zuerst viel Kampf und Krampf
Im Vergleich der beiden besten Abwehrreihen der Liga kamen die Kreuzlinger in der ersten Halbzeit nie richtig in die Gänge. Das lag einerseits daran, dass Trainer Dittert nicht mit seiner nominell stärksten Formation begann, und andererseits am couragierten Auftritt der Gäste, welche sich gegen die Teilnahme an den Barrage-Spielen stemmen. Bei den Zürchern trumpfte in der Startphase deren portugiesischer Ex-Profi Jesus Rebeiro gross auf, der am linken Flügel von Stellungsfehlern der HSCK-Abwehr profitierte und drei Treffer zum 5:5 (15. Minute) beisteuerte. Dank einer für einmal tadellosen Penaltystatistik (Luca Major verwertete alle seine drei Würfe) ging das Dittert-Team nach einer eher von Kampf und Krampf geprägten ersten Halbzeit mit einer 10:9-Führung in die Kabine.

Klare Steigerung
Bis zum 13:13 (38.) änderte sich kaum etwas an den Kräfteverhältnissen. Bei Kreuzlingen ersetzte nach der Pause Routinier Patrick Glatt den jungen Beco Perazic zwischen den Pfosten. Entscheidend dafür, dass sich die Thurgauer innerhalb von zehn Minuten vorentscheidend auf 19:14 absetzen konnten, war eine deutliche Steigerung in allen Bereichen. Der HSCK harmonierte in der Abwehr noch besser und zeigte im Abschluss jene Entschlossenheit, die man zuvor vermisst hatte. Hierfür verantwortlich waren einige taktische Änderungen durch Trainer Dittert. Zudem bekamen sie den Zürcher Goalgetter immer besser unter Kontrolle.

Zwar versuchte auch der Gästetrainer Robin Gerber mit einem Time-out zehn Minuten vor Schluss seinem Team neues Leben einzuhauchen, doch den HSCK-Express konnte er damit nicht mehr stoppen. Mit seinem fünften Treffer erhöhte Istvan Fekete den Vorsprung in der 55. Minute erstmals auf zehn Tore. Zu diesem Zeitpunkt hatte Wetzikon längst resigniert. Den letzten Kreuzlinger Treffer erzielte Sandro Bär mit einem schönen Durchbruch und machte sich damit gleich selbst ein verspätetes Geschenk. Das HSCK-Talent hatte zwei Tage zuvor seinen 19. Geburtstag gefeiert. Eine starke Leistung zeigte auch Marcel Briegmann als Abwehrchef sowie fünf Treffern und der 20-jährige Linkshänder Marco Kappenthuler, welcher unter Trainer Dittert augenscheinlich grosse Fortschritte gemacht hat.

«Finalspiel» gegen Uster
Die restlichen beiden Meisterschaftsspiele haben für den HSC Kreuzlingen «Finalcharakter». Am Samstag, 2. April, 18 Uhr, geht es für die Hafenstädter zu Hause gegen die punktgleiche SG Uster darum, den dritten Tabellenplatz zu bestätigen, wozu dank des klar besseren Torverhältnisses (+20) ein Unentschieden genügt. Mit einem Sieg hätte man allerdings das Ticket für die Aufstiegsrunde praktisch schon auf sicher. Und zum Abschluss am Sonntag, 10. April, gastieren dann noch die derzeit zweitklassierten Kadetten Youngster in der Egelseehalle. Die Schaffhauser sind zwar nicht aufstiegsberechtigt, jedoch immer ein schwierig zu spielender Gegner.

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