/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Gemeinsamer Rhythmus

Kreuzlingen – In der geplanten «Schule mit Tagesstruktur» sind Kinder teils ganztägig untergebracht. Damit der Musik- oder Tanzunterricht nicht auf der Strecke bleibt, kommen die Lehrer neu kurzerhand in den Hort.

Jemand gibt den Takt vor, die andern machens nach. Da sich die Kinder in den Horten bereits kennen, fällt der Gruppenfindungsprozess kürzer aus.(Bild: ek)

Jemand gibt den Takt vor, die andern machens nach. Da sich die Kinder in den Horten bereits kennen, fällt der Gruppenfindungsprozess kürzer aus. (Bild: ek)

Eifrig trommeln die Kinder bereits vor der Unterrichtsstunde auf ihren Kongas und Djembes herum. Dem neuen Mitmusikanten in der Runde wird noch schnell erklärt, wie das Perkussionsinstrument zu halten ist, dann geht der PerkussionKurs im Hort Bernegg los.
Am 10. April stimmen die Kreuzlinger Bürger darüber ab, ob die Primarschulgemeinde die Führung der vier Kreuzlinger Horte übernehmen soll und ob die Stadt ihren jährlichen Beitrag an die Betriebskosten um 270’000 Franken erhöht. In einem Pilotprojekt wird seit Oktober der Hort Bernegg mit angepassten Betreuungszeiten und günstigeren Tarifen durch die Schule geführt. Linda Bühler, Leiterin der Schule mit Tagesstruktur, zieht ein positives erstes Fazit. «Die Eltern wissen die verschiedenen Zeitmodule zu schätzen und das Ziel, Nachmittagsbetreuung anzubieten, wurde erreicht», so Bühler.

Doch nicht nur für Eltern, auch für Kreuzlinger Institutionen kommt die Reorganisation gelegen. Zusammen mit der Jugendmusikschule sowie der Musik- und Tanzschule wurden den Eltern verschiedene Angebote unterbreitet. Aufgrund der Nachfrage werden im Hort Bernegg nun wöchentlich Kurse für die Musikalische Grundausbildung und Perkussion durchgeführt. Die Kosten für den professionellen Unterricht  tragen die Eltern, doch fällt für sie der Gang zur Musikschule weg. Die Kinder haben während ihrer Zeit im Hort nun noch mehr Abwechslung.
Kai Kopp, Leiter der Jugendmusikschule Kreuzlingen, sieht darin die Zukunft seiner Institution. «Wenn die Kinder ganztägige Schulstrukturen haben, kommen unsere Musiklehrer halt zu ihnen.» Er liebäugelt schon mit dem Gedanken, das Angebot für Primar- und Sekundarschüler auszubauen.

Heisst das Stimmvolk die Schule mit Tagesstruktur gut, wäre eine solche Vernetzung mit den Horten aufgrund des Raumangebots einfacher umzusetzen und könnte weiter ausgebaut werden. «Tanzstunden, polysportive Lektionen oder ein Gartenprojekt, bei dem die Kleinen Gemüse anbauen, wären möglich», so Bühler.

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