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Als Aussenseiter zum Aufstiegsfavoriten

Handball – Zum Auftakt der Finalrunde der besten sechs Erstligateams trifft der HSC Kreuzlingen diesen Samstag, 17 Uhr, auswärts auf einen der meistgenannten Aufstiegsanwärter. Der TV Solothurn hat die Rückkehr in die Nationalliga B selbst ebenfalls als klares Saisonziel definiert.

SCHWEIZ HANDBALL HERREN 1. LIGA«Wir können uns nur selbst schlagen», heisst es bei den selbstbewussten Solothurnern. Tatsächlich dominierten sie die Gruppe 3 nach Belieben. Aus 22 Spielen resultierten 42:2 Punkte und ein beeindruckendes Torverhältnis von 668:538 (+130). Damit setzte sich der TVS deutlich vor dem zweitklassierten Genf souverän an die Tabellenspitze. Mit dem ehemaligen U19-Nationalspieler Tim Weber wissen sie auch den Torschützenkönig in ihren Reihen. Der 22-jährige Rückraumspieler erzielte 179 Treffer und damit nahezu jedes vierte Tor des TV Solothurn. Er galt vor drei, vier Jahren als eines der vielversprechendsten Schweizer Nachuchstalente und stand vor dem Sprung ins NLA-Kader des BSV Bern Muri. Dann aber warfen ihn gleich mehrere schwere Verletzungen zurück. Beim TVS nimmt er nun einen neuen Anlauf und hat sein enormes Potenzial in dieser Saison eindrücklich unter Beweis gestellt. Weber hat mehr als doppelt so oft getroffen wie die beiden nächstbesten Offensivkräfte Nicola Moggi (76 Tore) und Tom Althaus (72).

TVS-Trainer Matthias Heger will mit seiner Mannschaft in dieser Finalrunde das nachholen, was man am Ende der letzten Saison denkbar knapp verpasst hatte. Damals schienen die Solothurner auf bestem Weg zurück in die Nationalliga B zu sein. Im letzten, scheinbar einfachen Spiel zeigten sie dann allerdings Nerven. Beim zuvor punktelosen SV Fides St. Gallen unterlagen sie beinahe sensationell mit 27:29 und verspielten so alle ihre Aufstiegschancen.

Die Kreuzlinger reisen zwar als Aussenseiter nach Solothurn, wollen dort ihre Haut aber so teuer wie möglich verkaufen. Dass die junge Truppe um Trainer Andy Dittert einiges Potenzial besitzt, bewies sie in der Schlussphase der Gruppenmeisterschaft, obschon man mit dem Langzeitvererletzten Zoltan Juhasz und Luca Major gleich auf zwei Leistungsträger verzichten musste. Aus den beiden «Finalspielen» gegen Uster (25:25) und die Kadetten Youngsters Schaffhausen (28:25) holte der HSCK drei Punkte und löste so das Ticket für die Aufstiegsrunde. Damit übertraf man die eigenen Erwartungen, hatte die Vereinsführung nach dem letztjährigen Abstieg aus der zweithöchsten Spielklasse und dem grossen Umbruch im Kader doch «nur» eine Top-5-Platzierung als Saisonziel definiert. Trainer Dittert ist es gelungen, die zahlreichen eigenen Nachwuchsspieler ins Team zu integrieren und diesem seinen Stempel aufzudrücken. Der Torschützenkönig der Österreichischen Nationalmannschaft und langjährige Bundesliga-Profi leistet ausgezeichnete Arbeit beim HSC Kreuzlingen und hat das Team kontinuierlich weiterentwickelt und gefestigt.

Der Erfolgsdruck im ersten Finalrundenspiel lastet definitiv auf den Schultern der ambitionierten Gastgeber, die von sich selbst gegen den Aussenseiter vom Bodensee nichts anderes als einen deutlichen Sieg erwarten. Nichtsdestotrotz können die Kreuzlinger durchaus mit breiter Brust nach Solothurn reisen. Im Wissen darum, dass sie zuletzt auch hartumkämpfte Spiele erfolgreich gestalten konnten. Vor allem defensiv wusste man sich zuletzt deutlich zu steigern. Mit Routinier Patrick Glatt und dem jungen Beco Peraciz kann sich der HSCK zudem auf eines der besten Torhüterduos in der gesamten Liga verlassen. Perazic stiess mit seinem gehaltenen Penalty gegen Uster in der Schlusssekunde die Türe zur Finalrunde weit auf und Glatt erreichte gegen Schaffhausen mit seinen NLB-erprobten Scharfschützen eine Abwehrquote von hervorragenden 58 Prozent.

Das erste Heimspiel dieser Finalrunde bestreiten die Kreuzlinger am Mittwoch, 20. April, 20 Uhr. Dann gastiert mit dem BSV Stans der souveräne Sieger der Gruppe 2 in der Kreuzlinger Egelseehalle. Gespielt wird die Finalrunde im Rhythmus Samstag-Mittwoch-Samstag. Sie dauert bis am 30. April und umfasst fünf Spieltage. Neben Solothurn und Stans messen sich die Kreuzlinger mit den Seen Tigers Winterthur, Genf und Olten. Die beiden besten Teams steigen in die Nationalliga B auf.

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