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Auf den Galaauftritt folgt ein Desaster

Handball – Mit einer in jeder Hinsicht ungenügenden Leistung schlitterten die 1.-Liga-Männer des HSC Kreuzlingen in eine 20:33-Kanterniederlage in Winterthur.

Die Unzufriedenheit über den Auftritt seiner Mannschaft am 3. Spieltag der Aufstiegsrunde zur Nationalliga B war Kreuzlingens Trainer Andy Dittert ins Gesicht geschrieben. «Wir haben heute unser zweites, weniger positives Gesicht gezeigt,» fasste der Rekordtorschütze des Österreichischen Nationalteams kurz und knapp zusammen. Er sprach damit den Leistungseinbruch der ganzen Mannschaft an im Vergleich mit der starken Leistung beim 24:24 gegen den Aufstiegsanwärter Stans drei Tage zuvor. Tatsächlich waren die Kreuzlinger kaum mehr wiederzuerkennen und weder physisch noch mental parat, die schwierige Aufgabe gegen die SG Seen Tigers entschlossen anzugehen. Hatte der Kraftakt gegen Stans zu viel Energie gekostet? Nach einem ordentlichen Beginn gerieten sie gegen die Winterthurer wegen unnötigen Strafen schnell in Rücklage und mussten die routinierten Gastgeber bis zur Halbzeit auf 17:10 wegziehen lassen.

SCHWEIZ HANDBALL HERREN 1. LIGAErhoffte Reaktion bleibt aus
Im Gegensatz zur Partie gegen Stans konnten Fekete & Co. aber nicht mehr reagieren. Dazu gesellte sich auch noch Verletzungspech. Der drei Tage zuvor noch überragende Marcel Briegmann zog sich bereits in der ersten Halbzeit eine Wadenverletzung zu, die ihn früh ausser Gefecht setzte. Ohne einen gelernten Spielmacher (Luca Major fehlt ebenfalls verletzungshalber) wurde die Aufgabe gegen einen offensiv wie defensiv überzeugenden Gegner unlösbar. Insgesamt häuften sich über 30 Eigenfehler an. Und was trotzdem auf das Tor der Winterthurer kam, wurde oft eine Beute des ehemaligen NLA-Keepers Markus Haupt. Vorne wirbelte Goalgetter Raphael Liniger (Ex-Torschützenkönig der NLA) wie gewohnt und schuf mit seiner Torgefährlichkeit viel Raum für seine Mitspieler. Davon profitierte gerade auch Linksaussen Cedric Kiss, der mit neun Treffern zum erfolgreichsten Schützen dieser Partie avancierte.

Die einseitige Partie war früh entschieden und schlussendlich ging es bald einmal nur noch um die Höhe des Zürcher Sieges. Dieser fiel mit 33:20 denn auch überaus deutlich aus, weil bei den Kreuzlingern kein Wille erkennbar war, den Schaden zumindest resultatmässig einigermassen in Grenzen zu halten. Es war der bisher schwächste Auftritt des HSCK in dieser Aufstiegsrunde.

Zuerst in Genf, dann zu Hause
Es folgen nun noch zwei Partien. Am Mittwoch gastieren die Thurgauer bei Chênois Genf, das ebenfalls kaum mehr Promotionschancen besitzt. Und zum Saisonabschluss empfängt der HSC Kreuzlingen am nächsten Samstag die SG HV Olten. Anpfiff in der Egelseehalle ist um 19.30 Uhr.

Solothurn und Stans vor Aufstieg
In der Tabelle der 1.-Liga-Finalrunde liegen der TV Solothurn (6:0 Punkte) und der BSV Stans (5:1) auf den beiden Aufstiegsplätzen. Die drittplatzierte SG Seen Tigers Winterthur ist nicht aufstiegsberechtigt. Weil Chênois Genf (2:4), Kreuzlingen (1:5) und Olten (0:6) bereits deutlich distanziert sind, scheint die Entscheidung im Kampf um die NLB-Tickets schon nach drei von fünf Spieltagen gefallen zu sein.

SG Seen Tigers Winterthur – HSC Kreuzlingen 33:20 (17:10)
Eulachhalle. – 250 Zuschauer. – Sr. Kunze/Morf.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Winterthur, 8-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen.
Winterthur: Haupt/Hauser; Ganz (2), Graf (3), Huwiler (5), Kiss (9), Liniger (6), Ch. Meili (3), M. Meili (3), N. Meili, Singler (2), Sutter,Weber, Oltmanns.
Kreuzlingen: Glatt/Perazic; Bär (1/1), Briegmann, Deriks, Fazekas (2), Fekete (1), Göhringer (2), Gyuris (3/1), Heim (1), Juhasz (2/1), Kappenthuler (4), Kozak (1), Schweikhardt (3).
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Major und Gianotti (beide verletzt).

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