/// Rubrik: Kultur

Lyrik im Bodmanhaus

Gottlieben– Otto Jägersberg am Donnerstag, 21. April, um 20 Uhr, im Bodmanhaus Gottlieben bei Jochen Kelter zu Gast.

Otto Jägersberg, Autor. (Bild: Margrit Mueller)

Otto Jägersberg, Autor. (Bild: Margrit Mueller)

Nach genau dreissig Jahren veröffentlicht Otto Jägersberg wieder einen Gedichtband bei Diogenes, wo er von den sechziger bis in die achtziger Jahre neben seinem berühmt gewordenen Erstling «Weihrauch und Pumpernickel» weitere Romane und Erzählungen publiziert hat. «Wein Liebe Vaterland» hiess der letzte Gedichtband aus dem Jahr 1985. Eine lange Zeitspanne also seit der Ära Kohl. Den Kanzler kann er nun nicht mehr andichten. Die gute alte Nivea-Creme ist unterdessen auch ein wenig ranzig geworden («Niveau du
linder Schleim / du deutscher Schmier / du Massenweiss / Nivea»), und die Horten-Kaufhäuser («befiel / uns / Deine / Sonderangebote/ HORTEN / Du Preis/ knüller») sind längst aus unseren Städten verschwunden.

Aber im Ton ist Jägersberg sich treu geblieben: ganz eindeutig in den Fussstapfen von Morgenstern, nicht in denen von Benn oder Brecht. Mit Lakonie und Ironie, nie im hohen oder elegischen, selten in nachdenklichem Ton verhandelt er in über hundertzwanzig Gedichten Alltagsbegebenheiten, die gleichwohl zu Innehalten und Nachdenken Hand bieten.

Buchkultur schreibt über Jägersbergs Gedichtband: «Ein Vergnügen, diesem Schelm auf seinen Streifzügen zu folgen.» Und in der Stuttgarter Zeitung freute sich Jochen Keller, «dass Jägersberg imstande ist, zu beweisen, dass selbst Lyrik (die subtilste und feinnervigste der drei klassischen Gattungen) eine Angelegenheit für die Lachmuskeln und das Zwerchfell sein kann.»

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