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Morgen fällt die Entscheidung

Konstanz – Hans-Detlef Rabe, Geschäftsführer des Scala Kinos, erklärt in einer Stellungnahme, das der Zeitpunkt gekommen sei, das Kino ins Lago zu verlegen. Die Bürgerinitiative, welche sich für ein Scala an der Marktstätte einsetzt, hat den Kampf jedoch noch nicht aufgegeben. Am Donnerstag fällt der Konstanzer Gemeinderat seine Entscheidung.

(Bild: sb)

(Bild: sb)

Die gekürzte Stellungnahme von Hans-Detlef Rabe:

Das grosse Interesse und der Zuspruch, den unser Haus in den vergangenen Wochen erhalten hat, sehe ich als Anerkennung und Wertschätzung unserer Arbeit, die wir seit Jahrzehnten tagtäglich im Scala-Kino leisten. Dass das Scala zum 31. Dezember 2016 schliessen muss, bedauere ich von Herzen.

Gleichzeitig ist es seit Jahren so, dass das Scala seine Kosten dank der günstigen Miete zwar knapp erwirtschaftet, aber nur sehr geringe Überschüsse erzielt hat, die keinen Spielraum für weitere Kostensteigerungen bieten. Somit ist der Erhalt des kulturellen Angebotes an der Marktstätte 22 nicht zu realisieren. Jedoch ist es uns möglich, die Filmkunst zu retten.

Das Scala-Kino wird die Räumlichkeiten wechseln und zwar in das nahe gelegene CineStar im Lago-Center. Die Umzugsplanung läuft  auf Hochtouren. Wir werden einen Saal im CineStar im Scala-Stil einrichten, wie z.B. mit den charmanten Leuchten aus dem Scala und dem, allen Scala-Freunden bekannten, Scala-Schriftzug.

Die Kino-Freunde, welche in Konstanz für den Erhalt des Scalas am Standort Marktstätte 22 kämpfen, geben indes nicht auf. Am Samstag demonstrierten 150 Personen im strömenden Regen.

Am Dienstag hatte die Stadt Konstanz Scala-Aktivisten, Vertreter der DM-Drogerie, den Bauherrn des Gebäudes Marktstrasse 22, den Betreiber des Scala-Kinos und andere mit den Dezernenten Dr. Andreas Osner und Karl Langensteiner-Schönborn an einen runden Tisch eingeladen. Die Protestler konnten sogar einen «Kino-Retter» auftreiben. Heinz Lochmann hat schon mehrere Kinos übernommen und wieder aufgepäppelt.

Der vom Pächter der Marktstätte 22 gar nicht gewünscht ist. Dieser stellte fest: Sein Unternehmen werde an den Verträgen mit der Drogerie, dem Scala-Betreiber und den Eigentümern des Gebäudes festhalten. «Es gibt keine Möglichkeit für eine Nachmietung».

Alle warten gespannt auf morgen. Am Donnerstag, 21. April, wird sich der Konstanzer Gemeinderat mit dem Thema befassen und womöglich die abschliessende Entscheidung treffen, wenn er den Antrag auf einen Bebauungsplan der Freien Grünen Liste behandelt. Dieser würde eine Veränderungssperre bedeuten, zumindest also Zeit verschaffen.

Lehnt er diesen ab, ist es das Ende des Kinos am Traditionsstandort.

Ein positives Ergebnis hatte der Runde Tisch dennoch: Die Bürgerinitiative kündigte an, sich nach dem Scala-Ende weiterhin für die Entwicklung der Altstadt einzusetzen. Von Oberbürgermeister Burchardt kam die Zusage, sich «erneut zusammenzusetzen», um eine Nachfolgelösung zu suchen.

 

 

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