/// Rubrik: Sport | Topaktuell

Dittert-Truppe wahrt sich Chance auf Aufstiegsrunde

Handball – In einem hochklassigen, in der Schlussphase sogar dramatischen 1.-Liga-Spitzenspiel trennten sich der HSC Kreuzlingen und die SG Uster mit einem leistungsgerechten 25:25-Unentschieden. Beide Teams wahrten sich damit vor der Schlussrunde vom nächsten Sonntag die Chance auf die Teilnahme an der Aufstiegsrunde. (Markus Rutishauser)

Die besseren Karten besitzt auf dem Papier das Team von Cheftrainer Andy Dittert. Bei Punktegleichstand weist der HSCK das derzeit klar bessere Torverhältnis von +58 gegenüber +38 von Uster aus. Die letzten Aufgaben in der regulären Meisterschaft vom Sonntag, 10. April, 16.00 Uhr, haben es allerdings für beide Teams in sich. Der HSC Kreuzlingen empfängt den Tabellenzweiten Kadetten Youngsters. Die Schaffhauser sind nicht aufstiegsberechtigt und können das letzte Spiel deshalb unbelastet angehen, was auch ein Vorteil sein kann. Die SG Uster ihrerseits muss zu den Pfader nach Neuhausen, welche zumindest rechnerisch den Ligaerhalt noch nicht auf sicher haben und deswegen unbedingt punkten wollen.

(Bild: Archiv)

(Bild: Archiv)

Klar ist in der 1.-Liga-Gruppe 1 vor dem letzten Spieltag, dass die SG Seen Tigers Winterthur als Gruppensieger und erster Teilnehmer an der Aufstiegsrunde der jeweils beiden Gruppenbesten (total sechs Teams) feststeht. Zudem steigen der HC Romanshorn und der HC Arbon definitiv in die 2. Liga ab und die SG TV Appenzell ist eines von zwei Teams, welches die Barragerunde bestreiten muss. Der zweite Teilnehmer heisst SG Wetzikon oder Pfader Neuhausen.

Auf Augenhöhe
Kreuzlingen und Uster, das in der Vorrunde in eigener Halle mit 34:27 obenauf schwang, lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe. Die rund 400 Zuschauer in der Egelseehalle kamen in den Genuss eines attraktiven und beidseitig sehr fair geführten Spitzenkampfes. In der Startviertelstunde hatten es die Zürcher unter der Führung des 195-fachen Schweizer Ex-Internationalen Iwan Ursic primär Manuel Votapek zu verdanken, dass sie nach zehn Minuten nur 4:6 zurück lagen. Der Torhüter wehrte bis dahin zwei Penalties ab und sorgte mit total sechs Paraden dafür, dass sein Team von den Kreuzlingern nicht distanziert werden konnte. Einen überzeugenden Zwischenspurt der dynamischen Zürcher zum 8:10 (20.) vermochte der HSCK in den letzten zehn Minuten vor dem Seitenwechsel dank drei Treffern in Serie von Topskorer Istvan Fekete zum 13:12 zu korrigieren.

An den Stärkeverhältnissen änderte sich nach dem Wiederbeginn kaum etwas. Kreuzlingen lag zwar meistens vorne, konnte sich aber nicht absetzen. Mehr als zwei Treffer betrug der Vorsprung nie. Verlief die Partie zuvor schon spannend und äusserst unterhaltsam für das Publikum, so kam in der Schlussphase noch eine grosse Portion Dramatik hinzu. Nichts für schwache Nerven! Zuerst verwertete Gergö Fazekas beim vierten Anlauf endlich den ersten Penalty zum 24:23 für den HSCK, was Uster aber mit zwei Treffern innerhalb von 52 Sekunden zum 24:25 sofort korrigierte. Bitter für Kreuzlingen, das praktisch während der ganzen zweiten Halbzeit geführt hatte und nun seine Felle davon schwimmen sah. Aber die Gastgeber stemmten sich gegen dieses Schicksal und Kreisläufer Patrick Gyuris gelang nur zwölf Sekunden vor dem Abpfiff der umjubelte Ausgleichstreffer.

Peraciz avanciert zum Matchwinner
Der Punkt war damit allerdings noch längst nicht in trockenen Tüchern. Usters Gianluca Schaub kam vier Sekunden vor der Sirene nochmals zu einem Abschluss, scheiterte zwar am erneut hervorragend reagierenden Perazic, doch die Unparteiischen entschieden zum Entsetzen der Kreuzlinger auf Penalty. Ein höchst umstrittener Entscheid. Der 23-jährige Beco Perazic krönte seine tolle Leistung an diesem Abend mit dem dritten abgewehrten Penalty und avancierte nach seiner Einwechslung in der 31. Minute mit 13 Paraden zum Matchwinner.

Für Uster war das leistungsgerechte 25:25 allerdings eine gefühlte Niederlage, weil es damit weiterhin hinter dem HSC Kreuzlingen zurückliegt und das Ticket für die Aufstiegsrunde nicht mehr ohne Schützenhilfe lösen kann. Die Thurgauer hingegen haben es nun am nächsten Samstag in der Hand, den Sack zuzumachen und sich zum dritten Mal hintereinander für die Promotionsrunde zu qualifizieren. Bereits vor dem zweijährigen NLB-Abenteuer hatte der HSCK dieses Ziel zwei Mal erreicht.

HSC Kreuzlingen – SG Uster 25:25 (13:12)
SH Egelsee. – 400 Zuschauer. – Sr. Baumann/Cristallo.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 3-mal 2 Minuten gegen Uster.
Kreuzlingen: Glatt (8 Paraden)/Perazic (13); Schweikhardt, Göhringer (1), Briegmann (3), Bär, Heim (3), Kappenthuler, Fekete (7), Gianotti (1), Gyuris (1), Kozak (3), Fazekas (6).
Uster: Votapek (12 Paraden)/Nielsen; Schaub (2), Ochsenbein (2), Häberli (2), Kindler (2), Vernier (1), Ursic, Flessati (1), Schlumpf, Grimm (3/2), Thut (1), Wegmann (6), Tan (5).
Penaltystatistik: Kreuzlingen 1 von 4, Uster 2 von 5.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Juhasz und Major (beide verletzt).
Nächstes Spiel: HSC Kreuzlingen – Kadetten Youngsters Schaffhausen (Sonntag, 10. April, 16.00 Uhr, Sporthalle Egelsee).

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.