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«Schlägertypen kann ich nicht gebrauchen»

Altnau – Das Image von Sicherheitsdiensten hat in letzter Zeit stark gelitten. André Twerenbold sorgt seit vielen Jahren für einen reibungslosen Ablauf bei Matches des HC Thurgau. Mit seinem A.T.S Sicherheitsdienst hat er sich vor eineinhalb Jahren selbstständig gemacht.

«Selbstbewusstssein und einen ruhigen Kopf behalten ist wichtiger als jemandem die Nase brechen zu können», sagt André Twerenbold. (Bild: zvg)

«Selbstbewusstssein und einen ruhigen Kopf behalten ist wichtiger als jemandem die Nase brechen zu können», sagt André Twerenbold. (Bild: zvg)

«Als Sicherheitschef bei den Eishockeyspielen des HC Thurgau habe ich schon einige heikle Situationen entschärft.» Zusammen mit seinen langjährigen Kollegen gründete er den A.T.S. Sicherheitsdienst. «Als eingespieltes Team wollten wir unsere Erfahrung auch anderen anbieten», begründet Twerenbold den Schritt, sich selbstständig zu machen. Zwischenzeitlich ist sein Pool von Mitarbeitern auf 19 Leute angestiegen. Immer noch sorgen sie dafür, dass kein Bier auf dem Eisfeld landet, daneben leisten sie auch Revierdienst oder sorgen bei Partys und Veranstaltungen für ein sicheres Miteinander.

Eine Branche im Umbruch
Die Branche befindet sich im Umbruch. Im Rahmen des Konkordats über Private Sicherheitsdienste muss ab 1. Januar 2017 jede Sicherheitsfrau und -mann einen nach Vorgaben der Polizei bestehen. «Sicher ein Zeichen der Professionalisierung», bewertet Twerenbold den Schritt. Das Niveau bei Sicherheitsdiensten sei früher wirklich tief gewesen. Schläger und Draufgänger seien damals eingesetzt worden. Mit  scharfen Einstellungskriterien und interner Ausbildung siebt er schwarze Schafe aus. Schläger haben in seinem Team nichts zu suchen.

Belastbar müsse man dennoch sein, denn brenzlige Situationen gibt es immer wieder. «Als der SC Rapperswil-Jona Lakers vergangenes Jahr abstieg, flog alles was nicht niet- und nagelfest war», erinnert er sich. Solch eine Frustentladung sei jedoch selten. Das Schönste für ihn ist, wenn es keine Zwischenfälle gibt. «Dann haben wir unseren Job gut gemacht», sagt Twerenbold.
Von den Eishockeyspielen sieht er während seines Dienstes wenig. «Das wäre mir mittlerweile sowieso zu langweilig», so der Familienvater. Viel lieber beobachtet er die Zuschauer. «An ihren Reaktionen merke ich ja, wann es ein Tor gibt.»

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