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Hommage an die Vielfalt

Konstanz – Das Konstanzer Zebra Kino versteht sein Filmfestival «Queergestreift» als Hommage an die Vielfalt. Es zeigt über zwölf Tage verteilt Filme, die sich mit allem beschäftigen, was nicht ins normative Bild der Gesellschaft passt.

«Queer» heisst der Kampfbegriff der Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen. Er wird auch von jenen Menschen benutzt, die wegen ihres Aussehens oder ihrer Eigenschaften als «nicht normal» abgestempelt werden. In den 80er Jahren noch als «Warmer Winter» betitelt und unter dem Motto «Make love, not war» veranstaltet, änderte das ehrenamtlich organisierte Festival seinen Namen zum Ende des vergangenen Jahrtausends in «Queergestreift».

Nun findet es bereits zum 29. Mal statt. Damals ging es noch darum, auf sogenannte «Randgruppen» aufmerksam zu machen, sagen die Veranstalter. Heute stehe vielmehr die Auflösung einschränkender Labels im Mittelpunkt. Dies sei nach wie vor nötig, weil Lebens- und Liebesentwürfen abseits der Norm vielen Ortes vorurteilsbehaftet entgegengetreten werde.

Auf dem Programm stehen Filme, Dokumentationen und Kurzfilme, die sich mit der Situation der «Queers» in aller Welt beschäftigen.

Screenshot aus «Der Schwule, der Neger und der heilige Berg».(Bild: sb)

Screenshot aus «Der Schwule, der Neger und der heilige Berg». (Bild: sb)

Filme und Rahmenprogramm
Viele Filmvorführungen sind in ein Rahmenprogramm eingebettet. Am 8. April etwa wird der letzte Film von Robin Williams, «Boulevard», gezeigt. Im Anschluss daran stellen Mitglieder vom CSD Konstanz-Kreuzlingen ein Bildungsprojekt an Schulen vor. Beim Screening der Doku «Der Schwule, der Neger und der heilige Berg» am 5. April werden Regisseur und Protagonist ihren Film persönlich vorstellen. Dieser dreht sich um den langjährigen Präsidenten eines Fasnachtsvereins in einem kleinen Dorf im Hinterland des Bodensees. Niemand weiss, dass der Mann schwul ist – bis ihn der Regisseur, als einziger Dunkelhäutiger im Dorf aufgewachsen, versucht, zum Coming Out zu bewegen und dabei mit der Kamera begleitet.

 

Gefeiert wird natürlich auch kräftig. Morgen Abend startet im Anschluss an den Eröffnungsfilm die Party im Konstanzer Contrast. Das Festival einläuten wird um 21 Uhr der schwedische Film «Dyke Hard». Er begleitet eine Glamrock-Frauenband und überschreitet jegliche Grenzen der Film- und Musikgenres, der Geschmäcker, der Mode, der Gender- sowie Sexualvorlieben.

Das vollständige Programm ist auf queergestreift.com zu finden.

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