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Nach wie vor geringe Auftragspolster in der Thurgauer Industrie

Frauenfeld – Die Geschäftslage in der Thurgauer Industrie bleibt schwierig, stabilisiert sich aber allmählich. Bis zum Herbst erwarten die Betriebe eine zaghafte Besserung. Nach wie vor recht lebhaft läuft die Thurgauer Baukonjunktur. Die Detailhändler berichten von einer angespannten Lage.

Mit der Thurgauer Wirtschaft geht es Auf und Ab. (Bild: Archiv)

Die Stimmung bleibt gedämpft. (Bild: Archiv)

Gemäss der soeben erschienenen Ausgabe des «Thurgauer Wirtschaftsbarometers», das vom Kanton Thurgau, der Thurgauer Kantonalbank und der Industrie- und Handelskammer Thurgau gemeinsam getragen wird, bleibt die Stimmung in der Thurgauer Industrie gedämpft. Von den Anfang April 2016 von der Konjunkturforschungsstelle KOF ETH befragten Thurgauer Industriebetrieben meldeten knapp zwei Drittel eine befriedigende, die übrigen mehrheitlich eine schlechte Geschäftslage.

Auftragsbestände sind verbreitet zu tief
Nach wie vor prägen tiefe Auftragsbestände die Situation der Thurgauer Industrie. Gut jeder dritte Betrieb berichtet von unzureichend gefüllten Auftragsbüchern, bezogen auf Aufträge aus dem Ausland ist es sogar mehr als jeder zweite. Demgegenüber melden nur acht Prozent der Befragten grosse Auftragsbestände.

Exporte weiter unter Druck
Für die Thurgauer Exportwirtschaft bleibt die Situation schwierig. Im ersten Quartal 2016 nahmen die Exporte aus dem Thurgau wertmässig um acht Prozent ab. Dies ist allerdings stark auf Abstriche bei den Verkaufspreisen zurückzuführen. Mengenmässig stiegen die Exporte erstmals seit über einem Jahr wieder geringfügig (plus zwei Prozent). Von den grössten Exportbranchen litt insbesondere die Maschinenindustrie unter nach wie vor rückläufigen Exporten (minus 15 Prozent). Demgegenüber erzielte die Metallbranche erstmals wieder ein leichtes Ausfuhrplus (plus zwei Prozent). Minderausfuhren gab es in alle grösseren Wirtschaftsräume. Die Exporte in die EU lagen um drei Prozent unter dem Vorjahresstand, jene nach Deutschland um knapp sibene Prozent.

Verhaltene Zuversicht
Die Thurgauer Industriebetriebe blicken verhalten zuversichtlich in die nähere Zukunft. Sechs von zehn Betrieben gehen für das zweite Quartal 2016 von einer unveränderten Situation bezüglich Produktion und Bestellungseingängen aus. Bei den übrigen überwiegen die positiven Erwartungen leicht. Für den Zeithorizont bis zum Herbst 2016 rechnet jeder dritte Thurgauer Industriebetrieb mit einer Verbesserung der Geschäftslage, nur jeder zehnte befürchtet eine weitere Eintrübung. Das Gros der Betriebe (57 Prozent) erwartet eine unveränderte Situation.

Auf Baustellen gibt es immer viel zu tun. (Bild: Archiv)

Auf Baustellen gibt es immer viel zu tun. (Bild: Archiv)

Baukonjunktur bleibt robust
Die Thurgauer Baukonjunktur bleibt nach wie vor recht lebhaft. Anfang April 2016 meldeten fast vier von zehn Betrieben eine gute Geschäftslage. Nicht einmal jeder zehnte bezeichnete seine Lage als schlecht. Trotzdem ist das Bild nicht ganz ungetrübt. Im ersten Quartal 2016 gingen Bautätigkeit und Nachfrage etwas zurück. Der Auftragsbestand wird zwar von gut 60 Prozent der Betriebe als normal bezeichnet, bei den übrigen knapp 40 Prozent überwiegen jedoch jene mit einem zu spärlich gefüllten Auftragsbuch. Für das zweite Quartal 2016 erwarten die Betriebe eine anziehende Bautätigkeit. Bezüglich der Nachfrage geht das Bauhauptgewerbe allerdings von einem Rückgang aus. Bis zum Herbst 2016 rechnen die Befragten sowohl im Bauhaupt- als auch im Ausbaugewerbe mit einer minim verbesserten Geschäftslage.

Detailhändler beurteilen ihre Lage als schwierig
Von den im April 2016 befragten Thurgauer Detailhändlern beurteilten 37 Prozent ihre Lage als schlecht, lediglich acht Prozent als gut. Der Zukunft sehen sie verhalten positiv entgegen. Etwas mehr Unternehmen erwarten für das zweite Quartal 2016 Umsatzsteigerungen als -rückgänge. Im Hinblick auf den Einkauf und die Beschäftigung bleiben die Detaillisten jedoch vorsichtig. Bis zum Herbst 2016 erwarten immerhin 23 Prozent eine Besserung, lediglich neun Prozent eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage.

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