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Weniger Straftaten und 20 Prozent weniger Einbrüche

Frauenfeld – Die Zahl der Straftaten im Kanton Thurgau hat 2015 erneut, um sechs Prozent, abgenommen. Dazu beigetragen hat der Erfolg der Kantonspolizei Thurgau bei der Bekämpfung der Einbruchkriminalität: Die Zahl der Einbrüche ging um 20 Prozent zurück. Auch die Zahl der polizeilich bearbeiteten Verkehrsunfälle hat abgenommen.

Im vergangenen Jahr wurden im Kanton Thurgau 10‘913 Straftaten registriert. Im Vergleich zu 2014 ist dies ein Rückgang um sechs Prozent, wie Kommandant Hans Baltensperger an der Jahres- Medienorientierung der Kantonspolizei Thurgau sagte. Die Häufigkeitszahl, also die Anzahl Straftaten pro 1000 Einwohner, ging von 44,4 auf 41,4 zurück. In Kantonen mit vergleichbarer Struktur und Bevölkerungszahl ist die Häufigkeitszahl höher.

Gemäss den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik blieb die Aufklärungsquote praktisch unverändert: 2015 wurden 39,7 Prozent aller Straftaten aufgeklärt, 2014 waren es 40,9 Prozent. Der Kommandant strich heraus, dass über 90 Prozent der Gewaltdelikte aufgeklärt werden konnten, bei den schweren Gewaltstraftaten (Tötungsdelikt, schwere Körperverletzung und Vergewaltigung) beträgt die Aufklärungsquote 96 Prozent.

(Symbolbild: Rainer Sturm / pixelio.de)

(Symbolbild: Rainer Sturm / pixelio.de)

Deutlich weniger Einbruchdelikte
«Das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung wird auch wesentlich von Einbrüchen beeinflusst», sagte der Kommandant. Erfreulicherweise sei die Zahl der Einbruchdelikte im vergangenen Jahr um 20 Prozent zurückgegangen. Es wurden noch 911 (Vorjahr 1140) Einbrüche erfasst. Mit dieser Entwicklung liege der Thurgau im nationalen Trend. Bereits 2014 hatte die Zahl der Einbrüche im Kanton Thurgau leicht abgenommen.

Die Analyse von Einbruchserien früherer Jahre hat gezeigt, dass die Täterschaft oft Bezüge zum grenznahen Ausland hatte, im Thurgau in erster Linie zum Grossraum Konstanz. «Bei der Bekämpfung der Einbruchkriminalität arbeitet die Kantonspolizei Thurgau deshalb eng mit dem Grenzwachtkorps und der Landespolizei Baden-Württemberg zusammen», sagte Baltensperger. Diese Zusammenarbeit sei wertvoll, wenn es darum geht, Erkenntnisse über den Hintergrund, die Logistik, Unterkünfte oder Verschiebungsachsen von Tätergruppierungen zu erhalten.

Die Grundlagen für erfolgreiche Ermittlungen würden bereits am Tatort geschaffen: Grossen Wert lege die Kantonspolizei Thurgau auf eine professionelle Tatortarbeit. Dazu gehöre eine umfassende Sicherung von Spuren und Beweisen sowie eine schnelle und konsequente Auswertung der Spuren, so der Kommandant. Auch dabei sei der Informationsaustausch über die Grenzen zentral: Nur so könnten Serien erkannt und interkantonale oder internationale Zusammenhänge aufgedeckt werden.

«Besonders wichtig ist, dass diese Fortschritte bei der Bekämpfung der Einbruchkriminalität offenbar nachhaltig sind», sagte Baltensperger: Im Januar und Februar 2016 hat sich die Zahl der Einbrüche im Vergleich mit der Vorjahresperiode (197) mehr als halbiert, es wurden 87 solche Delikte registriert.

Bedrohungsmanagement aufgebaut
Im vergangenen Jahr hat die Kantonspolizei Thurgau, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Volksschule, ein Bedrohungsmanagement für Ämter, Schulen und Gemeinden aufgebaut. In jedem Amt und jeder Gemeinde werden Ansprechpersonen durch die Fachstelle Gefahren- abwehr und Bedrohungsmanagement der Kantonspoliz Thurgau (GABM) und das Schulische Kriseninterventionsteam (SKIT) geschult. Diese Personen lernen, Warnsignale in Gesprächen oder in schriftlichem Kontakt mit Personen zu erkennen und leiten sie an die Fachstelle weiter. «Damit hat die Kantonspolizei einen weiteren wichtigen Schritt getan, um die Sicherheit im Kanton Thurgau zu erhöhen und Gewalttaten vorzubeugen», so der Kommandant.

Schwere zielgerichtete Gewaltdelikte seien meist die letzte Eskalationsstufe einer längeren Krise. Erfahrungen und Fallstudien zeigten, dass es im Vorfeld solcher Delikte oft Anzeichen gibt, die auf eine mögliche Tatausführung hindeuten. «Entscheidend ist, dass diese Warnsignale erkannt, ernst genommen und richtig bewertet werden», sagte Baltensperger.

(Symbolbild: tm)

(Symbolbild: tm)

Weniger Verkehrsunfälle
Gemäss Verkehrsunfallstatistik der Kantonspolizei Thurgau wurden im vergangenen Jahr 1316 Verkehrsunfälle polizeilich bearbeitet, das sind 2,5 Prozent weniger als 2014. Dabei ging die Zahl der Unfälle mit verletzten oder getöteten Personen um fast 6 Prozent auf 598 zurück. Die Zahl der Verkehrsopfer blieb tief: 712 Personen (753) wurden bei Unfällen verletzt, und wie in den Vorjahren kamen auf Thurgauer Strassen acht Personen ums Leben. Bei diesen Zahlen ist zu berücksichtigen, dass der Motorfahrzeugbestand in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 50 Prozent zugenommen hat und die Verkehrsfrequenzen von Jahr zu Jahr steigen.

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