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Pappelallee soll unter Schutz gestellt werden

Konstanz – Die Pappelalle im Tägermoss soll unter Schutz gestellt werden. Das sieht ein Entwurf des Kantons Thurgau vor, der der Stadtverwaltung Konstanz für eine Stellungnahme (Vernehmlassung) vorliegt. Um genügend Zeit für die Bürgerbeteiligung und die Beratung in den Gremien zu haben, hat die Stadtverwaltung Konstanz den Kanton Thurgau bereits frühzeitg vor Erhalt des Entwurfs um Verlängerung der Frist für eine Stellungnahme gebeten. Ein öffentliches Treffen mit der Bürgerinitiative «Rettung der Pappeln am Seerhein» findet am 24. Mai um 16 Uhr vor Ort im Tägermoos statt.

Die Pappel-Allee vor dem Kahlschlag. (Bild: zvg)

Die Pappel-Allee vor dem Kahlschlag. (Bild: zvg)

Im Schutzgebietsentwurf des Kantons ist erstmalig ausdrücklich ein etwa 600 Meter langer Alleenschutzbereich zwischen der Ziegelbrücke bis zur Badestelle Kuhhorn definiert. Dieser Bereich umfasst die komplette noch heute bestehende Hybridpappelallee und den Abschnitt mit den nachgepflanzten Schwarzpappeln. Eingriffe in den Alleenschutzbereich sind nur zugunsten der Sicherheit zulässig. Abgehende Hybridpappeln sind durch einheimische Schwarzpappeln oder Espen zu ersetzen. Für die Pflege und Erneuerung ist ein separates Konzept erforderlich, das aber nicht Gegenstand der Vernehmlassung ist.

Fristverlängerung ermöglicht Bürgerbeteiligung
In einem Interview mit dem Online-Magazin «seemooz» vom 29. April 2016 behauptet Henning Hülsmeier von der Bürgerinitiative «Rettung der Pappeln am Seerhein», das von der Stadtverwaltung «getrickst und geblufft wird». Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist vielmehr, dass die Stadtverwaltung die BürgerInnenbeteiligung längst eingeleitet hat. So hat das Amt für Stadtplanung und Umwelt bereits vor Erhalt des Entwurfs beim Kanton um eine Fristverlängerung bis zum 1. Juli 2016 gebeten, um wie im Juli 2015 zugesagt die Bürgerinitiative zu beteiligen und die Stellungnahme im Technischen und Umweltausschus zu behandeln. Die «normale Frist» zur Abgabe von Stellungnahmen in der Schweiz endet am 30. April 2016.

Mehrere Schritte zur Vorbereitung der Bürgerbeteiligung
Bereits vor der Bürgerbeteiligung hat die Stadtverwaltung mehrere Schritte geplant und durchgeführt. So hat zur Klärung der Zuständigkeit der Waldbewirtschaftung am 26. April ein Gespräch mit den Beteiligen von Schweizer und deutscher Seite stattgefunden. Teilgenommen haben von Schweizer Seite das Forstamt Kanton Thurgau, der Revierförster Tägerwilen und Betriebsleiter der Bürgergemeinde Tägerwilen. Von Konstanzer Seite waren die Technischen Betriebe Konstanz, die Kämmerei Konstanz (Waldbewirtschaftung), das Amt für Liegenschaften und Geoinformation und das Amt für Stadtplanung und Umwelt beteiligt.
Hintergrund des Gesprächs war, dass in der Schutzanordnung Espen Riet im Tägermoos auch die Waldflächen sowie die Pappelallee Bestandteil der Schutzanordnung sind. Die Stadt Konstanz ist in diesem Gebiet zu 100 Prozent Grundstückseigentümerin. In dieser Besprechung galt es zu klären, wer für die Verkehrssicherheit im Wald auf Schweizer Hoheitsgebiet zuständig ist. Nach Schweizer Recht liegt grundsätzlich die Zuständigkeit beim Grundstückseigentümer, hier bei der Stadt Konstanz.

Ein weiteres Gespräch ist für den 10. Mai mit dem Sachverständigen für Baumpflege Dr. Christian Rabe und den Technischen Betriebe Konstanz terminiert.

