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Meditativer, mystischer Chorgesang

Konstanz – Das Angelicus Ensemble, ein bulgarisches, aus fünf Berufssängern bestehendes a capella Männerensemble, ist am Pfingstsonntag, 15. Mai, um 20 Uhr, in der Lutherkirche zu hören. Eintritt frei.

Der Angelicus Chor. (Bild: zvg)

Der Angelicus Chor. (Bild: zvg)

Die Musik der orthodoxen Kirche hat für sehr viele Menschen eine grosse Faszination: Mönchschöre in Zwiebelturm-gekrönten Kirchen vor Wänden mit goldenen Ikonen. Wenig bekannt ist, dass es in Bulgarien eine Jahrtausende alte Tradition des Chorgesangs von Mönchen in bescheidenen Klöstern gegeben hat.

Womit ist der Ruhm der bulgarischen Stimmen zu erklären? Viele Menschen denken zuerst an den legendären Sänger Orpheus, dessen Stimme laut der Sage einst über den Rhodopen erklang. Die Liebhaber orthodoxer Musik ziehen ihrerseits Parallelen zum mittelalterlichen bulgarischen Komponisten Joan Kukusel, der wegen seinem ausserordentlichen Sängertalent den Beinamen «Der Engelsstimmige» erhielt. Bekannte Interpreten trugen dazu bei, dass die einzigartige Musik im Laufe der Jahrhunderte erhalten geblieben ist. Es ist durchaus kein Zufall, dass Musikkritiker aus aller Welt Bulgarien als das Land der ungewöhnlichen Stimmen bezeichnen, das immer wieder grosse Opernsänger hervorgebracht hat. Nun haben Interessierte die Gelegenheit, diese Musik selbst zu erleben.

Eine Gruppe von hingebungsvollen Künstlern wird von der Idee begeistert, das russische, bulgarische und griechische altertümliche Orthodoxmusikerbe auf den Weltbühnen aufzuführen. Es werden authentische Byzantinischen Orthodoxsakralgesänge aus den Archiven der Klosterbibliotheken und Kirchen ausfindig gemacht und einstudiert. Im Laufe der Zeit beweist der Chor seine Professionalität seine musikalische Qualität und gewinnt weltweit an Popularität.

Die kirchenmusikalische Zeitreise des Chores geht von bulgarischer Musik des Mittelalters (700 n. Chr.) aus und umfasst Werke der russischen Kirchenkomponisten des 17. und 18. Jahrhunderts, des russischen musikalischen Barocks bis hin zu bulgarischen Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts. Auch Werke der Klassiker Tschaikowsky, Rachmaninov und Musorgsky werden zur Aufführung kommen.

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