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Nachbarn blicken optimistisch in die Zukunft

Konstanz – Die Ergebnisse der achten Konstanzer Bürgerbefragung liegen vor.

Konstanz ist aus Sicht ihrer BürgerInnen eine Stadt mit guten Zukunftsaussichten. Die Zufriedenheit, in der Stadt Konstanz zu leben, ist anhaltend hoch bis sehr hoch. Schwerpunktthema der aktuellen Befragung ist das Thema «Lebendige Nachbarschaften». Insgesamt beteiligten sich 1600 BürgerInnen an der Studie. Präsentiert werden die Ergebnisse der Untersuchung am 21. April 2016 im Gemeinderat.

Prägend für das Image der Stadt sind die Touristen sowie der Ruf als Studenten- und Wissenschaftsstadt. Knapp drei Viertel der BürgerInnen bewerten Konstanz als multikulturelle Stadt, mit viel Kultur und viel Grün. Auch in den Kategorien Kultur, Sport sowie Familien- und Seniorenfreundlichkeit geben die KonstanzerInnen ihrer Stadt vorwiegend gute Noten. Neben der Zufriedenheit der Konstanzer mit ihrem Stadtviertel, dem unmittelbaren Wohnumfeld, den sozialen Kontakten und dem Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger wurden auch Einstellungen zur Flüchtlingspolitik abgefragt. Die Befragung wurde im Herbst 2015 zum achten Mal als Kooperationsprojekt der Stadt mit der Universität Konstanz durchgeführt.

Für grosszügige Flüchtlingspolitik
Der Anteil der KonstanzerInnen, die für eine eher grosszügige Flüchtlingspolitik sind, liegt bei 36 Prozent und damit weit über dem 2014 von der Robert-Bosch-Stiftung erhobenen bundesweiten Durchschnitt. In der deutschlandweiten Studie – weit vor dem grossen Flüchtlingszustrom – stimmten nur 17 Prozent der Befragten grosszügigeren Asylregeln zu. Für strengere Aufnahmeregeln plädieren in Konstanz 42 Prozent und damit der grösste Anteil der Befragten. 22 Prozent geben an, unentschieden zu sein. Insgesamt zeigt sich in Konstanz eine stärkere Polarisierung als in der deutschlandweiten Vergleichsuntersuchung von 2014, resümmieren die Forscher.

Detaillierte Untersuchung in den Stadtvierteln
Eine Besonderheit der achten Welle ist, dass in Bezug auf den Wohnort der Befragten nicht nur der Stadtteil, sondern auch das Stadtviertel erhoben wurde. Diese deutlich kleinräumigere Untersuchungseinheit ermöglichte erstmalig eine detaillierte Untersuchung von Lebenslagen und Bedürfnissen innerhalb von Nachbarschaften.

Gutes Miteinander in den Nachbarschaften
Das Miteinander in den Nachbarschaften wurde hinsichtlich des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Herkunft sowie von Alt und Jung bewertet. Von beiden Aspekten haben die KonstanzerInnen einen eher positiven Eindruck. Dies gilt weitestgehend einheitlich über die Stadtviertel hinweg. Zudem weisen die meisten Stadtviertel eine hohe Bereitschaft zur Nachbarschaftshilfe auf. Das nachbarschaftliche Zusammenleben kann insgesamt als sehr harmonisch bezeichnet werden: 80 Prozent der TeilnehmerInnen der Befragung sind kaum von Konflikten mit ihren Nachbarn betroffen. Beim Thema Sicherheit gaben die KonstanzerInnen mehrheitlich an, sich auch im Dunkeln in ihrer Nachbarschaft ziemlich sicher zu fühlen.

Guten Noten für Infrastruktur
Über das gesamte Stadtgebiet ist die Mehrheit eher oder voll und ganz mit den der Infrastruktur zufrieden. Schwankungen ergeben sich je nachdem, wo die Befragten wohnen. Das Angebot an Kindergärten, öffentlichem Nahverkehr und Naherholungsplätze werden besonders positiv bewertet. Aber auch die Einrichtungen für Kinder und Jugendliche bekommen gute Noten. Der Infrastrukturindex, der das Angebot für Senioren und die ärztliche Versorgung zusammenfasst, liegt im Durchschnitt über alle Befragte bei 67 Prozent.

Die Stadt Konstanz gehört zu den attraktivsten in Deutschland. (Bild: TI Konstanz)

Die Stadt Konstanz gehört zu den attraktivsten in Deutschland. (Bild: TI Konstanz)

Überwiegend hohe Zufriedenheit mit Kultur- und Vereinsangeboten
Auffällig (und erklärbar) ist die durchgängig hohe Zufriedenheit mit Kultur- und Vereinsangeboten in der Innenstadt (Standort des Theaters und der Philharmonie etc.), während Egg und Fürstenberg hier im unteren Bereich liegen. Während die Vororte eher unterschiedlich bewertet werden, wird das Gebiet im Westen um das Industriegebiet eher unterdurchschnitttlich, der Bereich im Osten um Petershausen-Ost eher überdurchschnittlich beurteilt. Unter den am besten bewerteten Stadtvierteln sind Wallhausen, Teile von Petershausen und das Paradies – inklusive der angrenzenden Altstadt-Viertel bis zur Laube. Die kritischsten Einschätzungen im Infrastrukturbereich gibt es beim Thema Verkehr: Mit der Regelung des Autoverkehrs sind insbesondere Wollmatingen und die Innenstadt weniger zufrieden.

Wohnen: 40 Prozent sind Eigentümer, 60 Prozent Mieter
Von den befragten Personen leben je nach Stadtviertel zwischen 60 und 100 Prozent der Befragten seit mindestens drei Jahren in derselben Nachbarschaft. Wanderungsbewegungen sind der Studie zufolge in Allmannsdorf, Staad, Königsbau, Dingelsdorf, Egg und einem Grossteil von Dettingen und Wollmatingen vergleichsweise selten, während beispielsweise Wallhausen und das Industriegebiet, aber auch Teile der Altstadt einen grösseren Wechsel in puncto Wohnbevölkerung erfahren haben. Ungefähr 80 Prozent der befragten KonstanzerInnen wohnen in einer Wohnung (und mit durchschnittlich fünf weiteren Parteien im Gebäude), 20 Prozent in einem Haus. 40 Prozent sind Eigentümer, 60 Prozent leben in einem Mietverhältnis. Die monatlichen Warmmieten liegen in der Stichprobe bei einem Mittelwert von 11,10 Euro pro Quadratmeter und sind damit im Vergleich zu den Befragungsdaten von 2008 um 1,80 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Für WG-Zimmer werden im Mittel 341 Euro Miete bezahlt.

Über die Konstanzer Bürgerbefragung
Die Konstanzer Bürgerbefragung ist ein Forschungsprojekt der Universität Konstanz zur Langzeitbeobachtung des Wandels auf kommunaler Ebene und wird von von der Stadt Konstanz gefördert. Die Studie wurde als Online-Befragung umgesetzt. 1600 Konstanzerinnen und Konstanzer beteiligten sich an der Befragung. Die Befragten spiegeln weitgehend die Bevölkerungsstruktur der Stadt Konstanz wieder, jedoch ist die politisch aktive Bevölkerung überrepräsentiert.

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