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Erneut Millionengewinne für die Schule

Kreuzlingen – Primar- und Sekundarschule schliessen ihre Rechnungen weit über Budget ab. Unerwartete Einnahmen aus der Grundstückgewinnsteuer spülten Geld in die Kasse.

Kreuzlingen braucht mehr Wasserfläche.(Bild: zvg)

Kreuzlingen braucht mehr Wasserfläche. (Bild: zvg)

Zusammen haben beide Körperschaften ein Plus von 4,1 Millionen Franken erwirtschaftet. Die Primarschule schliesst 1,7 Millionen Franken besser ab als geplant, die Sekundarschule 1,1 Millionen Franken. Beide stecken den Gewinn in Vorfinanzierungen. Für den Kindergarten an der Finkernstrasse und die Erweiterung des Schulzentrums Seetal legt die Primarschule 1,4 Millionen Franken auf die Seite. Die Sekundarschule füllt die Kasse für die Sanierung des Thermalbads Egelsee um eine weitere Million Franken auf 2,5 Millionen Franken. Der Rest des Ertragsüberschusses, jeweils etwas mehr als eine Million Franken, kommt ins Eigenkapital.

Sparsame Mitarbeitende
«Das Ergebnis ist sehr, sehr positiv», urteilte Schulpräsident René Zweifel zufrieden. Einerseits sei eine «realistische, defensive Budgetierung» ein Grund für das Resultat, andererseits auch «der sparsame Umgang mit den finanziellen Mitteln».

Wie schon bei der Rechnung der Stadt hat der rege Handel mit Grundstücken und Liegenschaften einen beträchtlichen Mehrbetrag ergeben. Bei der Primarschulgemeinde spülten die Grundstückgewinnsteuern höhere Ertragsanteile von 800’000 Franken ins Kässeli. Bei der Sekundarschulgemeinde waren es 628’000 Franken. Es wurde auch weniger ausgegeben: Bei den Lohnkosten musste die Primarschule 500’000 Franken weniger zahlen als angenommen, die Sekundarschule 300’000 Franken. «Zum Zeitpunkt der Planung lagen die detaillierten Lohntabellen der Besoldungsrevision, die per 1. Januar 2015 in Kraft trat, noch nicht vor», erklärte Finanzchefin Susanne Burgmer die konservative Budgetierung.

Zu viel Abgaben
Wie jedes Jahr stöhnt die Schule Kreuzlingen wegen der hohen Abgaben an den Kanton. 6,3 Millionen Franken waren es 2015 bei der Sekundarschule, bei der Primarschule immerhin noch 2,7 Millionen Franken. Hinzu kommt, dass diese Zahlen gemäss Kanton fast doppelt so hoch hätten sein sollen. Normalerweise werden die Abgaben aufgrund der Steuereinnahmen und Lohnkosten des vorangegangenen Jahres errechnet. Das Amt für Volksschule will aber Beitrags- und Bemessungsjahr zusammenlegen. Um dies einzuführen, müsste die Kreuzlinger Schule im ersten Jahr 7,9 Millionen Franken extra abgrenzen. «Wir sind der Meinung, dass dies keiner gesetzlichen Grundlage entspricht», erklärte Finanzchefin Burgmer. Alle grösseren und kleineren Gemeinden, die Beiträge zahlen müssen, seien dieser Meinung. «Die empfangenden Gemeinden haben aber schon umgestellt. Das könnte diese vor Probleme stellen», so Burgmer. «Der Kanton befindet sich in einem Dilemma.» Entschieden sei aber noch nichts, die Gespräche laufen.

Gemäss Schulpräsident Zweifel sei man «mit dem Finanzausgleich absolut einverstanden, sonst funktioniert das Schulwesen nicht.» Aber die Parameter müssten gerechter bemessen werden.
Das Eigenkapital bei beiden Schulgemeinden sei sehr gesund. Die Pläne des Kantons würden es aber auf einen Schlag arg dezimieren.

Vertrauen in zweiten Anlauf
Grosse Brocken will die Sekundarschule in den kommenden Jahren im Egelsee investieren. So ist die Renovation des Schulhauses für dieses und nächstes Jahr geplant, nach der Fassadenrenovation wird das dritte Obergeschoss neugestaltet. Im Dezember will man den Gewinner der Ausschreibung für das Thermalbad küren. Das Projekt soll im 2017 zur Volksabstimmung gelangen, der Bau im 2018 beginnen. «Die Vorlage einer reduzierten Version, ohne Sauna, wird beim Volk Erfolg haben», zeigt sich Schulpräsident Zweifel überzeugt. Der Bedarf nach Wasserflächen sei nach wie vor hoch: «Im Zwei-Wochen-Takt bekommen wir Anfragen von anderen Schulen, ob sie das Hallenbad benutzen können. Nach der Sanierung und Erweiterung hätten wir doppelt so viel Kapazitäten fürs Schulschwimmen.»

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One thought on “Erneut Millionengewinne für die Schule

  1. Bruno Neidhart

    Es ist nun wirklich mal Zeit, sollte – wie berichtet wird – derart viel Geld vorhanden sein, nun den unansehnlichen Schulpavillon beim Schreiberschulhaus, am Eingang zum „Campus“, endgültig in der Versenkung verschwinden zu lassen.
    Und „Der Bedarf an Wasserfläche“ ist nicht nur für die Schulen hoch, wie bereits vor der ersten Auflage des gescheiterten Versuchs, Kreuzlingens Indoor- Schwimmfläche nach vorne zu bringen, festgestellt wurde, sondern eben auch für Freizeit und Gesundheit – ja für den Tourismus! -, insbesondere aber auch für den Kreuzlinger Schwimmsport! Es ist von einem grossen „Gesellschaftsprojekt“ – nicht nur von ein „Schulprojekt“ auszugehen. Letzteres wäre kleinkariert.

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