/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Städtische Finanzen kerngesund

Kreuzlingen – Erneut erwirtschaftet die Stadt Kreuzlingen einen Gewinn und deutlich mehr als budgetiert: Rund 4,4 Mio. Franken Plus weist die Jahresrechnung 2015 auf. «Zum letzten Mal», wie Stadtpräsident Andreas Netzle mit Blick auf die im Budget 2016 genehmigte Steuersenkung anlässlich der Vorstellung des Ergebnisses vorausschickte.

«Diese Überschüsse wie in den vergangenen Jahren wird es nicht mehr geben», kündigte Stadtpräsident Andreas Netzle gleich zu Beginn an. Durch den Gewinn sei man gewappnet für die anstehenden Grossprojekte, von denen das Stadthaus möglicherweise doch noch in diesem Jahr vors Volk kommen könnte. Er lobte die «Budgetdisziplin» und das «Kostenbewusstsein» in der Verwaltung.

Wenn man ausserordentliche Einnahmen, die das neue Rechnungslegungsmodell sauber vom operativen Erfolg abgrenzt, einrechnen würde, dann fiele der positive Abschluss sogar um fast eine Mio. Franken mehr aus, erklärte Finanzchef Thomas Knupp.

Grösstes Stück im Ausgabenkuchen sei die Soziale Wohlfahrt. Hier musste man 1,26 Mio. Franken mehr ausgeben als geplant. «Wir haben nicht aussergewöhnlich mehr Fälle, aber die einzelnen Fälle sind komplexer geworden und kosten mehr», brachte es der Stadtpräsident auf eine einfache Formel, ohne «KESB-Bashing» zu betreiben zu wollen.

Bei den Einnahmen durch Grundstücksgewinnsteuern (1,47 Mio. Franken mehr), bei den Gemeindesteuern und den niedrigeren Ausgaben für den Stadtbus (-107’000 Franken) weicht as Ergebnis vom Budget stark ab. Dem Alterszentrum zahlte die Stadt einen um 200000 Franken kleineren Defizitbeitrag als geplant. Unerwartete Einnahmen gab es unter anderem im Bereich «Bussen» (um 133’000 Franken) und durch Vermietung der Zivilschutzanlagen an den Bund (um 204’000 Franken). Dieser bringt dort Kriegsflüchtlinge aus dem Asylzentrum unter.

(Symbolbild: Archiv)

(Symbolbild: Archiv)

Viel Handel mit Land
Bei den Einkommens- und Vermögenssteuern gab es eine «Punktlandung», während der Ertrag durch Grundstücksgewinnsteuern aber ausschlaggebend für die Abweichung nach oben vom Budget war. 2016 ist Kreuzlingen von den grössten sechs Thurgauer Gemeinden die mit dem niedrigsten Gesamtsteuerfuss.

Die Investitionsausgaben waren im vergangenen Jahr niedrig (3,6 Mio statt 7,1 Mio. wie geplant). Das Nettovermögen beläuft sich auf 43,3 Mio. Franken. Das sind 2007 Franken pro Einwohner.

Der Stadtpräsident erinnerte daran, dass man für das laufende Jahr ein Minus von 1,8 Mio. Franken budgetiert habe. Dies nicht nur wegen der Steuersenkung, sondern auch angesichts der konjunkturellen Entwicklung und des wieder abnehmenden Bevölkerungswachstums.
Für die Zukunft habe man eine ausgezeichnete finanzielle Ausgangslage. Es gelte nun, die anstehenden Grossvorhaben aufzugleisen. «Es ist wichtig, dass wir jetzt investieren», so Netzle.

Der Gemeinderat befasst sich am 19. Mai mit der Rechnung. Der Stadtrat beantragt, den Ertragsüberschuss plus aussergewöhnliche Einnahmen von 5,4 Mio. Franken als Vortrag auf die neue Rechnung zu verwenden. Finanzplanerisch befindet sich die Stadt Kreuzlingen «auf Kurs», bekräftigte Stadtpräsident Andreas Netzle. Auch, wenn die fetten Jahre vorbei seien und in Zukunft das Eigenkapital abgebaut werde. Am 19. Mai entscheidet der Gemeinderat zudem über die Rechnung der TBK.

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