OB Burchardt lädt zu Treffen vor Ort
Ein öffentliches Treffen mit der Bürgerinitaitive findet auf Einaldungvon OB Uli Burchardt am 24. Mai 2016 um 16 Uhr vor Ort im Tägermoos statt. Dazu eingeladen werden alle Verfahrensbeteiligten, Umweltverbände und die interessierte Öffentlichkeit.

Beratung im Umweltausschuss vor der Sommerpause
Erst nach der Bürgerbeteiligung erstellt die Verwaltung die Sitzungsvorlage für die Vorberatung im Technischen und Umweltausschuss. In der Entscheidungsgrundlage ist auch die Stellungnahme der Bürgerinitiatve enthalten. Der TUA berät das Thema am 9. Juni 2016 oder spätestens am 14. Juli 2016 (mit Fristverlängerung). Dies ist dem Sprecher der Bürgerinitiative Henning Hülsmeier bereits mitgeteilt worden.

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One thought on “Pappelallee soll unter Schutz gestellt werden

  1. Henning Hülsmeier

    Pappeln unter Schutz gestellt.
    Die Auseinandersetzung der binationalen Bürgerinitiative Pappelallee Tägermoos mit der Verwaltung Konstanz ist wiederaufgeflammt, als wir nur durch Zufall erfuhren, dass der Entwurf der Schutzanordnung Espen Riet in Zusammenarbeit mit der Stadt Konstanz ausgearbeitet wurde. und wir hierbei nicht informiert und schon garnicht beteiligt wurden. Am 23. Juli letzten Jahres hatte der Konstanzer Gemeinderat einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung mit der Bürgerinitiative, Naturschutzverbänden( D und CH ), Thurgauer Behörden und Experten ein Zielkonzept für das Tägermoos entwickeln sollte. In den 9 Monaten seither hat die Stadt diese Gruppe nicht eingerichtet, hat keinerlei Planungen mitgeteilt, keine Informationen gegeben ausser gelegentlich ,dass man auf die Thurgauer Schutzanordnung warte.
    Diese Schutzanordnung ist in fast allen Aspekten ganz ausgezeichnet. Nur einen wirklich grossen Mangel zeigt sie in unseren Augen
    Im Entwurf zu dieser Anordnung wird die Pappelallee nicht erwähnt, nur im Anhang „Pflegeplan“ wird Allee als landschaftsprägendes Element genannt und auf einer Karte eine Alleeschutzzone eingezeichnet, die die zu schützende Allee willkürlich um 300 meter gegenüber der bislang festgelegten Pappelallee verkürzt.
    Da die Stadt Konstanz an dieser Schutzanordnung direkt mitgearbeitet hat und diese Planung der Arbeitsgruppe Zielkonzept sorgfältig bis Mitte April verschwiegen hat, werfen wir ihr “ verdeckte Karten und bluffen“ wie beim Pokern vor. Die Fristverlängerung zur Einsprache bis 1.Juliwird als Fürsorge für uns bezeichnet, was wir nicht so recht würdigen können, da alle Elemente dieser Planung völlig ohne unser Wissen abliefen.
    Den Entwurf zur Vernehmlassung Schutzanordnung haben wir uns aus dem Thurgau verschaffen müssen. Hier liegt er seit Mitte März öffentlich aus und Verbände und Beteiligte sind klar und freundlich eingeladen Stellung zu nehmen. Ein Umgang von Behörden mit Bürgern, von dem wir in Konstanz im Moment nur träumen können.
    Wir fordern vom Oberbürgermeister die sofortige Einrichtung der Gruppe Zielkonzept entsprechend dem Beschluss des Gemeinderats. Die bislang auch im Dunkeln gehaltenen Stadträte sind informiert und werden diesen Vorgang zur Diskussion stellen.
    Wir wollen eine Pappelallee in ganzer Länge von Galge( Ziegelbrücke) bis zur Badi Tägerwilen und bitten Sie um Unterstützung für die Erhaltung und Rettung dieses wunderschönen, Thurgauer und Konstanzer freundlich verbindenden Uferweges.
    Dr.med Henning Hülsmeier , FMH

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