/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Chance für Regio Kreuzlingen

Kreuzlingen – Chance oder Last für die Region Kreuzlingen? Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bekamen in Kreuzlingen von Regierungsrätin Carmen Haag Antworten rund um den Planungskredit für die Expo, über den am 5. Juni im Thurgau abgestimmt wird.

Regio-Präsident René Walther ist überzeugt, dass die Regio Kreuzlingen gute Ideen zur Expo beisteuern kann. (Bild: zvg)

Regio-Präsident René Walther ist überzeugt, dass die Regio Kreuzlingen gute Ideen zur Expo beisteuern kann. (Bild: zvg)

Die Informationsveranstaltung gestern Abend wurde von der Regionalplanungsgruppe Regio Kreuzlingen organisiert. Die Regio Kreuzlingen will der Landesausstellung Expo2027 in der Ostschweiz eine Chance geben und mit dem Thurgauer Projektierungskredit von drei Millionen Franken weitere Abklärungen ermöglichen. Regio-Präsident René Walther sagte einleitend, es gehe weniger darum, neue Gelegenheiten zu schaffen, als die sich bietenden zu nutzen. Die Expo sei so eine Gelegenheit, von der die Region profitieren könne.

«Mehr als machbar»
Regierungsrätin Carmen Haag sagte, die Zeit sei nun reif für eine Expo Bodensee-Ostschweiz. Zuerst blickte sie auf die Entstehungsgeschichte der Expo-Idee zurück, die im Thurgau ihren Ursprung hatte. Zum danach formulierten Masterplan hätten alle Schweizer Kantonsregierungen und der Bundesrat Zustimmung signalisiert. Die Unterstützung sei nun breit genug, um auf dieser Basis weitere Details zu erarbeiten. Zahlen könnten erst dann beziffert werden, die Kosten seien aber niemals so hoch, wie es Gegner der Expo glauben machen wollten: «Eine Expo wäre für den Thurgau mehr als machbar», ist sie überzeugt.

Regierungsrätin Carmen Haag bezeichnete die Expo 2027 auch für die Region Kreuzlingen als grosse Chance. (Bild: zvg)

Regierungsrätin Carmen Haag bezeichnete die Expo 2027 auch für die Region Kreuzlingen als grosse Chance. (Bild: zvg)

Reicht bis nach Kreuzlingen
Das noch zu vertiefende Konzept sehe ein Seelandschaft, eine Stadtlandschaft und eine Berglandschaft vom Bodensee bis zum Alpstein vor. Die Landesausstellung soll sich natürlich in die Umgebung integrieren. Wichtig sei die spezielle Erschliessung mit der Bahn mit verschiedenen Ringen, wobei der äusserste Ring bis nach Kreuzlingen reiche. Die Expo werde zudem einen Bezug zu den Nachbarländern haben, die bereits gut integriert seien. Die Internationalität könne aber noch verbessert werden.

Details abklären
In einem nächsten Schritt, wofür der Projektierungskredit notwendig sei, müssten nun Kosten und Finanzierung detailliert abgeklärt werden. Danach gebe es eine weitere Volksabstimmung in den Gastgeberkantonen – voraussichtlich ungefähr 2019. Bei einem Ja zum Projektkredit soll gemäss Haag eine Geschäftsstelle geschaffen werden, um das Projekt professionell weiterzuentwickeln. Die Machbarkeit müsse inhaltlich, technisch, finanziell und wirtschaftlich aber auch organisatorisch, zeitlich und rechtlich abgeklärt werden. Sie sei sich bewusst, dass man jetzt noch wenig wisse. Es sei eine «Riesenchance für die Ostschweiz, sich als gute Gastgeberin und Organisatorin zu beweisen».

Anders als Strassenbau
In der regen Diskussion liess ein Besucher wissen, dass er sich aufgrund der Entwicklung der Kosten für die Bodensee-Thurtal-Strasse falsch informiert gefühlt habe und deshalb kein Vertrauen mehr in die kantonale Politik aufbringen könne. Haag äusserte Verständnis für diese Wahrnehmung. Es gab jedoch auch Unverständnis im Saal, dass die Expo nun darunter leiden müsse. Haag erläuterte den Unterschied des Strassenprojekts zur Expo: Es bestehe die Möglichkeit, bei Kostenüberschreitungen auf Teilprojekte zu verzichten, sollte es nicht genügend Sponsoren geben. Man wolle gemäss dem Konzept insbesondere Bauten verwirklichen, die nachher auch langfristig von der Bevölkerung genutzt werden können. Die Nachhaltigkeit sei besonders wichtig. Die letzte Expo habe überdies weit mehr Einnahmen als Ausgaben generiert: «Sie hat sich gelohnt.» Aus früheren Fehlern könne man lernen. So habe sie auch bereits gute Erfahrungen mit dem «Retter» der letzten Expo, Martin Heller, gemacht, der das aktuelle Projekt von Beginn weg begleitet, was das letzte Mal erst zu einem späten Zeitpunkt der Fall gewesen sei.

Was die Region tun kann
Eine Besucherin fragte, was die Region Kreuzlingen einbringen kann. Haag entgegnete, dass sich die Regio Kreuzlingen in der nächsten Phase mit guten Ideen einbringen könne. Die Diskussion zeigte, dass es daran nicht mangeln würde: Die Regio Kreuzlingen könnte sich als nördliches Eingangstor zur Expo positionieren. Haag freute sich besonders, dass verschiedene Regionalplanungsgruppen solidarisch hinter dem Projektierungskredit stünden.
Eine Besucherin zeigte sich erfreut darüber und fasste die Erfahrungen aus ihrem Bekanntenkreis abschliessend zusammen: «Was von einer Expo bleibt, kann man nicht zahlen – was Menschen ins Alter mitnehmen, kann man nicht rechnen. Man soll nicht immer nur fragen, was es kostet. Wenn man etwas Rechtes macht, kostet es auch.»

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.