/// Rubrik: Artikel | Region | Topaktuell

Religion ist kein Grund für Streit

Thurgau – Hans Trachsel (EDU) wollte mit einer einfachen Anfrage vom Thurgauer Regierungsrat wissen, ob es in Flüchtlingsunterkünften zu Konflikten aufgrund unterschiedlicher Glaubensrichtungen kommt. Der Regierungsrat kommt in seiner Antwort zum Schluss, das Religion kein Auslöser von Streitigkeiten ist.

Religion ist kein Auslöser von Streitigkeiten im EVZ. (Bild: Archiv)

Religion ist kein Auslöser von Streitigkeiten im EVZ. (Bild: Archiv)

Kantonsrat Trachsel aus Amriswil befürchtete, dass aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation in Europa die Religionsfreiheit in den Thurgauer Flüchtlingszentren nicht gegeben sei. Aus der internationalen Berichterstattung habe er erfahren, dass insbesondere Christen sich immer mehr durch Muslime diskriminiert und bedroht fühlten. Er fürchtet gar, dass in Flüchtlingsunterkünften das islamische Recht, die Scharia, angewendet werden könnte.

Befürchtungen, welche der Thurgauer Regierungsrat in seiner Antwort entkräften kann. So sind in den Durchgangsheimen, wo die dem Kanton Thurgau zugewiesenen Asylsuchenden in einer ersten Phase wohnen, gemäss Auskunft der für die Betreuung zuständigen Peregrina-Stiftung keine Konflikte religiöser Natur bekannt. Auch die Kantonspolizei hat bisher im Rahmen ihrer Kontrollen im Empfangs- und Vermittlungszentrum des Bundes in Kreuzlingen, in dessen Aussenstandorten sowie in den kantonalen Durchgangsheimen keine speziell religiös motivierten Auseinandersetzungen festgestellt. Auslöser für die polizeilichen Interventionen sind in der Regel Streitigkeiten zwischen Asylbewerbern aufgrund von Alkoholkonsum oder ethnischen Unterschieden.

Trachsel wollte zudem wissen, ob Flüchtlinge über die christliche Kultur und über die demokratischen gesetzlichen Grundlagen in Kenntnis gesetzt werden. Die christliche Kultur findet in den Durchgangsheimen einen äusserlichen Niederschlag, indem z. B. ein Osterbrunch organisiert wird, ein Besuch des «Samichlaus» erfolgt oder in der Weihnachtszeit die Durchgangsheime entsprechend geschmückt sind. Eine explizite Unterrichtung in christlicher Kultur findet jedoch nicht statt.

Nur bei Trachslers Frage, ob Männern klargemacht wird, dass Frauen gleiche Rechte haben, sieht der Regierungsrat Probleme: «Ja, dies wird den Männern vermittelt, was allerdings nicht immer einfach ist.»

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.