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Nur hauchdünn die Überraschung verpasst

Handball – Trotz schwierigen Vorzeichen zeigte der HSC Kreuzlingen am vorletzten Spieltag der 1.-Liga-Finalrunde eine starke Leistung und verlor in Genf nur knapp mit 26:27.

Nicht wirklich viel hat vor dem Anpfiff in der Sporthalle Sous-Moulin für einen positiven Auftritt der Kreuzlinger am Genfersee gesprochen. Die Anreise per Bus dauerte wegen zahlreichen Staus beinahe sieben (!) Stunden und mit Marcel Briegmann sowie Luca Major fehlten verletzungshalber die beiden Spielmacher. Dazu konnte auch Keeper Patrick Glatt die Reise nicht mitmachen.

Schaden in Grenzen gehalten
Fast schon traditionell fanden die Thurgauer nur schleppend ins Spiel. Die Gastgeber mussten diese Partie unbedingt gewinnen, wollten sie sich die Tür zur Nationalliga B einen Spalt weit offenhalten. Angeführt von ihrem ehemaligen NLB-Torschützenkönig Adrien Molinié legten die Genfer schnell auf 5:1 vor und verteidigten ihren Vorsprung bis zur Pause souverän. Den Kreuzlingern unterliefen in den ersten 30 Minuten zu viele Fehler. Sie mussten sich nach den Umstellungen offensichtlich zuerst noch finden. Der junge Pascal Schweikhardt übernahm den wichtigen Part des Spielmachers. Er zeigte insgesamt eine sehr ansprechende Leistung. Mit dem 16:13-Halbzeitstand für Genf konnten die Kreuzlinger den Schaden in Grenzen halten.

Gabor Fülöp für Kreuzlingen im Zweikampf. (Archivbild: Mario Gaccioli)

Gabor Fülöp für Kreuzlingen im Zweikampf. (Archivbild: Mario Gaccioli)

Aufholjagd nach Time-out
Als die ambitionierten Calvinstädter in den ersten sechs Minuten nach der Pause gleich auf 20:14 erhöhten, schien der HSCK dann doch schon frühzeitig abgehängt zu werden. Das Time-out wirkte aber Wunder. Der Aussenseiter aus der Ostschweiz holte nun mit einer kämpferisch wie spielerisch starken Phase Tor um Tor auf und schaffte durch ihren besten Angreifer Istvan Fekete nach knapp 48 Minuten den 22:22-Gleichstand. Grossen Anteil an der erfolgreichen Aufholjagd besass Routinier Pal Kenyeres zwischen den Pfosten. Der 41-jährige Ungare, der beim HSCK im Normalfall die Funktion des Torhütertrainers ausübt, bewies mit zahlreichen erstklassigen Paraden, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört.

Die Genfer wurden angesichts der Kreuzlinger Gegenwehr sichtlich nervös. Umso mehr, als Fekete die Gäste mit seinem zehnten Treffer drei Minuten vor Schluss erstmals mit 24:25 in Führung brachte. Aber in der packenden Schlussphase leisteten sich die Thurgauer dann leider wieder den einen oder anderen Fehler zu viel, was Genf mit einem Doppelschlag zur Wende ausnützte. Zwar brachte Milan Kozak den HSCK nochmals auf einen Treffer heran, aber den knappen Vorsprung schaukelten die Calvinstädter in den verbleibenden 31 Sekunden sicher ins Ziel.

Zum Abschluss das Heimspiel gegen Olten
Damit bietet sich Chênois am letzten Spieltag die Chance, die sofortige Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse doch noch zu schaffen. Hierfür müssen die Genfer aber das Auswärtsspiel beim BSV Stans gewinnen, der seinerseits beim TV Solothurn mit 30:35 unterlag. Solothurn steht damit als erster von zwei Aufsteigern fest.

Der HSC Kreuzlingen will sich am Samstag vor heimischem Publikum mit einer guten Leistung gegen Olten in die verdiente Frühlingspause verabschieden. Die Partie in der Egelseehalle wird um 19.30 Uhr angepfiffen. Mit dem Aufstieg hat das Team von Trainer Andy Dittert nichts mehr zu schaffen. Zumindest will man die Saison mit einem Erfolgserlebnis abschliessen.

CS Chênois Genf – HSC Kreuzlingen 27:26 (16:13)
Sous-Moulin. – 300 Zuschauer. – Sr. Castineiras/Zwahlen.
Strafen: je 2-mal 2 Minuten.
Genf: Besson (12 Paraden)/Egli (0); Vanat (2), Steinmann (4), Mercaton, Belfiore, Kolak (4), Dos Santos Pinheiro (1), Molinié (7), G. Terrier, M. Terrier (1), Van Baar (4/2), Besson, Binder, Abadie (4).
Kreuzlingen: Perazic (5 Paraden)/Kenyeres (9); Schweikhardt (2), Göhringer (2), Bär, Heim (2), Kappenthuler, Fekete (10/3), Juhasz (2), Gyuris (5), Kozak (2), Fazekas (1).
Penaltystatistik: Genf 2 von 2, Kreuzlingen 3 von 3.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Briegmann, Major, Gianotti (alle verletzt) und Glatt (Beruf).

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