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Das Abenteuer ihres Lebens

Ermatingen/Hosenruck – Hinter dem Namen CATrophy – Crazy Adventure Trophy – verbirgt sich eine verrückte Autorallye quer durch Europa. Die Teilnehmenden fahren Rostlauben statt Rennwagen und legen in 17 Tagen rund 9000 Kilometer zurück. Mit dabei: die Thurgauer Daniel Bostjancic und Michael Zuppa.

«Die Trophy hat nichts mit einem Rennen zu tun. Es geht um das nachhaltige gemeinsame Erlebnis. Und auch darum, viele Länder von einer anderen Seite kennenzulernen und neu zu entdecken», sagt der Ermatinger Daniel Bostjancic. Zusammen mit seinem Freund Michael Zuppa macht er sich am 8. April auf den Weg.

Daniel Bostjancic (l.) und Michael Zuppa vor ihrem Rallye-Audi. (Bild: zvg)

Daniel Bostjancic (l.) und Michael Zuppa vor ihrem Rallye-Audi. (Bild: zvg)

«Wir fahren mit alten Autos, aber sie alle haben die MFK bestanden», erklärt er eine der Vorschriften dieser «Low-Budget-Rallye». Die Fahrzeuge dürfen maximal 2016 Franken in der Anschaffung gekostet haben und müssen mindestens 20 Jahre alt sein. Sie selbst umzumodeln und zu beschriften ist Ehrensache für die Fahrer.

Kameras an Bord
So verbauten die Abenteurer eine zweite Batterie mit Trennrelais, um immer sicher starten zu können. Die Benutzung einiger zusätzlicher Steckdosen ist so möglich, auch wenn das Auto nicht fährt. Vier Kameras halten alles für die Nachwelt fest.

Ihr Team tauften sie «Backgammon». Der Schriftzug prangt auf der Motorhaube, das Logo zeigt Sherlock Holmes’ Konterfei mit Pfeife.

Denn mitdenken gehört bei dieser Rallye dazu. Während der Fahrt gilt es, diverse Challenges zu erfüllen. «Was genau, wird uns erst am Start im aargauischen Wohlen auf der Kartbahn mitgeteilt», berichtet der 43-Jährige. Laut Auskunft der Veranstalter können diese Herausforderungen mal lustig, mal schwierig sein. Es benötige jedenfalls «eine gute Portion Selbstvertrauen», um diese zu bewältigen.

Über Funk verbunden
Unterwegs werden die Teams mit einem Roadbook über die Streckenabschnitte geleitet. Sie erhalten einen extra für die Rallye konzipierten GPS-Tracker und können über Funkgeräte Kontakt halten. «Allein das wird schon witzig», weiss Bostjanic.

(Bild: www.catrophy.com)

(Bild: www.catrophy.com)

Bisher steht nur die Strecke fest. Erste Etappe ist Luxemburg, weiter geht es durch Belgien, dann auf die britischen Inseln und über Frankreich, Spanien und Portugal wieder zurück in die Schweiz. Es soll ein Spass für echte Kerle werden, mit viel Bier und Gruppenfeeling. Sich abkapseln und eine Übernachtung im Hotel oder anderswo zu buchen, ist bei diesem Motorsport-Wettbewerb ebenso tabu wie ein herkömmliches Navigationsgerät. Geschlafen wird im Zelt, und die Ausrüstung ist spartanisch, aber effektiv: «Wir haben einen Tisch und Stühle dabei, 25 Liter Frischwasser, 20 Liter Reservebenzin und einen Kühlschrank», erklärt Bostjancic. Ein Spass für «Helden» und «Verrückte» eben, wie auf der Homepage beworben.

Im Berufsleben ist er bei einer Holzhandelsfirma tätig. Jetzt darf sich der Disponent auf Adrenalin und Euphorie, auf unvergessliche, lustige Momente oder Erlebnisse abseits des Alltags und gute Freundschaften freuen. «Wir stellen keine Ansprüche, wollen einfach unfallfrei und ohne grosse Panne die Challenge bestreiten», sagt er – Ferien auf andere Art und Weise eben. Ein wilder Ritt, dessen sind sich die beiden Thurgauer Piloten jetzt schon sicher.

Wer es lieber ruhig und gemütlich mag, kann sie auf ihrer Rallye-Fahrt durch fremdes Terrain und unbekannte Wege auch von Zuhause aus begleiten. Wenn möglich jeden Tag berichten sie unter www.facebook.com/teambackgammon von ihren Erlebnissen. Auf catlive16.com sieht man, wo sie sich befinden.

Wir wünschen viel Spass und gutes Gelingen.

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